Herbstfahrt 2003: Papenburg
Montag, 6. bis Samstag, 11. Oktober gegen 18:30 Uhr
- Treffpunkt:
- Parkplatz Sport- und Freizeitzentrum Willich
- Betreuer:
- Monika, Günter
3 sind mitgekommen
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Nicole
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Nadine
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Manuel
Montag
Am Montagmorgen trafen sich 13 Jugendliche zur alljährlichen Herbstfahrt. Ziel war in diesem Jahr Papenburg. Als wir am Montagmittag in Papenburg ankamen, mussten wir uns ziemlich schnell fertig machen und unsere Sachen in die Zimmer stellen, denn um 14 Uhr fuhren wir schon zum Von-Velen-Museum, benannt nach dem Gründer der Stadt Papenburg.
Das Von-Velen-Museum ist größtenteils ein Freilichtmuseum mit einem Torfförderschiff und Hütten der ehemaligen Torfgräber mit kompletter Einrichtung, chronologisch sortiert, von der einfachsten Hütte aus dem 17. Jahrhundert bis zum Steinhaus vom Anfang des 20. Jahrhunderts. Hier hat der Führer uns besonders eindringlich beschrieben, welch ein Leben die Arbeiter und ihre Familien früher hatten und dass sie teilweise mit 14 Personen in einer nicht mehr als fünf m² großen Hütte leben mussten.
Das zweite große Thema, das er behandelt hat, war die Umstellung der Papenburger auf den Schiffsbau, nachdem die Ostfriesen, die Hauptabnehmer des Torfes, den Ankauf verweigert hatten. Zeitweise gab es 25 Werften in Papenburg, doch nur die berühmte Meyer-Werft hat die Jahre überlebt, weil sie als erstes den Wandel von der Segel- zur Dampfschifffahrt erkannte und so zu einem der größten Arbeitgeber Papenburgs wurde.
Nach dem Besuch des Von-Velen-Museums schlenderten wir noch etwas durch die Innenstadt, kauften Postkarten für die lieben Verwandten oder bewunderten die vielen noch erhaltenen Schiffe, die auf dem über 40 Kilometer langen Kanalsystem Papenburgs zur Schau gestellt wurden.
Dienstag
Am Dienstag sind wir zuerst zur 31,5 km langen Transrapidversuchsstrecke im Emsland gefahren. Dort haben wir gelernt, was redundant (eine vierfache Absicherung) oder was ein synchronisierter Linearmotor ist. Leider konnten wir keine Testfahrt machen, da der Transrapid bis Anfang 2004 generalüberholt wird. Trotzdem haben wir aber viel Neues erfahren und uns wurde ein Einblick in die Reparaturhalle gewährt.
Direkt danach stand das Ferienzentrum Schloss Dankern auf dem Terminplan. Zuerst sind wir zusammen in das Spielparadies gegangen, wo man verschiedenste Spiele machen konnte, zum Beispiel Fußball, Basketball, Billard, Handball oder Hockey.
Das Hauptaugenmerk der Schwimmer richtete sich allerdings auf eine Kletterburg, die auch für die älteren Teilnehmer schwer zu erklimmen war und eine riesige Hüpfburg. Sehr beliebt waren auch vier riesige Rutschen, auf denen man mit einer Rutschmatte beachtliche Geschwindigkeiten erreichen konnte.
Nach etwa zwei Stunden sind wir wieder nach draußen gegangen, um den Rest des Ferienzentrums kennen zu lernen. So konnte man im anliegenden Wald einige interessante Spielgeräte erkunden, wie zum Beispiel Fahrräder, deren Räder absichtlich ein Ei hatten, wodurch sie sehr schwer zu fahren waren oder eine kleine Wasserlandschaft, in der man durch Pumpen Wasser in viele verschiedene Tonnen, Wannen oder Wippen transportieren konnte.
Da wir danach sowieso pitschnass waren, machten uns dann auch die Wasserrutschen nichts mehr aus, bei denen man ebenfalls gehörig nass wurde.
Zum Abreagieren ging es dann noch kurz in ein „Trainingslager“, man konnte an verschiedenen Fitnessgeräten seine Kraft und Ausdauer testen, um anschließend wieder kurz zurück ins Spielparadies zu gelangen, wo wir uns noch mal an Kletterwand, Riesenrutschen und Hüpfburg austobten.
Mittwoch
Am Mittwoch stand zuerst ein Besuch in der Seehundaufzuchtstation in Norden-Norddeich an. Besonders die Kleineren fanden großen Gefallen an den Seehunden („Ooh, wie niedlich!“). Die Seehundaufzuchtstation rettet Jungtiere, die so genannten Heuler, die den Kontakt zu ihrer Mutter verloren haben und setzt sie nach spätestens sechs Monaten wieder aus – dann nämlich, wenn sie sich ohne Probleme auch alleine versorgen können.
Anschließend sind wir noch etwas am Strand entlanggegangen, um bald darauf zum Emsstauwerk zu fahren, das extra für die Meyer-Werft gebaut worden ist, damit auch die großen Kreuzfahrtschiffe aus dem Dock ins offene Meer fahren können.
Nach kurzem Aufenthalt an dem Stauwerk beförderte uns ein kleines Bötchen, das sich doch tatsächlich Fähre schimpfte, auf die andere Emsseite (von Pektum nach Ditzum), denn als wir die Fähre sahen, konnten wir nicht glauben, dass unsere drei Autos darauf passen könnten. Doch nach einigem Drücken, Quetschen und Schieben passte es doch noch so gerade.
Am anderen Ufer stiegen wir dann auf den Aussichtspunkt Dollartblick, von dem aus man das offene Meer sehen und den Dollart überblicken konnte.
Danach sind wir zum tiefsten Punkt Deutschlands gefahren, der im Durchschnitt 2,5 m unter dem Meeresspiegel liegt. Dort war auch die tiefste Mühle Deutschlands, eine Wasserschöpfmühle, die das Grundwasser, welches das Gebiet eigentlich überfluten würde, zum Meer pumpt.
Donnerstag
Donnerstag war es endlich so weit! Wir sind zur Meyer-Werft gefahren – und unsere Erwartungen wurden nicht enttäuscht. Im Gegenteil: In der neuen Halle wurde und wird gerade das Kreuzfahrtschiff „Jewel of the Seas“ gebaut und man konnte seine ganze Größe bewundern. Der Führerin merkte man an, dass sie in ihrem Job aufging und so machte es sehr viel Spaß ihr zuzuhören, wie lang so ein Schiff ist, wie viel BRZ es hat, was es wiegt, kostet, an Arbeitsstunden braucht usw., auch, wenn das hauptsächlich trockene Zahlen waren. Nur zum Schluss der Führung zog es sich etwas in Länge, als uns zu jedem einzelnen Bild, das im Besucherzentrum hing, etwas erzählt wurde. Trotzdem hat sich der Besuch dort vollends gelohnt.
Als nächstes sind wir zu einer Moorwanderung gefahren. Dort haben wir etwas über die verschiedenen Moorpflanzen gelernt und gesehen, dass der Torf aus vielen Schichten besteht und jedes Jahr um ein Millimeter, also eine Schicht, wächst. Der Führer hat uns aber nicht nur mit diesen Informationen bei Laune gehalten, sondern hat Elmar auch noch dazu gebracht, sich Schuhe, Socken und Hose auszuziehen und mal zu testen, wie schnell man im Moor untergeht. (Leider etwas zu schnell, es gab keine Möglichkeit, ihn wieder rauszuholen.)
Der letzte Termin des Tages war ein Besuch im DIZ (Dokumentations- und Informationszentrum Emslandlager), wo wir viel über die 15 Arbeitslager im Emsland während der Nazizeit gelernt haben. Die Gefangenen dort haben sich selbst Moorsoldaten genannt, da sie jeden Morgen mit einem Spaten über der Schulter ins Moor marschieren mussten, um dort den Torf auszuheben. Nach einem ca. 45 min dauernden Film sind wir in eine Dauerausstellung gegangen, wo ein ehemaliger Gefangener dem DIZ ein Modell des Konzentrationslagers Aschendorf überlassen hatte. Außerdem wurde auf vielen Bildern und Zeitungsausschnitten das Leben der Moorsoldaten veranschaulicht und man konnte sich das „Lied der Moorsoldaten“ anhören.
Freitag
Den Freitag haben wir eher ruhig angehen lassen. Wir sind um ca. 10 Uhr zum Spaßbad Topas gefahren und konnten uns dort für mehrere Stunden austoben. Neben mehreren Whirlpools und einer normalen Wasserrutsche gab es nämlich auch noch eine sehr breite Riesenrutsche, die man nur mit Schwimmreifen in Angriff nehmen durfte, eine wellenförmige Rutsche, auf der man zu mehreren zusammen nebeneinander rutschen konnte und eine extrem steile Rutsche, die zwar nicht mit wirklich langem, aber um so schnelleren Vergnügen aufwarten konnte.
Die Altersfreigabe ab zwölf Jahren wurde hier natürlich von allen eingehalten. Nachdem alle genug vom Schwimmbad hatten und die beiden besten Rutschen sowieso wegen schlechter Luft gesperrt worden waren, fuhren wir wieder zur Jugendherberge zurück und veranstalteten, wie jeden Abend, noch verschiedene Spiele und ließen die tolle Woche mit einer Menge toller und einzigartiger Erlebnisse entspannt ausklingen.
Überhaupt gab es von allen Führern nur positive Resonanz auf unsere interessierte Beteiligung und Wissensgier.
Samstag
Nachdem alle Koffer in den Autos verstaut waren, war ein zweistündiger Stadtbummel angesagt, da wir noch Zeit hatten, die Stadt richtig unsicher zu machen. Gegen 12 Uhr ging es dann Richtung Heimat. Die Besichtigung einer großen Schleuse stand noch auf dem Programm, doch leider konnten wir nicht nah genug ran.
Da wir es am Dienstag nicht mehr zum Aussichtspunkt der Transrapidstrecke geschafft hatten, war das in Dörpen noch ein Anlaufpunkt.
In Lingen gab es für unsere hungrigen Geister noch eine leckere Portion Pommes, das Essen in der Jugendherberge wird wohl jeder die nächsten Tage vermissen.
Wir waren froh, um 18:30 Uhr schon vor den Eltern am Freizeitzentrum zu sein.
SV Willich