Vereinschronik

Diese Chronik ist ein fortlaufendes Projekt, in dem vor allem ungekürzte, teils inhaltlich überschneidende und sich sogar widersprechende Zeitungsausschnitte über den Vereinsalltag und die größten Erfolge gesammelt werden, die sich nur schwer einer bestimmten Veranstaltung zuordnen lassen. Eine kompakte Vereinsgeschichte ist anlässlich des 50-jährigen Vereinsjubiläums am 23. November 2015 im Willicher Magazin »Willich erleben« erschienen. Über 1500 Einzelveranstaltungen – zum größten Teil mit Bericht – gibt es in unserem Veranstaltungsarchiv. Übersichtliche Tabellen mit allen Geehrten, Vereinsrekorden und Erfolgen gibt es auf einer Sonderseite. Leider fehlen noch viele Daten, die eine Vereinschronik ausmachen. Deshalb sind Sie gefragt: Insbesondere zu den Anfangsjahren bis 1971; von Ende der 1970er bis 1984 und von 1995 bis zum Beginn der 2000er Jahre fehlen viele Informationen. Bilder von Vereinsveranstaltungen sind fast durchgängig bis etwa 2004 sehr rar. Haben Sie vielleicht Bilder von alten Terminen, egal aus welcher Abteilung? Wissen Sie zufällig noch, an welchem Tag und wo genau bestimmte Veranstaltungen stattgefunden haben? Befinden sich auf Ihrem Speicher oder im Keller alte Urkunden, Zeitungsausschnitte, Bilderalben oder dergleichen? Wenn Sie bei der Vervollständigung der Vereinschronik helfen möchten, schicken Sie doch bitte eine E-Mail an Medienwart Patrick Paas. Vielen Dank.

Die 1960er

1965

Wer vor 1965 in Willich schwimmen wollte, musste schon in die Nachbarstädte reisen oder in ein Baggerloch springen; in Willich selbst gab es damals kein Schwimmbad. Es trafen sich jedoch schon regelmäßig einige Sportlerinnen und Sportler des VfL Willichs, um gemeinsam – meistens zu Krefelder Vereinen – zum Schwimmen zu fahren. Für diese Unentwegten ging ein Wunschtraum in Erfüllung, als die Gemeinde Willich den Bau einer Kleinschwimmhalle beschloss. Die Willicher Volkszeitung meldete deshalb am 17. April 1965:

Schwimmabteilung im VfL

Bekanntlich wird im VfL 1919 Willich ganze Arbeit gemacht. So konnte der Vorsitzende auf der letzten Vorstandssitzung das Gerippe der neuzubildenden Schwimmabteilung bekanntgeben.

Zur größten Freude der schwimmbegeisterten Jugendlichen Willichs hat sich der neue Willicher Schwimmmeister der neuen Abteilung des VfLs zur Verfügung gestellt. Das dürfte der Willicher Jugend, Jungen und Mädchen, zum Segen sein.

Da das Willicher Schwimmbad seiner Vollendung entgegengeht, müssen die Vorbereitungen nun vorangetrieben werden.

Anmeldeformulare für Jungen und Mädchen gibt es beim Rektor Frantzen, Südstraße, für Jugend und Senioren im Schwimmbad beim Schwimmmeister Max Größmann. Außerdem liegen Formulare im Vereinslokal Peter Krücken, Peterstraße, aus. Anfang Mai soll dann die Gründungsversammlung steigen.

Dem Unternehmen wünschen wir von Herzen ein gutes Gelingen.

Kaum zwei Wochen später hieß es dann ebenfalls in der Willicher Volkszeitung erneut:

Schwimmabteilung des Vereins für Leibesübungen (VfL) kommt!

Freunde des Schwimm­sports können sich der neuzugründenden Schwimm­abteilung im VfL Willich anschließen. Anmeldeformulare sind bei Bade­meister Groß­mann, bei Rektor Frant­zen und im Ver­eins­lokal Peter Krüc­ken zu haben. Die Grün­dungsversam­mlung soll im Mai noch stattfinden.

Die Vorbereitungen für die neue Abteilung schritten schnell voran, wie die Willicher Volkszeitung am 15. Mai 1965 vermeldete:

Schwimmabteilung des VfLs
Erste Zusammenkunft am Mittwoch, 19. Mai, bei Krücken

Auf der Jahreshauptversammlung des VfL 1919 Willichs am 22.5.1965 um 18 Uhr im Vereinslokal Krücken wird die Schwimmabteilung Überblick haben, ist eine erste Zusammenkunft notwendig. Die Schwimmabteilung wird dem Verein angegliedert, bleibt aber eine selbständige Abteilung.

Alle Interessierten, Schüler, Jugendliche und Senioren beiderlei Geschlechtes, werden zur ersten Zusammenkunft am Mittwoch, 19.5.1965, um 18 Uhr ins Vereinslokal Krücken eingeladen.

Bis dahin bittet der Vorstand darum, dass die Anmeldeformulare im Vereinslokal oder beim Vorsitzenden abgegeben sind.

Diese Mitteilung gilt als Einladung.

Bis zum 22. Mai war die Schwimmabteilung dann bereits gegründet, wie die Willicher Volkszeitung am 28. Mai 1965 am Ende einem langen Artikels über die Jahreshauptversammlung des VfL Willichs berichtete:

Die neugegründete Schwimmabteilung,

die bereits im Hinblick auf die Fertigstellung des Hallenbades gegrünet wurde, wird von Bademeister Max Großmann geleitet. Für die Schwimmabteilung liegen bereits über 50 Anmeldungen vor und es ist zu erwarten, dass nach der Fertigstellung des Bades noch weitere Schwimmsportinteressierte hinzukommen werden.

Der Anschluss dieser Abteilung an den Deutschen Schwimmverband wird zu einem späteren Zeitpunkt durchgeführt.

Scheinbar lief bis Anfang Oktober alles in geordneten Bahnen. Die Willicher Volkszeitung berichtete am 2. Oktober 1965:

Schwimmabteilung des VfL Willich

Die Werbung des VfL Willichs für den Schwimmsport in Willich blieb nicht un­er­hört. Für die neue Ab­teilung im VfL heißt es jetzt, sich zu orga­ni­sieren. Bis zum heutigen Tag haben sich über 80 Kin­der, Jugendliche und Erwachsene gemeldet, die sich für das gezielte Schwimmen interessier­en.

Am Montag, dem 4. Okto­ber 1965, werden die Jugendlichen für 17 Uhr und zu 20 Uhr die Erwachsenen zu einer Zusammenkunft einge­laden. Treffpunkt ist der Saal des Vereins­lokal Peter Krücken auf der Peter­straße. Hier soll in etwa schon über die Trainingszeit, den Bei­trag und über die Wahl eines Führungs­aus­schuss­es gesprochen werden.

Der Schwimmabteilung wurden – gegen entsprechendes Entgelt – von der Stadt Trainingszeiten zur Verfügung gestellt. Sie hatte jedoch kaum einen bescheidenen Trainingsbetrieb aufgenommen, als schon erhebliche Schwierigkeiten auftraten: um Diskussionen über die Vergabe von Hallenzeiten an mehrere Vereine und deren potenzielle Schwimmabteilungen zu vermeiden, beschloss der Gemeinderat am 21. Oktober 1965, nur einen Schwimmverein zu fördern. Die Willicher Volkszeitung schrieb anschließend:

Der Schwimmsport soll Vorrang haben
Aus der letzten Gemeinderatssitzung / Eine Sitzung im Rekordtempo

Eine Diskussion gab es bei dem Erlass einer Badeordnung für die Benutzung des Schwimmbades. Gebühren, Verbote und Gebote der Badeordnung wurden allgemein akzeptiert, nur über die Benutzung der Halle in den Abendstunden musste debattiert werden.

Bürgermeister Emil Merks betonte, dass die Abendstunden nur den sporttreibenden Schwimmvereinen, die dem Deutschen Schwimmverband angeschlossen sind, vorbehalten bleiben. Eine Ausnahme wird nur bei den Versehrtensportlern gemacht.

In einer früheren Regelung, die aber zwischenzeitig ungültig ist, sollten auch Kirchenchor, DJK und andere Badevereine oder Organisationen ein Baderecht in den Abendstunden erhalten. Die Ausführungen des Bürgermeisters wurden von fast allen Ratsmitgliedern lebhaft begrüßt.

Die Vertreter aller Fraktionen konnten sich dann jedoch einigen und stimmten der Badeordnung, den Tarifen und auch der Regelung für die Sportvereine einstimmig zu.

Mit dem Vorstand des VfLs wurden sich die Schwimmenden einig und so traten nach einigen Vorbereitungen am 22. November 1965 die Mitglieder der Schwimmabteilung geschlossen aus dem VfL aus. Mit dem Mut zum Neubeginn und mit Unterstützung durch Rat und Verwaltung fanden sich am 22. November 1965 im Hallenbad 40 Männer und Frauen zur Gründungsversammlung des Vereins ein, der Schwimmverein Willich heißen sollte. Einen Tag später wurde der Verein laut Gründungsurkunde offiziell gegründet. Es war vor allem die Flut an Kindern und Jugendlichen, die sich um die erwachsenen Gründungsmitglieder scharte und die dafür sorgten, dass die Mitgliederzahl sehr schnell anwuchs: Noch im Dezember des Gründungsjahres wurde das 250. Mitglied begrüßt und sechs Wochen nach Gründung verzeichnete der SVW im Januar 1966 342 aktive Mitglieder (davon über 250 Kinder und Jugendliche). Mit unermüdlichem Eifer ging der erste Vorstand unter Willi Hoppmanns ans Werk. Sofort begann die Ausbildung von Riegenführern, Kampfrichtern, Übungsleitern.

Im Nachhinein hört sich das sehr einfach an – aber es waren doch bis zur Vereinsgründung und auch noch in der ersten Zeit danach erhebliche Probleme zu lösen, fehlte es doch an entsprechendem Startkapital, an Erfahrung in der Organisation und über die Führung eines Sportvereins. Mit viel Elan und Enthusiasmus ging man ans Werk, eine Satzung wurde ausgearbeitet, Riegenführer und Kampfrichter ausgebildet, auch die Funktionäre besuchten entsprechende Ausbildungskurse.

Während sich Gründungsmitglieder wie Willi Hoppmanns, Günter Gebhard sen., Hans Förster, Eberhard Wiewandt, Bernhard Höckner, Karl-Hermann Schick, Siegfried Kurze, Kurt Debus und andere um die Organisation kümmerten, standen mit den Ehepaaren Ingrid und Max Großmann sowie Sigrid und Randolf Hänisch ausgezeichnete Trainer und Übungsleiter für den aktiven Sport- und Jugendbetreuungsbetrieb zur Verfügung.

1966

Am 8. Januar 1966 berichtete die Willicher Volkszeitung erstmals ausführlich über den neuen Verein und stellte auf der Titelseite die Vorstandsmitglieder sowie die geplante Entwicklung vor:

Schwimmverein Willich wurde anerkannt
Bestätigung durch DSV / Bereits rund 250 Mitglieder / Sportbetrieb sehr rege / Guter Vorstand

Wer bei den ersten Vorbesprechungen zur Gründung eines Schwimmvereins im Frühjahr 1965 davon gesprochen hätte, dass ein Willicher Schwimmverein einige Monate nach Inbetriebnahme des Hallenbades fast 250 Mitglieder hätte, der wäre bestimmt mitleidig ausgelächelt worden. Nun ist die Zahl erreicht. Der neue Schwimmverein Willich, das jüngste Kind in der Willicher Sportfamilie, scheint auch schnell zum größten Verein der Gemeinde zu werden. Man hat recht daran getan, sofort einen eigenen Verein zu gründen, denn als Unterabteilung des VfL wäre die Schwimmabteilung den Fußballern eines Tages über den Kopf gewachsen.

In den letzten Tagen des alten Jahres erhielt der SVW durch die Bekanntmachung im Schwimmer, dem amtlichen Fachblatt des Deutschen Schwimmverbandes, die offizielle Anerkennung ausgesprochen. Mit dieser Bekanntmachung ist auch gleichzeitig die Zulassung zu allen öffentlichen Schwimmveranstaltungen und Meisterschaften ausgesprochen. Die Ausrichtungen der örtlichen Schwimmveranstaltungen durch den SVW unterliegen gleichzeitig den Richtlinien des Schwimmverbandes.

Hier nun der Vorstand

Wer sind die Männer und Frauen, die mit viel Fleiß und Mühe die Grundpfeiler des neuen Vereins gesetzt haben und in gründlicher Kleinarbeit am grünen Tisch die Statuten ausgearbeitet haben, ohne die kein Verein bestehen kann?

1. Vorsitzender ist Willi Hoppmans, der sehr schwimmfreudig ist und schon bei der ersten Zusammenkunft der Schwimmfreunde mit großer Mehrheit gewählt wurde.

2. Vorsitzender und Seele des Schwimmsportes im SVW ist Bademeister Max Großmann. Als langjähriger Aktiver bei Preußen Krefeld konnte er sich bis zur deutschen Spitzenklasse vorarbeiten und war auch noch viele Jahre in seinem Verein als Jugendleiter tätig. Dass bei ihm der sportliche Betrieb daher in guten Händen liegt, versteht sich von selbst. Ihm ist es auch zu verdanken, dass bereits viele Nichtschwimmer die Kunst des Schwimmens erlernt haben und manches Talent aus der großen Masse herausgepickt wurde. Bei Preußen hatte er eine anerkannt gute Sportriege, im Schwimmverein Willich will er eine noch bessere ausbilden.

In den Jugendwarten Randolf und Siegrid Hänisch hat er wertvolle Unterstützung, hat er es doch bei dem Ehepaar Hänisch mit begeisterten Schwimmern zu tun, die schon früher in Coburg aktiv waren und denen die Pflege der Jugendarbeit sehr viel Spaß macht.

Schriftführer Günter Gebhard ist zwar kein alter Schwimmhase, jedoch liebt er das nasse Element. Auf seinem Posten kommt er allerdings nicht mit Wasser in Berührung, sonst lief auch die Tinte aus.

Seine Frau Ingrid hat Max Großmann als Kassiererin engagiert. Auch Ingrid Großmann liebt das Wasser und teilt die Schwimmfreudigkeit ihres Mannes schon seit vielen Jahren.

Hinzu kommen noch die vielen Helfer und Riegenführer, ohne die der Übungsbetrieb nicht laufen könnte.

Übungszeiten

Wann springen die Aktiven nun ins Wasser?

Drei Übungsabende konnte man der Gemeinde herausschlagen. Montag, Dienstag und Freitag. Natürlich muss dem Sportbetrieb der breiteste Raum gehören, so können die Talente sich an allen drei Abenden tüchtig austrainieren. Den Badelustigen verbleibt dann die restliche Zeit.

Viele Kinder

Die Kinder machen den Großteil der Mitglieder aus. Meist tummeln sich über 100 junge Schwimmerputen in den Fluten, und für die Aufsicht ist es keine leichte Aufgabe, alle zu betreuen. Die Schar der Kinder wird immer größer, und man muss jetzt schon überlegen, wann man den Kleinsten weitere Übungszeit ermöglichen soll. Viele der Kinder können noch nicht schwimmen, aber mit viel Mühe geben sich die Helfer ans Werk und können auch schon die ersten Erfolge verbuchen. Bis zum Sommer will man den Bestand der Nichtschwimmer wesentlich verringert haben.

Ganz kommt man nie von den Nichtschwimmern los, da sich immer wieder neue Mitglieder anmelden, die im Schwimmverein das Schwimmen lernen wollen. Die Erfüllung dieser Aufgabe gehört auch zu den wichtigsten Zielen, die sich der junge Verein gesteckt hat.

Tüchtige Sportriege

Kernstück und Aushängeschild soll die Sportriege sein. Bereits jetzt verfügt Max Großmann in seiner Sportmannschaft über einige beachtliche Talente. Voll Stolz erzählte er uns, dass in der Sportmannschaft Knaben sind, die bereits in die Bestenliste des Deutschen Schwimmverbandes gehören. Mit den rund 30 Sportschwimmern will er im intensiven Training bis zum Sommer soweit sein, dass der SVW an öffentlichen Schwimmveranstaltungen teilnehmen kann. Im Winterhalbjahr werden dann auch die ersten Veranstaltungen im Willicher Hallenbad starten. Natürlich wird man zuerst mit Kleinveranstaltungen anfangen.

Abgaben zu hoch

Ein Problem bilden die Finanzen. Jede Schwimmstunde muß mit 20 DM an die Gemeinde honoriert werden. Dieser Betrag ermöglicht es einem Sportverein nicht, einen großen Kassenbestand zu erlangen, vielmehr wird ein Verein durch solch hohe Abgaben sehr belastet. Hinzu kommen die Versicherungsbeiträge und die Abgaben an den Schwimm-Verband. Für Startgelder und Materialausgaben bleibt da wenig übrig. Man hofft allerdings, dass die Gemeinde auf die Dauer den Betrag wesentlich verringern wird und sich den Abgabesätzen, die in anderen Städten üblich sind, anpasst. Es darf nicht sein, dass ein Verein fast alle Einnahmen nur für die Benutzung des Bades wieder ausgeben muss.

Generalversammlung

Im Frühjahr wird es die Generalversammlung geben. Dann müssen die Beitrage festgesetzt, die Statuten genehmigt und viele Probleme des Vereins geklärt werden. Auch wird man sich dann entscheiden, ob man auch gesellschaftlich zusammenkommen will. Schwimmvereine haben immer ein gutes Gesellschaftsleben, es wird auch in Willich nicht anders sein.

Wichtige Grundziele

Vier Grundziele kann man aus der bisherigen Arbeit erkennen:

1. Die Nichtschwimmer müssen möglichst schnell, aber auch gründlich die Schwimmkünste erlernen.

2. Die Erwachsenen sollen besser schwimmen lernen.

3. Organisatorisch soll der Verein gefestigt werden.

4. Aus den vorhandenen Talenten soll eine gute und kampfkräftige Sportmannschaft gebildet werden.

Vorläufig wird es nur einen reinen Schwimmbetrieb geben. Da das Ballspiel in der Halle verboten ist, kann sich vorläufig noch keine Wasserballabteilung bilden. Es ist außerdem besser, wenn die ballinteressierten Jungen erst einmal tüchtige Schwimmer werden, denn das Schwimmen ist das A und O des Wasserballs. Ende des Jahres wird sich dann zeigen, ob Interesse besteht. Dann allerdings wird die Gemeinde nochmals in die Kasse greifen müssen und für einen Schutz der Fenster sorgen müssen. Ganz lässt sich das Ballspiel auf die Dauer nicht verbieten.

Wir sind der festen Überzeugung, dass sich das jüngste Kind der Willicher Sportfamilie bald gemausert hat und aus den Kinderschuhen heraustritt. Trainingsfleiß und Liebe zum nassen Element gehören dazu. Man darf erwarten, dass beides bei der jungen Schwimmergarde des Schwimmvereins Willich vorhanden ist.

Im Februar 1966 hatte die erste Jahreshauptversammlung (anwesend waren etwa 90 Prozent der stimmberechtigten Mitglieder!) beschlossen, den Schwimmverein im Vereinsregister eintragen zu lassen; man wusste, dass dies beim Amtsgericht zu Krefeld zu geschehen habe.

So machte sich der gesamte Vorstand von 12 Personen mit mehreren PKW auf den Weg. Der »Trupp« löste im Amtsgericht großes Erstaunen aus und musste unverrichteter Dinge wieder abrücken – nicht ohne jedoch vorher belehrt worden zu sein, dass man zunächst einen »geschäftsführenden Vorstand«, bestehend aus drei Personen, zu wählen habe, der die Eintragung ohne die Anwesenheit der anderen Vorstandsmitglieder vornehmen könne. Die Eintragung ins Vereinsregister verzögerte sich zwar um ein Jahr, nicht jedoch der sportliche Aufstieg des Vereins.

In der Bestenliste des Bezirks Düsseldorf im Westdeutschen Schwimmverband waren erstmalig Namen von Willicher Nachwuchsschwimmern enthalten, die bei den ersten Bereichsprüfungskämpfen durch hervorragende Zeiten auf sich aufmerksam machten. Stellvertretend für alle sei hier Jürgen Dirkx (1957) genannt. Da in den Bestenlisten des Bezirks Düsseldorf, des Westdeutschen Schwimmverbandes (WSV) und des Deutschen Schwimmverbandes (DSV) nur jeweils die zehn schnellsten Schwimmer bzw. Schwimmerinnen eines Jahrgangs je Schwimmart erfasst wurden, war die Freude über diese Meldungen bei den Aktiven des Vereins natürlich entsprechend.

Entsprechend berichtete die Willicher Volkszeitung am 24. September 1966:

Junge Willicher Schwimmer sehr erfolgreich

Beachtliche Fortschritte macht die junge Schwimmergarde des Willicher Schwimmvereins. Trainer Max Großmann, der erst vor rund zehn Monaten die ersten zaghaften Versuche mit einem Sportschwimmbetrieb in Willich unternahm, ist sehr stolz darauf, dass seine jungen Talente schon in den Bestenlisten des Deutschen Schwimmverbandes zu finden sind. Bewusst hat Max Großmann mit den ganz Kleinen angefangen, da er auf schwimmerischem Gebiet Niemandsland vorfand.

So weisen auch die Zehn- bis Zwölfjährigen zur Zeit die besten Erfolge auf. Jürgen Dirkx konnte sich über 50 Meter Kraul Jahrgang 1957 einen beachtlichen 5. Platz sichern und im Rückenschwimmen reichte es auch noch zum 7. Rang. Mittlerweile hat sich Jürgen weiter verbessern können und würde mit seiner Zeit von 40 Sekunden sogar auf dem zweiten Platz in Deutschland liegen. Sein Bruder Hans Peter ist nicht weniger erfolgreich. Bei den Bezirksschülermeisterschaften in Rheinhausen erreichte er einen schönen zweiten Platz über 100 Meter Kraul und hat sich damit die Teilnahme an den Deutschen Schülermeisterschaften in Lübeck gesichert. Ob er jedoch teilnehmen kann, ist fraglich, da der Verein leider noch zu wenig Geld hat. Hans Peter Dirkx ist Jahrgang 1955.

In diesem Herbst will der Willlicher Schwimmverein erstmalig selbst in Erscheinung treten. Geplant ist ein Schülerclubkampf mit starken Vereinen des Bezirkes Düsseldorf. Hierbei sollen viele Talente ihre erste Qualifikation bestehen, damit sie in den Bestenlisten verzeichnet werden. Interessant dürfte auch sein, dass der Willicher Schwimmverein mittlerweile über 400 Mitglieder zählt.

Auch bei den Erwachsenen sind sichtbare Erfolge zu verzeichnen. Wenn auch hier nicht um Meisterehren gekämpft wird, so ist doch ein erfreulicher Rückgang der Nichtschwimxmer zu ersehen. Max Großmann belässt es jedoch nicht nur bei dem üblichen Badebetrieb, sondern sorgt mit Gymnastik und Schwimmübungen auch für eine körperliche Ertüchtigung.

In den nächsten Wochen soll auch das gesellschaftliche Leben des Vereins angekurbelt werden. Stiftungsfest, Weihnachtsfeier und weitere Veranstaltungen werden von einem arbeitsfreudigen Vergnügungsausschuss vorbereitet.

Als besonderes Novum entstand aus kleinsten Anfängen heraus unter der Leitung von Sigrid Hänisch eine Abteilung für Kunst- und Synchronschwimmen. Anlässlich eines Vergleichskampfes Kempen – Krefeld – Willich am 4. Dezember 1966 traten die Kunstschwimmerinnen zum ersten Mal an die Öffentlichkeit.

Aber nicht nur der Leistungssport, auch der Breitensport wurde sofort zielstrebig organisiert: Jugendleiter Randolf Hänisch meldete für das Jahr 1966 die Abnahme von 25 Sportabzeichen (21 Jugendsportabzeichen in Bronze und Silber). Die erste Nikolausfeier und der erste Jugendabend im Vereinslokal Hamacher zeigten, dass Schwimmsport ohne Pflege der Gesellschaft undenkbar ist.

1967

Die sportlichen Aktivitäten weiteten sich aus und die Presse konnte immer häufiger über Erfolge und gute Platzierungen der Sportler des SV Willichs bei Freundschaftskämpfen sowie Meisterschaften über Kreis- und Bezirksebene hinaus bis zu westdeutschen und deutschen Jahrgangsmeisterschaften berichten; bei den Kunstschwimmerinnen auch über Länderkämpfe, Europa- und Weltmeisterschaften. Der SV Willich entwickelte sich zu einem echten sportlichen Werbeträger für die Stadt.

Kurt Debus, Eberhardt Wiewandt, Günter Fretschen und andere sorgten dafür, dass sich am 7. Januar 1967 zum ersten Mal die Türen des Willicher Parkhauses zum 1. Stiftungsfest des Schwimmvereins öffneten – ein wunderbares Erlebnis für über 120 Mitglieder und Gäste und der Beginn einer Tradition.

Wie viele noch nicht bekannte Talente in der Willicher Schwimmerjugend schlummerten, zeigte der erste Start unserer Jungen auf den Bezirksjahrgangsmeisterschaften 1967 in Rheinhausen:

Jürgen Dirkx kehrte mit drei Goldmedaillen, einer Silbermedaille und einer Bronzemedaille nach Willich zurück. Auch die WSV-Landesmeisterschaften in Recklinghausen brachten die ersten großen Erfolge: Oliver Musch (Silber), Jürgen Dirkx (zweimal Bronze) und H.J. Grünert (zweimal Bronze) ließen aufhorchen. Die Teilnahme an den Deutschen Schülermeisterschaften in Bonn zeigte jedoch, dass es unmöglich war, im Handstreich zur Spitze der deutschen Nachwuchsschwimmer aufzuschließen: Hans-Peter Dirkx erreichte einen 15. Platz, Ursula Pott einen 35.

Die Kunstschwimmerinnen waren unterdessen erstmalig zum Lehrgang in der WSV-Landesschwimmschule Willi Isenberg in Übach-Palenberg. Später im Jahr wagten die Sportschwimmer den Start auf internationaler Ebene beim Ländervergleichskampf der Schüler Italien – Niederlande – Deutschland in Paderborn. Die Ausbeute: eine Bronzemedaille, ein 5. Platz, ein 12. Platz.

1968

Auf der Jahreshauptversammlung am 9. März 1968 übergab Willi Hoppmanns sein Amt an Hans Förster. Zwar waren die finanziellen Sorgen noch erheblich, aber sowohl organisatorisch wie sportlich übernahm Hans Förster eine positive Bilanz: Inzwischen verfügte der Verein über neun vom DSV geprüfte Kampfrichter und zwölf geprüfte Riegenführer.

Der zweite Clubkampf brachte den ersten Gesamtsieg über Preußen Krefeld und TV Kapellen. Bei den Bezirksmeisterschaften in Neuss wurde der SVW mit fünf Bezirksmeistern (dreimal Oliver Musch, einmal Stefan Molter und einmal Jürgen Dirkx) sowie einem zweiten Platz und drei dritten Plätzen erfolgreichster Verein der Nachwuchsschwimmer im Bezirk Düsseldorf. Auf den WSV-Jahrgangsmeisterschaften (Landesmeisterschaften) erreichten Oliver Musch eine Silbermedaille und zwei vierte Plätze sowie Stefan Molter einen vierten Platz. Die erstmalige Teilnahme einer kleinen WIllicher Delegation am III. Internationalen Nachwuchsschwimmfest in Kassel zwischen Schweden, Italien, Tschechoslowakei und Deutschland brachte für Stefan Molter eine Bronzemedaille.

Die Kunstschwimmerinnen absolvierten ein Mammutprogramm: Westdeutsche Meisterschaften, Deutsche Jugendmeisterschaften, Deutsche Meisterschaften, drei Lehrgänge und zehn Einlageschwimmen brachten die ersten Achtungserfolge.

Von der guten Arbeit im Breitensport zeugten folgende Ergebnisse: 25 Prüfungen »Seepferdchen«, 169 Freischwimmer, 105 Fahrtenschwimmer und 29 Jugendschwimmer erhielten ihre Urkunden.

Sportabzeichenobmann Bernhard Hannusch meldete voller Stolz: sieben Kindersportabzeichen, 19 Jugendsportabzeichen (Bronze und Silber) sowie neun Sportabzeichen (Bronze, Silber und Gold). Das machte zusammen 35 Sportabzeichen und den Schwimmverein damit zum zweiten Mal Kreissieger im Sportabzeichenwettbewerb in der Klasse der Vereine von 250 bis 500 Mitglieder.

Das 2. Stiftungsfest im Willicher Parkhaus, eine Karnevalsveranstaltung für die Jugend im Vereinslokal Hamacher, Jugendpflegefahrten zu den Jugendherbergen Blankenheim (April) und Essen-Werden (Juli), ein großes Kinderfest im Kaisersaal Schiffer (August), ein Beatabend und die obligatorische Nikolausfeier brachten den Kleinen wie den Großen viel Freude.

1969

Zum 1. Januar 1969 senkte die Gemeinde Willich die Hallenmiete (jährlich über 4000 DM) um 50 Prozent. Endlich bekam die Vereinskasse etwas Luft, und wir konnten mehr Geld in die Ausbildung der Schwimmer investieren. Zum absoluten Höhepunkt des Jahres wurde die auf tatkräftige Initiative von Hans Förster zustande gekommene und vom deutsch-französischen Jugendwerk und der Gemeinde Willich geförderte Begegnung der jungen Schwimmer aus Blois (Südfrankreich). Damals hieß es in der Vereinschronik: »Allen Kindern und Freunden werden die Tage vom 7. bis 12. April 1969, an denen die jungen Franzosen bei uns zu Gast sind, ebenso wie die herrlichen Tage, die unsere Schwimmer beim Gegenbesuch in Blois (14. bis 26. Juli 1969) weilen, unvergessen bleiben.«

Während die Kunstschwimmerinnen im 8er-Reigen von den WSV-Meisterschaften ihre ersten Bronzemedaillen nach Willich holten, gingen unsere besten Schwimmer beim IV. Internationalen Nachwuchsschwimmfest am 4. und 5. Oktober 1969 in Kassel an den Start. Gegen starke Konkurrenz (61 deutsche und sieben Vereine aus Schweden, Italien und der Tschechoslowakei) konnten sich unsere Schwimmer – von Max Großmann systematisch aufgebaut – großartig durchsetzen: Oliver Musch (einmal Gold, einmal Silber), Reiner Förster (einmal Bronze). Diese Erfolge sowie der 7. Rang (unter 113 Mannschaften) im Mannschaftswettbewerb des DSV (C-Schüler) machten den SVW im Deutschen Schwimmverband bekannt.

Das schönste Abschiedsgeschenk für Hans Förster, der sein Amt als 1. Vorsitzender am 16. April 1970 an Kurt Debus übergab, waren die Erfolge im Breitensport: Max Großmann, Randolf Hänisch und Bernd Hannusch konnten unsere Jungen und Mädchen für erfolgreich abgelegte Prüfungen die Urkunden für 15 Seepferdchen, 150 Freischwimmer, 103 Fahrtenschwimmer, 136 Jugendschwimmer und 22 Sportabzeichen übergeben. Mit 426 Urkunden (Vorjahr 401) wurde ein neuer Vereinsrekord aufgestellt.

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Die 1970er

Bestimmende Schwimmerin des Jahrzehnts war Gudrun Förster, die von 1971 bis 1982 ununterbrochen Vereinsmeisterin wurde. Bei den Männern wechselten sich Werner Ruland und Reiner Förster munter ab.

1970

Die Westdeutsche Zeitung berichtete am 2. Juli von den sportlichen Erfolgen 1970:

Willicher Schwimmverein in Jahresbestenliste

Mit viel Fleiß und Ehrgeiz und der Hilfe ihrer Trainer Max Großmann und Randolf Hänisch konnten die 10- und 11-jährigen Knaben des Schwimmvereins Willich sich stark verbessern. Wie in der neuesten Ausgabe der Fachzeitschrift »Schwimmer« zu lesen ist, wurde Stefan Molter mit der auf den Westdeutschen Meisterschaften im April dieses Jahres erschwommenen hervorragenden Zeit von 43,2 Sekunden nicht nur Westdeutscher, sondern sogar Deutscher Meister über 50 Meter Brust des Jahrgangs 1960. Über 100 Meter Brust erreichte er einen ausgezeichneten 2. Platz mit der Zeit von 1:38,0 Minuten in der deutschen Jahrgangsbestenliste für das erste Halbjahr 1970.

Außerordentlich erfolgreich schnitt der vielseitige Reiner Förster, ebenfalls Jahrgang 1960, in der Jahresbestenliste ab. Er belegt mit 39,8 Sekunden über 50 Meter Delphin den 3. Platz; mit dieser Zeit wurde er sogar Zweiter bei den Westdeutschen Meisterschaften. Mit der Zeit von 1:31,2 Minuten über 100 Meter Lagen kam er vom 3. Platz bei den Westdeutschen Meisterschaften auf den 4. Platz in der Gesamtwertung. Außerdem kann sich Reiner Förster über 50 Meter und 100 Meter Freistil – 35,1 Sekunden und 1:21,8 Minuten – jeweils zu den vier schnellsten Kraulern des Jahrgangs 1960 für diese Strecke im Bundesgebiet zählen.

Ein weiterer Spitzenschwimmer des Schwimmvereins Willich ist Michael Zobel (Jahrgang 1959). Er belegt mit seiner vorzüglichen Bestzeit von 1:31,9 Minuten über 100 Meter Brust einen hervorragenden 3. Platz in der deutschen Jahrgangsbestenliste. Er konnte von seinem bereits bei den Westdeutschen Meisterschaften erreichten 3. Platz nicht verdrängt werden.

Unter den besten Langstreckenschwimmern des Jahrgangs 1960 im Bundesgebiet befindet sich auch H. Josef Grünert vom Schwimmverein Willich, der über 400 Meter Kraul mit 5:41,2 Minuten einen ausgezeichneten 10. Platz belegt. Eine sehr gute Leistung für einen 10-jährigen Schüler.

Nach fünf Jahren rastloser Aufbauarbeit verabschiedeten sich Randolf Hänisch (Jugendwart), Max Großmann (Technischer Leiter) und Günter Gebhard (Geschäftsführer) aus der Vorstandsarbeit. Werner Ruland (Jugendwart), Helga Zobel (Presse), Gisela Lampe (Protokoll), Bernd Ißler (Technischer Leiter), Karl-Hermann Schick (Kasse) und Friedrich Lindner (Geschäftsführer) standen dem neuen Vorsitzenden Kurt Debus zur Seite.

Am 11. Dezember machte sich der neue Vorsitzende gleich mit einem Leserbrief in der Willicher Volkszeitung für einen Stadtsportverband stark:

Betreff: Ihre Ausgabe vom 27.11.1970 »Ortsjugendring Willich I wieder gegründet«

Der vorgenannte Artikel könnte Ihren Lesern den Eindruck erwecken, dass der Schwimmverein Willich »bewusst« der Gründungsversammlung des Ortsjugendrings Willich I ferngeblieben ist. Das ist nicht der Fall, denn wir haben keine Einladung erhalten, und wir hätten bei dieser Gelegenheit gerne unsere Meinung zur allgemeinen Diskussion gestellt. Dazu hatten wir leider keine Gelegenheit.

Ihr Artikel erinnerte uns schmerzlich an die »ins Wasser gefallene« Gründung eines Stadtjugendrings Willich im Stadtteil Anrath. Die kommunale Neugliederung bot doch eine gute Gelegenheit, einen Stadtsportverband zu gründen – die Gesangsvereine haben bereits einen Stadtverband – nachdem der Rat der Stadt Willich die Richtung wies und kulturelle und sportliche Dinge in getrennten Ausschüssen behandelt. Dass die Vereine diesem Beispiel nicht folgen, erscheint uns nicht als Fortschritt!

Anlässlich einer Aussprache mit Herrn Bürgermeister Dr. Lamers, Ratsherren und Vorstandsmitgliedern der CDU am 29.10.1970 haben wir (nicht nur) unsere Meinung zur Gründung eines Stadtsportverbands vertreten. Wir glauben, dass es doch noch zu dieser Vereinigung kommen wird, auch wenn wir jetzt wieder (oder besser: noch) einen Ortsjugendring in Willich I haben!

Mit freundlichen Grüßen

Debus, 1. Vorsitzender

Mit der Gründung der Stadt Willich am 1. Januar 1970 vollzog sich – von vielen kaum bemerkt – ein Wandel in der Förderung der Sportjugend: Auf Initiative von Friedrich Lindner beschließt der Jugend- und Sportausschuss unter dem Vorsitz von Gottfried Commans einstimmig, dem Schwimmverein (wie auch der DLRG) die Schwimmhalle in den Trainingsstunden kostenlos zur Verfügung zu stellen. Damit war die Benachteiligung gegenüber anderen Sportvereinen beseitigt, eine drückende finanzielle Belastung von uns genommen. Außerdem erhielten wir jährlich nach der Mitgliederzahl Pauschalzuschüsse und für Jugendpflegefahrten Sonderzuschüsse. Überdies nahm der Jugend- und Sportausschuss unsere Anregung auf und beschloss, künftig einmal im Jahr die besten Sportler unserer Stadt zu ehren.

Der erste Auslandsstart mit elf Schwimmern in Trient (Italien) am 14. und 15. März 1970 brachte für Florian Musch eine Goldmedaille, für Stefan Molter und Jens Großmann je eine Silbermedaille und einige gute Mittelplätze.

Bei den WSV-Landesmeisterschaften (Jahrgangsmeisterschaften) waren in Recklinghausen 84 Vereine vertreten. Stefan Molter (einmal Gold), Reiner Förster (einmal Silber, einmal Bronze) und Michael Zobel (einmal Bronze) konnten sich bei einem Aufgebot von über 800 Schwimmerinnen und Schwimmern durchsetzen.

Beim 6. Internationalen Nachwuchsschwimmfest in Kassel mit Aktiven aus Deutschland, Italien, Belgien, Luxemburg und Schweden errangen Oliver und Florian Musch, Reiner Förster, Stefan Molter, Ulf Großmann und Michael Dammer zweimal Gold, viermal Silber und zweimal Bronze. Im Wettstreit der Knabenmannschaften des DSVs erreichte unsere erste Mannschaft unter 176 Mannschaften den vierten Platz – ein sensationeller Erfolg.

Im Sportabzeichenwettbewerb 1970 belegte der Schwimmverein Willich den dritten Platz hinter der Leichtathletikgemeinschaft Viersen und dem Turn- und Sportverein Oedt unter den Vereinen bis zu 500 Mitgliedern. Hauptverdienst an dieser Auszeichnung hatten Hans Heyer und Bernhard Hannusch.

1971

Das vorolympische Jahr begann mit dem fünften Stiftungsfest im Parkhaus am 9. Januar 1971. Zum ersten Mal konnte der Vorsitzende Kurt Debus Bürgermeister Dr. Lamers sowie die Ratsherren Möller und Commans mit ihren Frauen als Ehrengäste begrüßen und den Dank des Vereins für die großzügige Unterstützung durch Rat und Verwaltung aussprechen.

Unsere Sportschwimmer waren fast pausenlos im Einsatz: Bereichsprüfungskämpfe, Bezirksmeisterschaften, Westdeutsche Meisterschaften und Deutsche Meisterschaften, acht Clubkämpfe und fünf Internationale Vergleichsschwimmen (u.a. in Luxemburg und Kassel) brachten eine Fülle an Siegen. Sie hier vollständig aufzuführen, würde jeden Rahmen sprengen. Dank einer hervorragenden Pressearbeit erschienen in der Heimatpresse über 100 Berichte mit mehr als 20 Bildern. Glanzlicht des Jahres: Die 1. Knabenmannschaft schwamm neuen deutschen Rekord in 10:54,7 und belegte im Mannschaftswettkampf vor 163 Mannschaften den ersten Platz. Michael Brungs (Jahrgang 1961), Reiner Förster (Jahrgang 1960), Rainer Kabelitz (Jahrgang 1960), Stefan Molter (Jahrgang 1960), Oliver Musch (Jahrgang 1960), Michael Schaaf (Jahrgang 1961), Uwe Schmidt (Jahrgang 1960) und Edgar Zank (Jahrgang 1961) erhielten die Goldene Ehrennadel des Westdeutschen Schwimmverbandes.

Ebenso unvergesslich stand die erste Sportlerehrung der Stadt Willich in der Kulturhalle am 27. November 1971 ganz im Zeichen der Ehrung dieser jungen Meisterschaft. Als Bürgermeister Dr. Lamers Reiner Förster und der Mannschaft den Ehrenbecher der Stadt Willich überreichte, kannte der Beifall keine Grenzen.

Jahrelange Bemühungen des Vorstandes und die tatkräftige Unterstützung der Presse hatten endlich Erfolg: Der Rat der Stadt Willich beschloss am 30. Juni 1971 einstimmig, im Anschluss an die Kleinschwimmhalle ein modernes Freibad mit einem 50-Meter-Sportbecken (acht Bahnen), mit einem großen Nichtschwimmerbecken und seperater Sprunganlage zu bauen.

Bis es soweit war, benötigte es einige Überzeugungsarbeit, wie ein Bericht in der Westdeutschen Zeitung vom 9. Januar zeigt:

In Sachen Freibad: Schwimmer sind zur Hilfe bereit

»Wir sind gerade so richtig in Schwung. Ein Freibad in absehbarer Zeit und wir könnten die Leistungen unserer Schwimmer noch wesentlich verbessern.« Beim Willicher Schwimmverein ist man traurig und enttäuscht darüber, dass sich der Bau des bereits geplanten und, wie es schien, finanziell gesicherten Freibads so wesentlich verzögert.

Knapp fünf Jahren nach der Gründung des Schwimmvereins können Vorstand und Trainer bereits eine glänzende Bilanz vorweisen. Neben den Kunstradsportlern gehören die »Schwimmputen« aus Willich zu den erfolgreichsten Sportlern der neuen Stadt, sind in deutschen Bestenlisten vertreten und holte sich bei der Deutschen Mannschaftsmeisterschaft 1970 in der Knabenklasse einen dritten Platz.

Diese Erfolge und die Aussicht auf bessere Trainingsmöglichkeiten im Sommer ließen die Verantwortlichen des Schwimmvereins optimistisch in die Zukunft blicken. Doch die Ernüchterung kam, als sich herausstellte, dass die bereits aufgeführten Gelder der Altgemeinde Willich nicht in vollem Umfang vorhanden sind und die Landesregierung keine Zuschüsse bewilligen will.

Doch der Schwimmverein wollte und will sich mit diesen Aussagen nicht zufrieden geben. Man bot der Stadt an, die Ausschachtungsarbeiten für das geplante Freibad durch Eigenleistung der Schwimmer zu übernehmen. Hier muss die Stadt jedoch wegen der Bauvorschriften passen. Weiterhin will sich der Vorstand um Kontakt zu Landtagsabgeordneten bemühen, um mit deren Hilfe doch noch einen vorzeitigen Baubeginn für die Freibadanlage zu erreichen.

Trainer Max Großmann sieht die Sache so: »Unsere Konkurrenz kann in den Sommermonaten auf der langen 50-Meter-Bahn fast täglich trainieren. Wir müssen uns auch in der Freiwassersaison mit der engen Halle begnügen (25-Meter-Bahn). Das wirft uns im Sommer entscheidend zurück, wenn wir auch keine Kosten und Wege scheuen, um zumindest ab und zu ein Freibad aufzusuchen. Wenn wir erst 1974–75 ein Freibad erhalten, dann sind die jetzt vorhandenen Talente längst über ihre beste Zeit hinaus.«

Vorsitzender Kurt Debus, der durch seine Fragen bei einer Parteiveranstaltung den Freibad-Stein wieder ins Rollen brachte, gibt die Schlacht noch nicht verloren: »Es muss doch möglich sein, vom Land zumindest eine Zuschussbewilligung zu bekommen, wenn die Stadt ihre Eigenmittel zur Verfügung stellen will. Oder zählt heute eine Eigeninitiative nicht mehr?« Debus hält die Akte Schwimmbad noch nicht für abgeschlossen. »Ich werde mich auch an den zuständigen Minister wenden, wenn es notwendig ist.«

Beim Schwimmverein ist man jedoch nicht ganz sicher, ob die Stadt nun wirklich mit Druck um eine Bewilligung bemüht ist. Man darf nach Ansicht der Schwimmer nicht lockerlassen und eine Absage der Regierung nicht kommentarlos hinnehmen.

Doch zurück zur Situation der Schwimmer. Die Willicher Halle, 1965 als Forschungsauftrag erstellt, zeigt heute bereits Mängel. So reicht das enge Becken kaum noch aus, um einen entsprechenden Übungsbetrieb der Schwimmer durchzuführen. Und ein Wasserballtraining ist überhaupt nicht möglich, da die Scheiben der Glasfront nicht bruchsicher sind.

»Wir wollen nicht klagen, obwohl wir uns sehr einschränken müssen, wenn wir ein weiteres Ziel sehen. So wie die Stadt jedoch zur Zeit die Schwimmbadfrage behandelt, sehen wir kein Morgenrot«, ist die Meinung im Vorstand des Schwimmvereins.

Kurt Debus macht den Vorschlag: »Man sollte zwar in erster Linie an den öffentlichen Badebetrieb und an die Möglichkeit denken, dem Bürger ein Freibad zu bieten, doch die sportliche Seite könnte die Stadt ruhig auch in die Waagschale werfen. Vielleicht hilft das im Zeichen der nahenden Olympischen Spiele. Wir würden es durch Leistung danken.«

Am 26. Februar zeigte sich die Willicher Volkszeitung meinungsfreudig, was die Pläne für das Freibad betraf:

Nachhaken

Der Sport- und Jugendausschuss der Stadt will sich Anfang März noch einmal eingehend mit dem geplanten Freibad-Bau in Willich befassen. Das Freibad war bekanntlich ein vorläufiges Opfer der kommunalen Neugliederung geworden, da die alte Gemeinde Willich bereits geplant und auch vorfinanziert hatte, das Geld jedoch plötzlich nicht mehr vorhanden war.

Nun soll es jedoch nicht so sehr am Geld als an der Genehmigung der Landesregierung liegen. Hier jedoch hat die Stadt stets einen breiten Spielraum. Die wichtigste Frage ist hier, ob die Stadt sich wirklich mit allem möglichen Einsatz um die Verwirklichung des Projekts bemüht hat oder ob man eine Ablehnung der Regierung kommentarlos hingenommen hat. Gerade in den letzten Jahren hat sich bei der Durchführung größerer Sportobjekte im Kreisgebiet immer wieder gezeigt, dass man nur durch persönliche Rücksprachen bei der Regierung, die mit allem Nachdruck geführt werden müssen, die Zuschussbewilligungen erhalten hat.

Die Notwendigkeit eines Freibads ist in der Stadt Willich unbestritten. Da die Gelder bereitgestellt werden können und auch die sportlichen Leistungen und das Interesse der Bürgerschaft da sind, kann man im Zeichen der nahestehenden Olympischen Spiele und der intensiven Sportförderung nicht einsehen, dass sich gerade im Falle Willich die Landesregierung stur zeigen sollte.

Vielleicht nimmt der Sportausschuss dieses Grundlage einmal zum Anlass ernster Beratungen. Zumindest die ersten Arbeiten sollten noch in diesem Jahr durchgeführt werden, sonst hat Willich frühestens 1973 ein Freibad.

Am 8. März berichtete die Rheinische Post über die inzwischen erfolgte Sitzung des Sport- und Jugendausschusses:

Freibad größer und attraktiver – Umkleidehäser für zwei Sportplätze

Noch in diesem Jahr soll das Schwimmzentrum in Willich ausgebaut werden, sollen auf den Sportplätzen Anrath und Neersen Umkleidehäuser entstehen. Dazu hat sich der Sport- und Jugendpflegeausschuss der Stadt in seiner letzten Sitzung entschlossen. Drei Stunden lang beriet der Ausschuss in Anwesenheit von Architekt Dr. Limmer, Stadtdirektor Hüsers, Kämmerer Titgens und den Beigeordneten Dr. Spallek und Pfirsching über diese drei geplanten Willicher Bauvorhaben.

Der Meerbuscher Architekt Dr. Limmer, der bereits die Hauptschule in Willich gebaut hat, erläuterte anhand von Planunterlagen die vorgesehenen Objekte. Nach seiner Ansicht genügt es nicht, neben dem bereits bestehenden Hallenbad ein Freibad zu bauen. Vielmehr müsse das Hallen- mit dem Freibad kombiniert werden. So sei stets die Möglichkeit vorhanden, vom feuchten Nass ins trockene Nass zu wechseln. Der Architekt zeigte auch einige fundamentale Mängel der bereits bestehenden Anlage auf, die aber zusammen mit der Erweiterung beseitigt werden könnten. Die Planung sieht in unmittelbarer Nähe des Schwimmzentrums ein kleines Haus für den Schwimmmeister vor. Vorgesehen war ursprünglich, an dem 50 Meter langen Schwimmerbecken einen Sprungturm zu errichten. Dagegen hat sich jedoch die Regierung ausgesprochen. Bei einem ortstermin am 9. März soll geklä werden, ob der Turm unerwünschte Nebenwirkungen haben wird oder nicht.

Nach überschlägiger Berechnung ist mit Gesamtkosten von etwa 2,4 Millionen Mark zu rechnen. Das teilte der Architekt auf die Frage von Kämmerer Titgens mit. Entgegen aller Erwartungen darf die Stadt doch noch auf einen Zuschuss hoffen, der allerdings mit 150.000 Mark recht bescheiden bemessen ist. Stadtdirektor Hüsers sprach sich trotz der ungünstigen Voraussetzungen für einen baldigen Baubeginn aus. Im ersten Bauabschnitt sollen die Anbauten und die verschiedenen Becken entstehen. Noch in diesem Jahr könnten dafür 700.000 Mark aus dem Etat bereitgestellt werden.

Einstimmig sprach sich der Ausschuss dafür aus, dass das Schwimmerbecken acht statt ursprünglich sechs Bahnen erhält. Erst so kann es für internationale Wettkämpfe zugelassen werden. In etwa vier Wochen will Dr. Limmer die überarbeiteten Pläne mit einer genauen Kostenaufstellung vorlegen.

Am 12. März ließen sich die Verantwortlichen der Stadt in der Willicher Volkszeitung noch im Konjunktiv zitieren, die Zeitung selbst lässt zwischen allerlei zum RP-Artikel wortgleichen Sätzen keinen Zweifel daran, dass sie ihren Teil zum baldigen Bau beigetragen hat:

Freibad noch in diesem Jahr? Sportausschuss für schnellen Baubeginn/Regulierungsdelegation informierte sich an Ort und Stelle

In einer fast dreistündigen, vom Vorsitzenden Commans zügig abgewickelten Sitzung des Sport- und Jugendpflegeausschusses wurde in Anwesenheit von Architekt Dr. Limmer (Meerbusch), Stadtdirektor Hüsers, Kämmerer Titgens und der Beigeordneten Dr. Spallek und Pfirsching eingehend über die Erweiterung des Schwimmzentrums in Willich und die Errichtung von Umkleidehäusern auf den Sportplätzen in Anrath und Neersen diskutiert. Alle drei Projekte sollen voraussichtlich noch in diesem Jahr in Angriff genommen werden.

Architekt Dr. Limmer erläuterte anhand von Planunterlagen die vorgesehenen Objekte. Nach den Vorstellungen des Architekten genügt es nicht, neben dem bereits bestehenden Hallenbad ein Freibad zuzubauen. Vielmehr müsse das Ganze als kombiniertes Hallen-/Freibad erstellt werden. Eine solche Anlage wird erst interessant, wenn für die Besucher ein Wechseln vom Hallen- ins Freibad und umgekehrt gegeben ist. Die Kombination bringt damit einen höheren Komfort bei einem geringeren Aufwand.

Die ursprüngliche Planung sah ein Springerbecken mit einem Zehn-Meter-Turm, ein Schwimmerbecken 50 Meter lang, 1,8 Meter durchgehend tief und sechs Bahnen sowie ein Nichtschwimmerbecken vor. Beide Becken sollen durch einen Schwimmkanal mit einem vorgesehenen Wärmeraum verbunden werden. Abschließend meinte Architekt Dr. Limmer, dass es auch möglich sei, eine Wellenmaschine einzubauen und ein Wellenbad zu machen.

Stadtdirektor Hüsers meinte dazu: »Es wäre sehr schön, wenn das alles durchgeführt werden könnte, einschließlich Wellenmaschine.« Aber die Stadt müsse sich nach der Finanzdecke strecken. Entgegen aller bisherigen Erwartungen kann die Stadt nun doch noch mit einem Zuschuss zu rechnen, der aber gemessen an der Kostensumme von über zwei Millionen mit 150.000 DM mehr als bescheiden bemessen ist.

Kämmerer Titgens wollte mit Recht wissen, was dieser Bauabschnitt kostet. Nach überschläglicher Berechnung gab Dr. Limmer 2,4 Millionen an. »Wenn Sie sich beeilen, können Sie das Bad im Frühjahr 1973 in Betrieb nehmen«, meinte Dr. Limmer.

Nach den Angaben des Kämmerers könnten in diesem Jahr noch 700.000 DM zur Verfügung gestellt werden, und die restlichen 1,7 Millionen müssten auf die Rechnungsjahre 1972/73 verteilt werden. Einstimmig vertrat der Ausschuss die Ansicht, dass das Schwimmerbecken mit acht Bahnen ausgestattet werden soll und so internationale Maße erhält und für Wettkämpfe zugelassen wird.

Nach bisher unbestätigten Informationen soll es noch in diesem Jahr grünes Licht für das Freibad Willich geben. Die Volkszeitung würde sich sehr darüber freuen, denn ohne die Arbeit irgendeiner Person zu schmälern dürfen wir behaupten, dass unsere laufenden Veröffentlichungen und Anregungen mit dazu beigetragen haben, dieses Projekt zu planen und durchzuführen.

Große Ehre wurde Reiner Förster und Oliver Musch zuteil, wie die Willicher Volkszeitung am 9. Juli 1971 wusste:

Schwimmer auf Helgoland

Eine Einladung nach Helgoland belohnte Willichs beste junge Kraulschwimmer für ihren bisherigen Trainingsfleiß und ihre guten Leistungen. Reiner Förster und Oliver Musch, beide vom Jahrgang 1960, wurden vom Deutschen Schwimmverband zu einem Nachwuchslehrgang der Freistilschwimmer auf die Nordseeinsel Helgoland eingeladen. Ihr Trainingspensum im dortigen Meerwasserbecken beträgt täglich sechs Kilometer.

Am 16. Juli 1971 vermeldete ebenfalls die Willicher Volkszeitung:

16 Mal in der DSV-Bestenliste

Der Schwimmverein Willich 1965 bekam jetzt auch die offizielle Bestästigung für seine gute Jugendarbeit. In der neuen Rangliste des Deutschen Schwimmverbands, in der 286 Veranstaltungen des Jahres 1971 bis einschließlich 15. Mai verarbeitet worden sind, werden sechs junge Schwimmer aus Willich gleich 16 Mal aufgeführt. Die Hälfte dieser Plätze belegt der 12-jährige Realschüler Reiner Förster, dessen Name achtmal erscheint.

Seine besten Platzierungen sind über 200 Meter Rücken und über 100 Meter Lagen, wobei er jeweils den zweiten Platz hinter Michael Nett vom Amateur SC Duisburg einnimmt. Der gleichaltrige Oliver Musch ist in der Bestenliste des Jahrganges 1960 dreimal verzeichnet. Inzwischen würde auch seine neulich in Uerdingen geschwommene 100-Meter-Freistilzeit von 1:12,5 Minuten für einen Platz in der Bestenliste reichen. Ebenso die 37,8 seines achtjährigen Bruders Oliver Musch über 50 Meter Freistil. Doch der Jahrgang 1963 wird noch nicht geführt.

Stefan Molter nimmt in den Brustdisziplinen des Jahrgangs 1960 die Plätze drei und zwei in der Bundesrepublik ein, Michael Zobel den fünften Rang über 200 Meter des Jahrgangs 1959.

Die DSV-Bestenliste Jahrgang 1959: 200 Meter Brust: 5. Michael Zobel 3:07,6.

Jahrgang 1960: 100 Meter Freistil: 4. Reiner Förster 1:13,1; 200 Meter Freistil: 3. Förster 2:40,2, 4. Oliver Musch 2:43,1; 400 Meter Freistil: 4. Förster 5:43,2, 5. Musch 5:49,2; 200 Meter Rücken: 2. Förster 3:04,5; 100 Meter Delphin: 3. Förster 1:25,0; 200 Meter Delphin: 3. Förster 3:21,5; 200 Meter Lagen: 5. Förster 3:05,1; 100 Meter Lagen: 2. Förster 1:26,1, 5. Musch 1:26,5; 100 Meter Brust: 3. Stefan Molter 1:31,9; 200 Meter Brust: Molter 3:23,7.

Jahrgang 1961: 50 Meter Freistil: 4. Michael Brungs 34,8; Jahrgang 1962: 50 Meter Freistil: 2. Jens Großmann 38,4.

Willicher Volkszeitung und Rheinische Post berichteten im Februar bzw. März 1972 wortgleich:

10 Willicher in der WSV-Bestenliste

Die Bestenliste des Westdeutschen Schwimmverbandes für das Jahr 1971 wimmelt von Namen junger Willicher Schwimmer. Insgesamt 60 Mal sind Michael Zobel (Jahrgang 1959), Reiner Förster, Stefan Molter, Oliver Musch (alle 1960), Michael Brungs, Michael Schaaf (beide 1961), Jens Großmann, Jürgen Neyer (beide 1962) und Florian Musch (1963) sowie erstmals auch ein Mädchen, Iris Pempelfort (1962) vertreten. Florian Musch ist in fünf Wettbewerben Jahrgangsbester, zweimal Zweiter und einmal Dritter, Reiner Förster zweimal Bester und siebenmal Zweiter. Die Statistik des WSVs verzeichnet den Schwimmverein Willich 1965 auf den vorderen Rängen: sieben erste Plätze, 14 zweite, neun dritte, zehn vierte, sieben fünfte und acht sechste.

Noch mehr dominieren die Schützlinge von Trainer Max Großmann und Randolf Hänisch in der Bestenliste des Schwimmbezirks Düsseldorf, in der auch noch Gudrun Förster (1958), Gudrun Hänisch (1963), Isabell Krebs (1965), Jürgen Rauch (1954), Michael Dammer, Hans-Peter Dirkx (beide 1955), Heinz-Josef Grünert (1958), Gosbert Schröder (1961), Matthias Hänisch (1962), Manfred Lampe (1964) und Ulf Großmann (1965) auftauchen. Bei 28 ersten Plätzen, 18 zweiten, 15 dritten, acht vierten, drei fünften und sieben sechsten kam der SV Willich zu 97 Platzierungen unter den jeweils ersten Zehn.

1972

Auf der Jahreshauptversammlung am 4. März 1972 wurde der bisherige Geschäftsführer Friedich Lindner zum Vorsitzenden gewählt. Bernd Ißler übergab sein Amt als Technischer Leiter an Siegfried Kurze, die Geschäftsführung übernahm Irmgard Lindner.

Der Vorsitzende des WSV-Schwimmbezirks Düsseldorf, Karl Tilgier, überreichte Max Großmann eine besondere Ehrung: Als erfolgreichstem Nachwuchstrainer des Westdeutschen Schwimmverbandes wurde ihm die höchste Auszeichnung, die Franz-Krewinkel-Plakette, verliehen. Diese hohe Auszeichnung wird vom Bezirk Düsseldorf nur einmal im Jahr vergeben. Unter der Leitung von Max Großmann war es der C-Schüler-Mannschaft des Willicher Schwimmvereins gelungen, unter 163 Vereinen in der Bundesrepublik den ersten Deutschen Meistertitel für den Schwimmverein Willich zu erringen. Zum Ende des Jahres kam ein deutscher Jahrgangsrekord durch den elfjährigen Reiner Förster über 400 Meter Lagen hinzu.

Finanziell hatte der neue Vorstand dank der Zuschüsse der Stadt weiter Planungssicherheit, wie die Rheinische Post am 24. März 1972 berichtete:

Jugend- und Sportausschuss verteilte Zuschüsse: Auch der kleinste Klub erhält Geld

Aus Schloss Neersen kommt erfreuliche Kunde für die 27 Sportvereine der Stadt: Sie erhalten dieses Jahr rund 29.000 Mark Zuschüsse. Kein einziger Klub geht dabei leer aus, für alle gibt es einen Sockelbetrag in Höhe von 300 Mark, dazu 2,50 Mark für jedes erwachsene und 5 Mark für jedes jugendliche Mitglied. Das beschloss der Jugend- und Sportausschuss Mittwochabend im Schloss.

Der Ausschuss beschloss ferner, für Jugendfahrten auch künftig pro Teilnehmer und Tag zwei Mark zu zahlen. Die Dauer der Fahrten soll jedoch grundsätzlich nur noch bis zu 30 Tagen akzeptiert werden.

Über den Antrag des Jugendfreizeitheimes »Offene Tür« in Anrath, 10.000 Mark zu den Betriebskosten beizusteuern, gab es eine längere Diskussion. Die Erhöhung des bisherigen Zuschusses um 100 Prozent schien einigen Ausschussmitgliedern »sehr reichlich«. Als sie erfuhren, dass die Kapazität des Hauses durch die Josefshalle und die Einstellung einer zweiten Kraft erweitert worden sei, gab die Mehrheit schließlich doch ihr Plazet.

600 Mark Zuschuss erhält das Jugendheim der »Teiloffenen Tür« in Schiefbahn, Königsheide 8–10, zu den laufenden Betriebskosten dieses Jahres. Hundert Mark zur Beschaffung eines Wanderpokals bekommt die Gemeinschaftshauptschule Neersen, die ein Hallenhandball-Turnier sämtlicher Hauptschulen Willichs veranstalten will. Abgelehnt wurde der Antrag des SV »Niersia« Neersen auf nachträgliche Erstattung von 132 Mark für Werbegeschenke. 400 Mark bekommt der RSV Blitz Schiefbahn für die Anschaffung von Plaketten, die beim ersten Willicher Volksradfahren ausgegeben werden sollen. Bedauert wurde, dass diese Veranstaltung aus Termingründen nicht im Rahmen der Willicher Sportwochen 1972 durchgeführt werden kann.

Mit großem Interesse wurde der Bericht der Vorbereitungskommission für diese Sportwochen entgegengenommen. Bis zum 30. April müssen die Vereine das Veranstaltungsprogramm vorlegen. Für die einzelnen Sportarten wurden inzwischen Obleute gewählt, die die Koordinierung vornehmen werden. Ehrung der Stadtbesten und der Spitzensportler soll erst Ende des Jahres in der Niershalle sein. Die Siegerehrung anlässlich der Sportwochen erfolgt jedoch im Anschluss an die Veranstaltungen.

Der Vorsitzende des Ausschusses, Manfred Spicker, teilte mit, das Bundesinstitut für Sportwissenschaft in Köln sei bereit, einen Sportstättenleitplan für ganz Willich auszuarbeiten. Die Kosten beliefen sich auf rund 20.000 Mark. Der Sportausschuss legte dem Rat nahe, den Auftrag für diesen Plan so schnell wie möglich zu vergeben, damit er bis April nächsten Jahres vorliegen könne.

Beigeordneter Dr. Spallek stellte günstige Zuschussbedingungen für verschiedene Projekte in Aussicht. 50.000 Mark seien vom Land an Beihilfen für das Umkleidehaus am Sportplatz Neersen zu erwarten. Der Zuschuss für das Freibad in Willich 1 werde sich um 25.000 Mark auf 175.000 Mark erhöhen.

Für die neue Sporthalle in Schiefbahn, die in Verbindung mit dem Gymnasium St. Bernhard errichtet werden soll, ist laut Dr. Spallek eine Finanzierung zu je einem Drittel durch Land, Kultusministerium und Stadt vorgesehen. Für den zweiten Sportplatz in Schiefbahn könne – allerdings erst 1973 – mit einem Zuschuss von 150.000 Mark gerechnet werden. Vielleicht sei jedoch bei Aufnahme des Projekts in das Sonder-Investitionsprogramm eine kurzfristige Verwirklichung möglich. Wenn der Turn- und Sportplatz an der Hauptschule in Willich 1 als Musteranlage ausgestaltet wird, ist auch für dieses Projekt eine 50-prozentige Beihilfe für 1973 zu erwarten.

Die Planungen für das Willicher Freibad kamen voran, wie die Rheinische Post am 10. Mai 1972 berichtete:

Freibad wird im Oktober begonnen – Willicher Rat billigte Vergabe an einen Generalunternehmer – Fertigstellung bis 1974

Ohne Gegenstimme und mit drei Enthaltungen billigte der Rat der Stadt Willich bei seiner gestrigen Sitzung in der Schiefbahner Kulturhalle eine Empfehlung des Haupt- und Finanzsausschusses, den Neubau eines Freibades in Alt-Willich einem Generalunternehmer zu übertragen. Dadurch ergibt sich für die Stadt der Vorteil, dass sie es beim Freibadbau nur mit einem Unternehmer zu tun hat und sich 18 Einzelausschreibungen ersparen kann.

Der Bau eines Freibades in Willich war in der letzten Neujahrsansprache von Bürgermeister Dr. Lamers als vordringlich bezeichnet worden, wobei als Baubeginn Mai 1972 angegeben wurde. Diesen Termin musste Stadtdirektor Hüsers allerdings revidieren, wenn das Projekt einem Generalunternehmer übergeben werde. Als neuer Baubeginn wurde gestern Oktober dieses Jahres genannt, nachdem der verantwortliche Architekt Dr. Limmer die Ausschreibungsunterlagen bis August herausgeben will.

An diesem Termin des Baubeginns entzündete sich auch eine kurze Diskussion, wobei vor allem Heinrich Schwengers (FDP) wissen wollte, was die Stadt machen würde, wenn Dr. Lammer den Termin nicht einhalte. Stadtdirektor Hüsers wies aber auf eine Protokollnotiz hin, nach der Dr. Limmer den August fest zugesagt habe.

Für die SPD plädierte Alfred Rohmeis im Sinne des Antrages und argumentierte nicht zuletzt mit einer Entlastung der Verwaltung. »Auch wenn wir das Projekt allein machen, wäre eine Bauverzögerung nicht auszuschließen«, meinte er.

Die Zustimmung zur Verwaltungsvorlage fiel den Ratsherren nicht zuletzt deshalb leicht, weil bei einem Generalunternehmer keine Kostensteigerungen (der Bau ist mit 4,3 Millionen Mark veranschlagt) eingeplatn werden brauchen und der Architekt bei einer Aussprache mit dem Vorsitzenden des Bauausschusses und der Verwaltung verbindlich erklärt hat, dass bei Abschluss eines Generalunternehmervertrages das Freibad auf jeden Fall mit Beginn der Badesaison 1974 benutzt werden kann.

In der Bestenliste 1972 des Deutschen Schwimmverbandes waren Reiner Förster (achtmal Plätze 2 bis 10), Florian Musch (viermal Plätze 1 bis 10), Michael Zobel (zweimal Plätze 7 und 8), Iris Pempelfort (einmal Platz 4), Michael Brungs (einmal Platz 4) und Stefan Molter verzeichnet.

Die Bestenliste des WSV-Bezirks Düsseldorf sah einige SV-Schwimmer gar auf dem ersten Platz, wie die Willicher Volkszeitung Anfang 1973 berichtete:

Neunmal auf Platz 1

Willichs junge Schwimmer haben ihre führende Position im Bezirk Düsseldorf des Westdeutschen Schwimmverbandes im Olympiajahr 1972 weiter gefestigt. In der jetzt vom Jugendwart veröffentlichten Jahrgangsbestenliste nimmt der Realschüler Reiner Förster in neun Disziplinen des Jahrgangs 1960 den ersten Platz ein. Im Jahrgang 1963 führt Florian Musch fünfmal. Stefan Molter ist Bester unter den 200-Meter-Brust-Schwimmern des Jahrgangs 1960, während mit Iris Pempelfort (Jahrgang 1962) über 100 Meter Brust erstmals auch ein Mädchen des SV Willichs in führender Position erscheint.

Die Plätze der Willicher in der Jahresbestenliste:

Jungen 100 Meter Freistil 1960: 1. Reiner Förster 1:07,0; 2. Oliver Musch 1:07,8; 1961: 2. Michael Brungs 1:12,5; 7. Michael Schaaf 1:15,6; 1962: 5. Jens Großmann 1:24,6; 1963: 1: Florian Musch 1:21,5; 7. Bernd Cranen 1:38,3; 1964/65: 2. Manfred Lampe 1:37,5; 3. Ulf Großmann (1965) 1:37,6.

200 Meter Freistil 1960: 1. Förster 2:30,9, 3. Oliver Musch 2:33,2; 1961: 2. Brungs 2:40,6; 3. Schaaf 2:46,2; 1962: 7. Jens Großmann 3:06,7; 1963: 1. Florian Musch 2:55,0; 5. Cranen 3:42,7; 1964/65: 3. Ulf Großmann (1965) 3:31,2.

400 Meter Freistil 1960: 1. Förster 5:10,2 – 800 Meter Freistil 1961 und jünger: 4. Florian Musch (1963) 12:52,3; 5. Jens Großmann (1962) 13:15,0.

100 Meter Brust 1955: 8. Hans-Peter Dirkx 1:21,1; 1959: 2. Michael Zobel 1:18,9; 1960: 6. Stefan Molter 1:29,9; 1962: 10. Matthias Hänisch und Jörg Schouren je 1:46,8; 1963: 3. Florian Musch 1:42,8.

200 Meter Brust 1959: 4. Zobel 2:57,2; 1960: 1. Molter 3:11,5; 1962: 9. Hänisch 3:47,7.

100 Meter Rücken 1960: 1. Förster 1:21,2; 5. Oliver Musch 1:26,8; 1961: 4. Schaaf 1:26,4; 1962: 7. Jens Großmann 1:36,5; 10. Jürgen Neyer 1:38,6; 1963: 2. Florian Musch 1:36,5.

200 Meter Rücken 1959: 8. Zobel 3:00,2; 1960: 1. Förster 2:51,9; 2. Oliver Musch 2:56,2; 7. Uwe Schmidt 3:22,9; 1961: 2. Schaaf 3:10,1; 1962: 4. Jens Großmann 3:34,6.

100 Meter Delphin 1960: 1. Förster 1:14,8; 5. Oliver Musch 1:28,0; 1961: 7. Schaaf 1:36,7; 9. Brungs 1:38,9; 1962: 4. Neyer 1:51,4; 6. Jens Großmann 1:53,8; 1963: 1. Florian Musch 1:49,3.

200 Meter Delphin: 1. Förster 2:53,4; 5. Schmidt 4:05,0; 1961: 2. Schaaf 3:37,1.

200 Meter Lagen 1959: 6. Zobel 2:54,8; 1960: 1. Förster 2:49,9; 1961: Schaaf 3:11,8; 1963: Florian Musch 3:24,9.

400 Meter Lagen 1960: 1. Förster 6:02,3.

Mädchen 200 Meter Freistil 1962: 6. Iris Pempelfort 3:27,0 – 100 Meter Brust 1957: 4. Gudrun Förster 1:29,3; 1962: 1. Pempelfort 1:35,6 – 200 Meter Brust 1957: 7. Förster 3:18,8; 1962: 2. Pempelfort 3:45,0; 7. Elke Hoevels 3:51,9; 1963: 5. Gaby Dornbusch 4:22,6 – 100 Meter Rücken 1962: 6. Martina Heinz 1:42,7; 1963: 6. Gudrun Hänisch 1:50,0 – 200 Meter Rücken 1962: 3. Heinz 3:59,3; 1963: 3. Hänisch 3:51,6.

Aufgrund dieser hervorragenden Leistungen erhielten Michael Zobel und Stefan Molter Einladungen zu einem WSV-Lehrgang in Peskara (Italien). Die Willicher Volkszeitung berichtete im Juni 1972:

Zum Training nach Italien

Der Trainingsfleiß der jungen Willicher Schwimmer wird belohnt. Die beiden 12- und 13-jährigen Gymnasiasten Stefan Molter und Michael Zobel begannen am Mittwoch in Dortmund eine »Traumreise« nach Italien. In der mittelitalienischen Hafenstadt Pescara an der Adriaküste nehmen sie an einem Brustschwimmer-Trainingslager teil, das der italienische und der deutsche Schwimmverband gemeinsam veranstalten. Am 1. Juli werden sie in Willich zurückerwartet.

Michael Brungs, Michael Schaaf, Oliver Musch, Florian Musch und Jens Großmann verbringen einen Teil ihrer Ferien auf der Insel Helgoland, wo der Westdeutsche Schwimmverband vom 26. Juni bis 12. Juli einen Trainingslehrgang im Meerwasserbecken abhält.

Reiner Förster schließlich erhielt vom Deutschen Schwimmverband eine Einladung zu einem Lehrgang des DSV-Nachwuchskaders vom 22. Juli bis 6. August. Der Ort ist noch nicht bekannt.

Am 7. Juli 1972 – die Spitzenschwimmer waren aus Rom zurückgekehrt – lagen der Willicher Volkszeitung weitere Informationen vor:

Vierter in Rom

Braungebrannt kehrten die jungen Brustschwimmer Stefan Molter und Michael Zobel von ihrem zweiwöchigen deutsch-italienischen Nachwuchslehrgang in der Küstenstadt Pescara an der Adria zurück.

Trotz der Strapazen, sie schwammen bis zu zehn Kilometer pro Tag, wären sie gerne noch im sonnigen Italien geblieben. Höhepunkte der Reise war die Teilnahem am 2. Gran Premio Citta die Roma im Olympiastadion, bei dem der 13-jährige Michael Zobel über 200 Meter Brust in 2:58,7 Minuten den vierten Rang unter 37 Teilnehmern belegte. Über 100 Meter Brust wurde er bei 51 Teilnehmern nach einem Vorlaufsieg Fünfter im Endlauf mit 1:24,9 Minuten.

Bei einer Stadtrundfahrt besichtigten die Willicher Schwimmer das Kolosseum, Capitol, Fontana di Trevi und den Petersdom. Bei einem weiteren Wettkampf in Pescara siegte Michael Zobel in 1:25,0 Minuten über 100 Meter Brust und wurde Dritter über 200 Meter Lagen.

[…] Reiner Förster bekam von Trainer Max Großmann einen Trainingsplan, den er während des Besuches bei seiner Großmutter in der DDR einhalten soll. Nach den Deutschen Schülermeisterschaften vom 13. bis 16. Juli in Bonn-Bad Godesberg nimmt er an einem Lehrgang des DSV-Nachwuchskaders im neuen Schwimmleistungszentrum Kön teil.

Vom 13. bis 16. Juli 1972 gingen in Bad Godesberg unsere schnellsten Nachwuchsschwimmer bei den Deutschen Jahrgangsmeisterschaften an den Start. Florian Musch erkämpfte sich in überragender Form einmal Gold und sechsmal Silber, Reiner Förster zweimal Bronze, Iris Pempelfort und Michael Brungs je einmal Bronze.

Das VII. Internationale Nachwuchsschwimmfest in Kassel am 23. und 24. September 1972 zeigte, dass die Erfolge auf Meisterschaften kein Zufall waren: Florian Musch (zweimal Gold, einmal Silber), Michael Zobel (einmal Gold), Reiner Förster (zweimal Silber, einmal Bronze) und Iris Pempelfort (einmal Bronze).

Einen weiteren, fünftägigen Lehrgang besuchte Michael Zobel im Oktober in der WSV-Schwimmschule Übach-Palenberg. Zusammen mit den Willicher Nachwuchsschwimmern Michael Brungs, Michael Schaaf, Stefan Molter und Oliver Musch nahm er außerdem an einem Wochenendlehrgang des Schwimmbezirks Düsseldorf im Grefrather Hallenbad teil. Sie übernachteten in der Jugendherberge Hinsbeck. Der Trainer des Westdeutschen Schwimmverbandes, Julius Piel, führte Filme von den Schwimmwettbewerben der Olympischen Spiele in München vor.

Auch auf der Bestenleiste des gesamten Westdeutschen Schwimmverbandes tauchten Willicher Schwimmerinnen und Schwimmer auf, wie die Westdeutsche Zeitung vom 29. Januar 1973 zu berichten wusste:

Beate jetzt im Nationalteam: Krefeld oft in der Bestenliste

Die soeben veröffentlichte westdeutsche Leistungsbilanz des Schwimmnachwuchses aus neun Jahrgänge für das Jahr 1972 ist der schlagende Beweis, dass die Seidenstadt über überdurchschnittlichen Nachwuchs verfügt, der sich in dieser Saison sicher erneut einen Namen machen wird.

Mit 14 ersten Plätzen unter 108 möglichen wird untermauert, dass es junge Aktive gibt, die sich ganz hart um den Anschluss an die Besten im Westdeutschen Schwimmverband bemühen. An erster Stelle muss dabei die dreizehnjährige Beate Jasch genannt werden, die DSV-Schwimmwart Hermann Henze aus Bonn als jüngstes Mitglied in die Nationalmannschaft aufnahm.

In der westdeutschen Bestenliste nimmt die im Aegir Uerdingen großgewordene Jungschwimmerin nicht weniger als fünfmal den ersten Platz ein. Im Jahrgang 1959 führt sie die 100 Meter Freistil in 1:05,4 an, ist über 100 und 200 Meter Delphin in 1:09,8 und 2:36,4 ebenso vorn wie in beiden Lagenkonkurrenzen (200 und 400 Meter in 2:38,5 und 5:39,3). Die 200-Meter-Delphinzeit katapultierte sie auch in die Nationalmannschaft. Ihre Vereinskollegin Marion Biedermann setzte sich im Jahrgang 1960 in zwei Disziplinen an die Spitze: Über 100 Meter Freistil mit 1:08,4 und über 100 Meter Delphin in 1:15,6 Minuten.

Auf dem Sprung nach vorn sind dabei Beates Zwillingsschwester Barbara Jasch mit 2:28,6 über 200 Meter Freistil, die Willicherin Iris Pempelfort (Jahrgang 1962) mit 0:43,6 Minuten über 50 Meter Brust und Annemarie Brauers (Jahrgang 1961) von Teutonia St. Tönis mit 3:30,0 über 200 Meter Delphin.

Beim männlichen Schwimmnachwuchs ist erwartungsgemäß der dreizehnjährige Jörg Hamacher von Neptun Krefeld der Jungstar der Seidenstadt. Hier seine vier Spitzenplätze in der Leistungsbilanz 1972: 200 Meter Freistil: 2:15,0, 100 Meter Brust: 1:12,5, 200 Meter Brust: 2:35,0 und 200 Meter Lagen: 2:30,5 Minuten.

Von Teutonia St. Tönis brachte sich Christoph Reiff (Jahrgang 1962) über 50 Meter Brust nach 0:40,9 Minuten vor seinem Vereinskollegen Max Geraedts (0:41,2) in Erinnerung. Florian Musch (Jahrgang 1963) vom SV Willich sorgte für den siebten Spitzenplatz mit 34,0 Sekunden über 50 Meter Freistil.

Schließlich werden auch in der Leistungsbilanz des Deutschen Schwimmverbands Willicher Schwimmer erwähnt, wie die Rheinische Post Anfang Oktober 1972 berichtete:

Siebenmal Beate Jasch

Krefelds Schwimmnachwuchs kann sich sehen lassen. Das geht aus der Leistungsbilanz hervor, die der Deutsche Schwimmverband für die Zeit vom 1. Mai bis 19. September 1972 (50-Meter-Bahnen) vorlegte. Aus zehn Nachwuchsjahrgängen (1955 bis 1964) konnten sich die Nachwuchskräfte aus der Seidenstadt nicht weniger als 32 Mal unter den fünf Besten platzieren.

Absolute Spitzenreiterin ist Beate Jasch (Aegir Uerdingen), die sich allein siebenmal – davon viermal als Beste – in die Leistungsbilanz eintragen konnte. Glanzvoll dabei vor allem ihr Jahrgangsrekord über 100 Meter Delphin in 1:09,8, ihre 2:39,4 über 200 Meter Lagen und der 100-Meter-Freistilsprint in 1:05,4 Minuten.

Im Lager des männlichen Nachwuchses nimmt Hans-Jörg Hamacher (Neptun) eine Sonderstellung ein. Ihn zählt man schon heute als 13-Jährigen zu den großen Nachwuchshoffnungen in der Bundesrepublik über 100 und vor allem 200 Meter Brust. Seine 2:39,5 Minuten in der langen Distanz werden nur viermal von um Jahre älteren Jugendlichen erreicht. Meriten sammelten auch Marion Biedermann (Jahrgang 1960) von Aegir Uerdingen (Beste über 100 Meter Delphin in 1:15,6) und der Willicher Reiner Förster (Jahrgang 1960), der zusammen mit seinen Kollegen Zobel, Florian Musch und Iris Pempelfort die konzentrierte Nachwuchsarbeit des SV Willichs unter Beweis stellt.

Erfreulich bleibt, dass mit dem SV Krefeld 72, SSF Krefeld, Aegir Kempen und Teutonia St. Tönis weitere Clubs aus dem Großraum Krefeld mit Platzierungen ihres Nachwuchses deutlich machten, wie intensiv und erfolgreich am Niederrhein gearbeitet wurde.

Nach dem Erwerb der Fachübungsleiter-Lizenz begann Gerda Wiewandt mit Unterstützung von Barbara Lampe (später Petra Kamphausen) am Montag, 30. Oktober 1972 um 17 Uhr mit dem Anfängerschwimmen für Kleinkinder (ab vier Jahren) im Lehrschwimmbecken der Jahnschule. Dieser mit 28 Kindern begonnene Schwimmunterricht fand bei vielen jungen Müttern so viel Anklang, dass Gerda Wiewandt bald nicht mehr in der Lage war, alle Anmeldungen zu berücksichtigen.

1973

Da das Willicher Parkhaus – bisher Heimstätte für sechs Stiftungsfeste – seine Pforten schließen musste, gingen Werner Wolters, Gisela und Barbara Lampe und viele Helfer des Vergnügungsausschuss an die Arbeit, um im Januar mit dem ersten Kostümball »Aquarius – heut’ Nacht regiert der Wassermann« in der Schiefbahner Kulturhalle allen Mitgliedern und Freunden ein zünftiges Karnevalsvergnügen zu bereiten.

Auf der ersten Pressekonferenz des Vereins am 28.3.1973 erhielten aus der Hand des Vorsitzenden Friedrich Lindner Reiner Förster als Schwimmer des Jahres 1972, Iris Pempelfort als Schwimmerin des Jahres 1972 und Christine Lindner als Kunstschwimmerin des Jahres 1972 Wanderpokale.

Über die Pressekonferenz berichtete die Westdeutsche Zeitung:

12. April 1973

Aufnahmestopp beim Schwimmverein: Trainingsgemeinschaft angestrebt

Eine Trainingsgemeinschaft mit den Vereinen in Kempen und Tönisvorst strebt der Willicher Schwimmverein an. Auf diese Weise könnte man zu leistungsstarken Mannschaften kommen. Dies erklärte der Vereinsvorsitzende Friedrich Lindner bei einer Pressekonferenz vor der Jahreshauptversammlung.

Die Sportler des Schwimmvereins, der noch verhältnismäßig jung ist, seien im vergangenen Jahr besonders aktiv gewesen. Über die kommunalen Grenzen hinaus habe man bei Bezirks-, Landes- und Westdeutschen Meisterschaften auf sich aufmerksam gemacht.

Zur Zeit hat der Willicher Schwimmverein 500 Mitglieder und man sei deshalb, da die Trainingsmöglichkeiten erschöpft seien, zu einem Aufnahmestopp gezwungen. Neben der Trainingsgemeinschaft mit Nachbarvereinen will man jetzt eine Leistungsgruppe von 20 Schwimmern aufstellen. Man wartet im Verein darauf, dass das Willicher Freibad kommt. Dann soll auch eine Wasserball-Abteilung eingerichtet werden und man will das Kunst- und Turmspringen pflegen.

Stolz wurde in der Pressekonferenz eine lange Liste von Willicher Schwimmern präsentiert, die bei den verschiedenen Wettbewerben und Meisterschaften auf hervorragende Plätze kamen.

292 Schwimmprüfungen wurden beim SV Willich im vergangenen Jahr abgenommen. Möglich war dies nur, weil zusätzliche Trainingsstunden im Lehrschwimmbecken in der Jahnschule dem Verein eingeräumt wurden. Bei Übungsstunden mit 120 Kindern seien die Ausbilder des Vereins im Willicher Bad überfordert. Man arbeite mit der DLRG Willich sehr viel zusammen, um zu erreichen, dass jedes Kind vor Eintritt in die Schule bereits ein guter Schwimmer sei.

Der geplante Aufnahmestopp wurde jedoch auf der Jahreshauptversammlung 1973 von der Mehrheit der erwachsenen Mitglieder, insbesondere aus dem Kreis der Trainer, abgelehnt.

Die Teilnahme der Sportschwimmer und der Kunstschwimmerinnen an Bereichs-, Bezirks-, Landes- und Deutschen Jugendmeisterschaften sowie an Internationalen Vergleichskämpfen zeigte, dass nur noch ständig gesteigerte persönliche Bestleistungen ausreichen, um sich gegen die Konkurrenz durchzusetzen: 25 Meisterschaftstage und Internationale Wettkämpfe sahen unsere Jungen und Mädchen am Start. Reiner Förster und Ulf Großmann holten je zwei Landesmeistertitel nach Willich.

Das Willicher Freibad machte große Fortschritte, wie zunächst die Willicher Volkszeitung und später auch die Rheinische Post zu berichten wussten:

28. September 1973

Freibadbau nun endgültig gesichert: Kreditaufnahme für 3,1 Millionen genehmigt

Die Stadt Willich erhält die Möglichkeit, für den Bau der Freibadanlage und für die Errichtung einer Großturnhalle an der Kreisrealschule in Schiefbahn insgesamt 3,1 Millionen Mark Kredite aufnehmen zu können. Diesen Bescheid erhielt Stadtdirektor Bernhard Hüsers in dieser Woche. Die Bewilligung erfolgt über den sogenannten Härtefonds, nachdem die Stadt Willich in ihrer Kreditaufnahme von der Bezirksregierung wesentlich beschränkt wurde.

Insgesamt 5,0 Millionen Mark wollte man haben, und so richtete Stadtdirektor Hüsers einen detaillierten Bericht nach Düsseldorf. Der Erfolg flatterte nun ins Haus.

Doch mit diesem Bescheid sind die Sorgen noch nicht ganz geschwunden, denn nun muss ein Kreditinstitut gefunden werden, das zu den zulässigen Bedingungen von 9 Prozent verleiht. Bei der Verwaltung ist man jedoch zuversichtlich, zu diesem Prozentsatz oder einem ähnlich günstigen das Geld bis zur nächsten Sitzung besorgen zu können.

Der Freibadbau mit Sportbecken, Nichtschwimmerbecken und Umkleidetrakt läuft derzeit gut weiter. Das große Becken ist fast fertig betoniert. Nach Auskunft der Baufirmen kann der Fertigstellungstermin Anfang Juni 1974 eingehalten werden.

Erfreulich, dass auch eine notwendige Parzelle aufgekauft werden konnte. Nach hartnäckigem Sträuben der bisherigen Besitzer hatte die Stadt vor zwei Jahren das Enteignungsverfahren eingeleitet. Bei dem jetzigen Termin konnte die Parzelle zu dem Preis aufgekauft werden, der vor zwei Jahren von der Eigentümerin abgelehnt worden war. Das Bad wird demnach eine Freifläche von rund 25.000 Quadratmetern haben. Eine weitere Liegefläche soll jedoch reserviert werden.

17. November 1973

Freibad-Fahrplan wurde bisher eingehalten

Wenn es weiter nach Plan geht, wird das neue Freibad in Willich am 1. Juni 1974 seine Pforten öffnen. Das verkündete Bürgermeister Dr. Lamers gestern Nachmittag beim Richtfest, zu dem sich viele Gäste aus allen Stadtbezirken eingefunden hatten.

Bisher ist der »Fahrplan« bis auf die drei Wochen Betriebsferien der bauausführenden Firma eingehalten worden. Man konnte sich auf der Baustelle davon überzeugen, dass schon viel geschafft worden ist. Das gesamte Areal ist 28000 Quadratmeter groß, von denen 20000 als Liegefläche gebraucht werden. Die Wasserfläche der drei Becken für Schwimmer, Nichtschwimmer und Kleinkinder ist 2200 Quadratmeter groß. Das Schwimmbad wird zur Landstraße 382 hin (Zubringerstraße zur Autobahn) durch bepflanzte Erdwälle geschützt.

Es war erfreulich zu hören, dass bis jetzt die Kosten des Bades im gesteckten Rahmen geblieben sind.

Bürgermeister Dr. Lamers dankte den Bauhandwerkern für die bisher geleistete Arbeit. Nachdem der Zimmermann vom Dach der Cafeteria den Richtspruch gesagt hatte, begaben sich Handwerker und Gäste zum Richtschmaus in die Gaststätte Krücken an der Peterstraße.

Wie erfolgreich das Jahr 1973 für den SV Willich aus sportlicher Sicht war, lässt sich an der Bestenliste des Deutschen Schwimmverbandes ablesen, die zum Jahresende siebenmal Reiner Förster (Platz 3 bis 10), viermal Florian Musch (Platz 2 bis 8), zweimal Ulf Großmann (Platz 4 und 9), zweimal Michael Zobel (Platz 5 und 7), Oliver Musch (Platz 7), Michael Brungs (Platz 9) und Iris Pempelfort (Platz 10) verzeichnete. Auch in der Mitte der Saison wussten die Zeitungen immer wieder von SV-Platzierungen in der Bestenliste zu berichten, so etwa die Willicher Volkszeitung:

29. Juni 1973

Vier Willicher Schwimmer in Deutscher Bestenliste

Basierend auf den Deutschen Hallenjahrgangsmeisterschaften im Frühjahr dieses Jahres in Schwäbisch Gmünd veröffentlichte der Deutsche Schwimmverband vor kurzem die Liste der Spitzennachwuchsschwimmer der BRD.

Vier Willicher Schwimmer, ein Mädchen und drei Jungen, sind darin unter den ersten Zehn vertreten.

Gleich viermal erscheint der vielseitige Reiner Förster (Jahrgang 1960) in der Bestenliste: über 200 Meter Delphin ist er Dritter, Vierter über 400 Meter Lagen, Siebter über 100 Meter Delphin und Neunter über 200 Meter Lagen. Iris Pempelfort vom Jahrgang 1962 belegt Platz sechs und neun über 100 bzw. 200 Meter Brust.

Michael Zobel, Jahrgang 1959, ebenfalls Bruststreckenspezialist, liegt über 200 Meter Brust in der Deutschen Bestenliste auf Platz drei, über 100 Meter Brust auf Platz acht.

Der Jüngste der Spitzenschwimmer des Schwimmvereins Willich, der 10-jährige Florian Musch, wird über 100 Meter Freistil und 400 Meter Freistil auf Platz acht bzw. zehn eingestuft.

Später meldete die Willicher Volkszeitung ähnliche Erfolge:

23. November 1973

Vier Schwimmer in der Bestenliste

Vier Spitzensportler des Schwimmvereins von 1965 sind in der Deutschen Bestenliste des Deutschen Schwimmverbandes vertreten. Die Ergebnisse stützen sich auf die Leistungen der diesjährigen 50-Meter-Freiwassersaison.

Beste der Sportschwimmer des SVWs ist die elfjährige Iris Pempelfort, die über 100 Meter Brust in 1:31,2 Minuten auf dem 3. Platz genannt wird. Nicht minder gut ist ihr 4. Rang über 200 Meter Brust in 3:17,7 Minuten.

Das vielseitigste Talent des Schwimmvereins Willich, der 13-jährige Reiner Förster, belegt in der Deutschen Bestenliste gleich vier vierte Plätze: 100 Meter Delphin in 1:13,3, 200 Meter Delphin in 2:42,8, 200 Meter Lagen in 2:39,0 und 400 Meter Lagen in 5:44,8 Minuten.

Michael Zobel, mit 14 Jahren der »Senior« der Spitzenschwimmer des SVWs, hat es im Kampf mit den Besten der Bundesrepublik besonders schwer. Sein 5. Rang über 100 Meter Brust in 1:18,7 Minuten ist ein schöner Erfolg.

Schließlich wird der neunjährige Florian Musch genannt, der sich auf der 100-Meter-Freistilstrecke in 1:13,9 Minuten auf dem 9. Platz behaupten konnte.

Nachwuchs in der Nationalmannschaft

Christine Lindner, 16-jährige Tochter des 1. Vorsitzenden des Schwimmvereins Willich und Nachwuchstalent im Kunst- und Synchronschwimmen, erhielt nun den Preis für ihre Trainingsbemühungen und guten Leistungen bei den Deutschen Jugend- und Juniorenmeisterschaften in St. Ingbert: Sie wurde als zweite Schwimmerin des SVW in den C-Kader des Deutschen Schwimmverbandes, die Nachwuchsnationalmannschaft, berufen. – Im letzten Jahr war schon Ines Broermann in den C-Kader aufgenommen worden.

30. November 1973

Lehrgänge für Nichtschwimmer

Der Schwimmverein Willich von 1965 nimmt, nachdem das Lehrschwimmbecken in der Jahnschule in Schiefbahn nach langer Renovierungspause in Stand gesetzt worden ist, seine Lehrgänge für Nichtschwimmer wieder auf. Sie beginnen am Montag, dem 3. Dezember, um 17 Uhr. Anfragen und Anmeldungen werden von der Übungsleiterin, Frau. G. Wiewandt, während der Trainingsstunden entgegen genommen.

1974

Das Jahr begann verheißungsvoll am 19. Januar 1974 mit dem Aquariusfest »Heut’ Nacht im Orient« in der Kulturhalle, erstmalig mit dem Empfang des Willicher Stadtprinzenpaares.

Insgesamt 17 Kreismeistertitel erreichte der Schwimmverein 1975.

Auf der Jahreshauptversammlung am 23. März 1974 wurde eine neue Satzung verabscheidet. Hugo Hannen trat an die Spitze des Vereins.

Die Kunstschwimmabteilung – jahrelang im Schatten der Sportschwimmer – entsandte Ines Broermann, Christine Lindner, Karin Otrzonsek und Edith Steppen in der Osterwoche zum Länderkampf der Jugend Westdeutscher Schwimmverband gegen den Schwimmverband Philadelphia in die USA. Diese Berufung durch den WSV war der verdiente Lohn für die enorme Leistungssteigerung unserer Kunstschwimmerinnen.

Reiner Förster besuchte einen Ferienlehrgang, über den die Willicher Volkszeitung am 11. Januar 1974 berichtete:

Reiner Förster vom Jahrgang 1960 nimmt zur Zeit auf Einladung des Deutschen Schwimmverbandes an einem Ferienlehrgang in Burghausen/Bayern, nahe der tschechischen Grenze, teil. Der vielseitige Schwimmer schrieb, dass er Freizeitkleidung überhaupt nicht brauche: Badehose und Schlafanzug hätten genügt! So hart ist dort das Training für den hoffnungsvollen Nachwuchs Deutschlands.

Im Mai erfolgte die Gründung der Schwimmstartgemeinschaft DJK Teutonia St. Tönis – Schwimmverein Willich. Im Vorfeld berichtete am 25. April 1974 der Stadtanzeiger:

Leistungsschwimmer

Eine Sitzung der beiden Vorstände der Schwimmvereine Teutonia St. Tönis und des SV Willichs leitete der neue Präsident des SV Willichs, Hugo Hannen. In den Gesprächen ging es um die Bildung einer Startgemeinschaft für Leistungsschwimmer für Staffel- und Mannschaftswettbewerbe. Wie der Vorsitzende des Willicher Schwimmvereins, Friedrich Lindner, dem Wochen-Anzeiger gegenüber berichtete, wird diese Startgemeinschaft eine der Spitzenmannschaften im Westdeutschen Schwimmvereinbad sein und bei zukünftigen Wettbewerben auch auf Bundesebene für Überraschungen sorgen. Die Startgemeinschaft wird die Bezeichnung SSG St. Tönis – Willich tragen.

Im Anschluss an die Gründung reichten die Rheinische Post unbekannten Datums und die Willicher Volkszeitung vom 31. Mai 1974 nahezu wortgleich nach:

31. Mai 1974

Bündnis zweier Vereine: Schwimmsportgemeinschaft St. Tönis – Willich gegründet

Seit Anfang Mai 1974 gibt es zwischen Willich und St. Tönis sportliche Verbindungen besonderer Art: Die Schwimmabteilung der DJK Teutonia 1920 e.V. St. Tönis und der Schwimmverein Willich von 1965 e.V gründeten eine Startgemeinschaft. Die Spitzenschwimmer beider Vereine werden ab sofort unter dem Namen »Schwimmstartgemeinschaft (SSG) St. Tönis – Willich« auf die Startblöcke gehen.

Den Anstoß zu diesem Bündnis gaben zweckempfundene Überlegungen der Vorstände der beiden leistungsstärksten Schwimmverein im Kreis Kempen–Krefeld: Sowohl die Schwimmabteilung der DJK Teutonia St. Tönis als auch der Schwimmverein Willich verfügen über einige ausgezeichnete Nachwuchsschwimmer, die wiederholt bei allen Leistungsvergleichen, bis hin zu Deutschen Jahrgangsmeisterschaften, als Einzelschwimmer hervorragende Ergebnisse erzielt hatten.

In beiden Vereinen des Kreises fehlt es jedoch, im Vergleich zu Großvereinen mit hoher Mitgliederzahl und dementsprechend höherer Nachwuchszahl, an schlagkräftigen Staffelmannschaften, um im Reigen der Besten Deutschlands mitzumischen und auf vordersten Plätzen zu landen.

Dieses Manko, so hofft der neugegründete Vorstand der Vereinigung, scheint nun mit der Gründung der SSG beseitigt zu sein. In elf Paragraphen unterschrieben die ersten Vorsitzenden beider Vereine, Herr Hinskes von St. Tönis und Herr Lindner von Willich, eine Vereinbarung, die in ihren wichtigsten Passagen Folgendes aussagt:

Beide Vereine bleiben eigenständig. In die SSG werden nur Spitzenschwimmer übernommen, die dann auch nur Startrecht innerhalb der Startgemeinschaft haben. Die Schwimmer der Allgemeingruppen beider Vereine nehmen nach wie vor unter dem Namen ihres Stammvereins an Wettkämpfen teil. Beide Vereine sind gehalten, eine intensive Nachwuchsschulung zu betreiben und kontinuierlich die besten Schwimmer der Partnervereine in die Startgemeinschaft übergehen zu lassen.

Anlässlich der letzten Vorstandssitzung des SV Willichs unter dem Vorsitz des Präsidenten Hugo Hannen wurden in das Vorstandsgremium gewählt: Als Vorsitzende für St. Tönis Rudolf Reiff, für Willich Friedrich Lindner; als Trainer Peter Borg bzw. Max Großmann, als Kassenwarte Frau van Zütphen bzw. Frau Schaaf sowie die Jugendwarte beider Vereine. Als Sachverständiger in Verfahrensfragen wurde Hans-Georg Dumjahn (Willich) bestimmt.

Bürgermeister Dr. Lamers übergab am 20. Juli 1974 das neue Freibad der Öffentlichkeit – ein Freudentag für die gesamte Willicher Schwimmerjugend. Die Rheinische Poste berichtete wenige Wochen zuvor:

25. Juni 1974

Freibad-Eröffnung erst am 20. Juli: Dann Kampf um Platz an der Sonne – Viel Wasser, aber zu wenig Rasen

Willichs Freunde des Wassers und der Sonne werden noch eine Weile in fremden Gewässern schwimmen müssen. Das neue Freibad hat den Anschluss an den Sommeranfang verpasst, und daran ist der Frühling schuld, der trüb und regnerisch die Becken des Bades zu früh mit Wasser füllte. Ursprünglich sollte die Sportanlage Anfang Juni fertig sein. Als neuer Eröffnungstermin ist jetzt der 20. Juli vorgesehen.

An den ersten Sommer-Sonnen-Tagen, in denen Freibäder anderer Orte Besucher in Scharen anlocken, ist Willichs Schwimm-Center noch immer eine Riesenbaustelle. So »wasserarm« war der Ort lange nicht mehr. Seit zehn Jahren gab es zumindest eine acht mal 25 Meter große »Pfütze«, wie böse Zungen sagten: das Becken im Hallenbad. Doch der überdachte Hitze-Zufluchts-Ort früherer Jahre ist mittlerweile auch zur Baustelle aufbereitet: Hier wird renoviert, hier werden die »Kontakte« zwischen drinnen und draußen geknüpft.

Stichtag also: 20. Juli, Samstag, wahrscheinlich ein Tag der offenen Tür für alle Bürger. Über das Eröffnungsprogramm wird der Hauptausschuss noch beraten. Drei Wochen haben die Schwimmmeister demnach Zeit, sich als Ringrichter ausbilden zu lassen. Denn für diesen Sommer ist ein ständiger Kampf um die Plätze zu erwarten: Nur ein kleiner Teil der Rasenfläche (am Hallenbad) ist rechtzeitig fertig. Viel zu wenig für sonnige Wochenenden.

Erst sechs Wochen später, also Ende August, wird eine zweite, etwa 10.000 Quadratmeter große Fläche freigegeben. Dann aber kann der Sommer schon vorbei sein. Hochbauamtsleiter Hasse: »Beim feuchten Wetter und nassen Boden konnte mit den Erdmodellierungsarbeiten nicht früh genug begonnen werden.«

Jetzt wächst der Rasen auf der Fläche zwischen Wasserbecken und der L382, an die das Schwimmbadgelände grenzt, abgeschirmt durch einen begrünten Erdwall.

Wenn auch der Platz zum Sonnenbaden zunächst noch fehlt: Wasser wird von Beginn an genug da sein. Zwei große Becken, eins für Schwimmer, 1,90 Meter tief, 50 Meter lang, acht Bahnen; eine für Nichtschwimmer, mit einer Wassertiefe von 60 Zentimetern an den beiden Querseiten – zur Mitte hin wird das Becken bis zu 1,45 Meter tief. Dazu kommt ein Planschbecken und schließlich noch das Wasser im Hallenbad.

Nicht zu vergessen: Der Schwimmkanal. Wer vom Hallenbad ins Freibad will, geht zunänchst in die Wärmehalle und von dort die Treppe hinunter in den Kanal, der direkt ins Schwimmer-Becken führt. Neben dem Kanal die Caféteria. Die Theke wird in den nächsten Tagen geliefert.

Die Hauptarbeiten müssen an den Becken geleistet werden. Zur Zeit erhält das Nichtschwimmerbecken eine blaue Kunststoffbeschichtung. Im Hallenbereich stehen vornehmlich noch Fliesenarbeiten auf dem Programm. Die ehemalige Eingangshalle des bestehenden Schwimmbades ist nicht wiederzuerkennen: Hier wird ein Gymnastikraum eingerichtet. Vor dem neuen Eingang soll heute mit den Bürgersteigarbeiten begonnen werden.

Und die Willicher Volkszeitung meldete wenige Tage später:

28. Juni 1974

Luftballons verkünden die Freibaderöffnung in alle Welt – Bevölkerung zur Einweihung bei sportlichen Darbietungen und Erbsensuppe eingeladen

Jetzt ist man im Rathaus zuversichtlich, dass in drei Wochen Willichs Freizeitarenal mit Leben erfüllt wird. Der Termin zur Freibadeinweihung ist gemacht, selbst wenn heute noch das 4,5-Millionen-Objekt einer Großbaustelle gleicht. Am Samstag, 20. Juli 74, wird Bürgermeister Dr. Lamers im Beisein vieler Ehrengäste und der Willicher Bevölkerung das Badezentrum an der Schiefbahner Straße seiner Bestimmung übergeben. 500 Luftballons werden es weit über die kommunalen Grenzen hinaus verkünden

Ob Fehlplanung ja oder nein – die Tatsache ist, dass man bei diesen hochsommerlichen Temperaturen auch im Willicher Hallenbad keine Abkühlung findet. Im Rahmen der Koordination der Gesamtbadeanlage ist hier auch eine Baustelle entstanden, die einen Badebetrieb vor dem Einweihungstage nicht mehr zulässt.

Wenn auch der Beobachter bei seinem täglichen Spaziergang nur zögernde Fortschritte beim Freibadbau wahrnimmt, so ändert das nichts daran, dass für den Generalunternehmer Metz aus Viersen der letzte Arbeitstag unverrückbar in drei Wochen feststeht. Eine 22-tägige Schlechtwetterverzögerung nahm man in der Willicher Verwaltung hin, aber jetzt soll und muss geschwommen werden, meint Stadtdirektor B. Hüsers.

Am 20. Juli ist es so weit. Um 10:30 Uhr wird Bürgermeister Dr. Hans Lamers das Badezentrum seiner Bestimmung übergeben. Vom Architekten Dr. Limmer wird er den überdimensionalen Schlüssel entgegennehmen und den Bademeistern überreichen. Ansprachen werden ein wenig Schwimmbadchronik beinhalten und mit Hilfe von 500 Luftballons wird die Stadt verkünden, dass man in Willich den Freizeitwert verbessert hat. Ob auch die Willicher Schüler diese Einweihungsfeier mit Leben erfüllen, hängt von der Zusage des Kreisschulamtes ab, wo man für diesen Tag ab 10 Uhr schulfrei beantragt hat. Auch für das leibliche Wohl ist bei diesem kleinen Volksfest gesorgt. 1500 Portionen Erbsensuppe für 50 Pfennige pro Teller wird der Verpflegungszug des DRK-Zuges Willich 1 anbieten. Darüber hinaus wird die Cafeteria einiges anzubieten haben.

Nach dem offiziellen Teil werden die Deutsche Lebensrettungs-Gesellschaft, Ortsgruppe Willich 1, und der Schwimmverein mit sportlichen Darbietungen im nassen Element begeistern.

Was werden die Gäste aus nah und fern beim anschließenden Rundgang sehen? Kurz gesagt, ein völlig neues Badezentrum, nach modernsten Gesichtspunkten erstellt. Selbst das alte Hallenbad ist modernisiert und dem neuen Teil angeglichen worden. Ein neues Entree wurde als Knotenpunkt Hallenbad/Sauna/Cafeteria/Freibad geschaffen. Der Ausgang zur Wärmehalle ist gleichzeitig Zugang zum Schwimmkanal, der ins achtbahnige, 50 Meter lange und 1,90 Meter tiefe Schwimmerbecken der Freianlage führt. Durch diese Einrichtung ist ein Freibadbetrieb von Frühjahr bis Herbst im 26 Grad warmen Wasser möglich. Das Nichtschwimmerbecken mit Wassertiefern von 65 Zentimeter bis 1,45 Meter wird durch eine betonierte Zuschauertribüne für Wettkämpfe vom Hauptbecken getrennt. Ein Planschbecken abseits vom Gedränge sichert den Kleinen das Badevergnügen.

Blumenbeete geben dem Ganzen einige Farbtupfer. Leider können die Sonnenhungrigen nach der Eröffnung ihre Decken noch nicht ausbreiten, da nur ein Drittel der Rasenfläche an diesem Tage begehbar ist. Weitere 10.000 Quadratmeter können erst sechs Wochen später benutzt oder bei hochsommerlichen Temperaturen belagert werden. Autolärm und Abgasbelästigungen hat man durch Erdmodellierungen und Bepflanzungen entlang der L382 entgegengewirkt. Im Separé der Cafeteria kann auch der externe Besucher vor der Kulisse eines netten Freizeitarenals einen erholsamen Nachmittag verleben.

Auch wenn man in diesem Jahr noch mit einigen Unzulänglichkeiten vorlieb nehmen muss, so steht doch eins fest, dass unsere Stadtväter mit dieser neuen Freizeiteinrichtung einen gewaltigen Schritt auf den weiten zur Stadtwerdung getan haben.

Das freudige Ereignis würdigte die Rheinische Post am 22. Juli 1974 wie folgt:

Tausend Ballons schrieben es an den Himmel: Willich ist Freibadstadt &ndash Alles auf Krewinkels Karte gesetzt

Am Anfang stand eine Ansichtskarte des Freibades Wörishofen, die den Willicher Gemeindedirektor vor fünf Jahren ausrufen ließ: »So ein schönes Bad müssen wir auch haben!« Was die Gemeinde Willich plante, haben die vier Ortsteile der jungen Stadt jetzt mit vereinten Kräften verwirklicht: Für 5,5 Millionen Mark wurde eine großzügige Freibadanlage errichtet, die in zwei Becken 2300 Quadratmeter Wasserfläche bietet. Dazu kommen weite Liegewiesen sowie einladende Erfrischungs- und Umkleideräume: Alles vom Sonnenschein überglänzt, der sich am Samstag termingerecht zur Einweihung eingestellt hatte.

Strahlen auch auf den Gesichtern der prominenten Besucher, die Manfred Spicker, Vorsitzender des Willicher Sport- und Jugendpflegeausschusses, zur Übergabe willkommen hieß: An der Spitze Bürgermeister Dr. Lamers, ferner Vertreter des Westdeutschen Schwimmerbundes und des DLRG-Kreisverbandes sowie Bauunternehmer Paul Metz (Viersen) und Architekt Dr. Lutz Limmer (Meerbusch).

Limmer erklärte der Festversammlung Einzelheiten seiner Konstruktion: Die Umwälzung des 27 Grad warmen Wassers, den Schwimmkanal, durch den man unter einer schöngeschwungenen Brücke hindurch zum Aufwärmen in die Halle gelangt, schließlich auch die abstrakte Ringmalerei an der Beckentrennwand, die nicht nur Einrahmung prominenter Porträts, sondern zur farblichen Auflockerung vorgesehen ist. Bedenken, dass der ungekachelte Beton-Beckenboden Sand und Schmutz speichere, wurden zerstreut: Der Sand werde beim ersten Absaugen verschwinden, andererseits hätte ein Kachelboden den sechsfachen Geldaufwand erfordert.

Alles in allem »eine gelungene Ergänzung zur relativ kleinen Schwimmhalle der großen Stadt Willich« und »ein Ergebnis unserer Konzentration auf den Sport- und Freizeitsektor« fügte Bürgermeister Dr. Lamers hinzu. Schließlich habe Willich die Kosten fast ganz allein aufgebracht: »Die ’lächerlichen‘ 175.000 Mark Landeszuschuss sind hoffentlich kein Ausdruck mangelnder Wertschätzung« Dass die Finanzierung überhaupt möglich war, bezeichnete Verwaltungschef Bernhard Hüsers als positive Folge der kommunalen Neugliederung. »Nur eine Gemeinde von der Größenordnung unserer Stadt konnte sie schaffen.« Und: »Das Kapital ist gut angelegt, das Willicher Freizeitangebot wesentlich erweitert.« Zur Vergrößerung der Liegewiesen sei weiterer Geländekauf geplant.

Genug der Worte – das Wasser lockte. Unter Fanfare, Tusch und Sirenenton wurde den vier Bademeistern der halbmetergroße Schlüssel übergeben, wurden tausend Luftballons aufgelassen, die mit ihren »Flugzetteln« weithin von der Eröffnung kündeten – nur einer wasserte auf dem Sportbecken, die anderen 999 machten sich in kommunalpolitischer Verbundenheit in Richtung Meerbusch davon. Wasserballett, Rettungsübungen und Kajakakrobatik schlossen die Feier ab, Höhe- und Schlusspunkt waren Vorführung und Preiskrönung origineller Badekostüme. Nach der Schau gab’s Suppe: Erbsen mit Speck lieferte die DRK-Gulaschkanone Schlag auf Schlag, und hier und da wurde so etwas wie ein Spitzname für das neue Freibad laut: Wie »Klein-Rialto« kam es manchem Willicher vor, wenn er die zierlich geschwungene Kanalbrücke betrachtete. Fehlte bloß noch die südliche Sonne.

Iris Pempelfort wurde auf einen Lehrgang eingeladen, wie die Willicher Volkszeitung am 26. Juli 1974 berichtete:

Iris nach Genua

Trainingsfleiß und damit verbundene Erfolge zahlen sich aus: Iris Pempelfort, 12-jähriges Talent des Schwimmvereins Willich, die bei den diesjährigen Deutschen Jahrgangsmeisterschaften Dritte geworden war, wurde zu einem Lehrgang nach Genua eingeladen.

Die Rheinische Post sekundierte an einem unbekannten Datum:

Einladung für Willicher »Schwimmküken«

Kaum ist sie von den deutschen Jahrgangsmeisterschaften in Berlin zurück, da flatterte ihr eine Einladung für weitere Aufgaben ins Haus. Gemeint ist Iris Pempelfort von der Schwimmstartgemeinschaft St. Tönis/Willich. Sie wird die Bundesrepublik beim Internationalen Nachwuchsschwimmen in Genau vertreten, das am 27. und 28. Juli stattfindet. Sie ist für die 100 Meter Brust, die sie bei der »Deutschen« als Dritte beendete, eingeplant.

Im August besuchte uns die Weltmeisterin 1973 im Synchronschwimmen, Therese »Terry« Anderson aus Santa Clara (Kalifornien/USA), um drei Tage lang unsere besten Kunstschwimmerinnen nach amerikanischen Methoden zu trainieren. Krönender Abschluss dieses seltenen Besuches war der Empfang durch die Stadt Willich. Bürgermeister Dr. Lamers überreichte Terry Anderson als Erinnerungsgabe den Ehrenbecher der Stadt.

Der Besuch bewirkte ein großes Medienecho, das chronologisch etwas von diesem Eintrag in der Vereinschronik von 1975 abweicht. Die Willicher Volkszeitung berichtete bereits am 26. Juli 1974 über das bevorstehende Ereignis:

Weltmeisterin in Willich

Effektvolle Trainingstage stehen den Kunst- und Synchronschwimmerinnen des Schwimmvereins Willich bevor: vom 22. bis 25. August wird die dreifache Weltmeisterin im Solo des Kunstschwimmens, die Amerikanerin Teresa Anderson, auf Einladung des Schwimmvereins nach Willich kommen. Teresa stammt aus Kalifornien und war Weltmeisterin der Jahre 1971/72/73. Nach Abschluss der Trainingstage plant der Schwimmverein für den Augustsonntag eine große Synchronschwimm-Show im neueröffneten Freibad.

Die Rheinische Post berichtete am 23. August 1974:

Weltmeisterin kommt heute

Am heutigen Freitag wird um 16 Uhr im Willicher Rathaus die Weltmeisterin im Kunst- und Synchronschwimmen, Theresa Anderseon (USA), von Bürgermeister Dr. Lamers begrüßt. Wie bereits berichtet, wird Fräulein Anderson in der Willicher Schwimmhalle am Samstag von 10 bis 12 und von 14 bis 16 Uhr sowie am Sonntag vom 8 bis 10 Uhr Lehrgänge durchführen. Die ursprünglich geplante öffentliche Demonstrationsveranstaltung fällt aus, da noch zu viele Schwimmerinnen im Urlaub sind. Während der Lehrgangszeiten ist im Hallenbad kein öffentlicher Badebetrieb.

Die Westdeutsche Zeitung berichtete am gleichen Tag:

Lehrgang mit der Titelträgerin

Die Weltmeisterin im Kunst- und Synchronschwimmen, Therese Anderson aus den Vereinigten Staaten, weilt für einige Tage in Willich.

Bevor sie sich am Samstag und Sonntag mit den Willicher Mädchen ins Wasser begibt, wird sie heute um 16 Uhr im Rathaus von Bürgermeister Dr. Lamers und Vertretern der Verwaltung empfangen.

Therese Anderson, die bei Willicher Familien zu Gast ist, führt im Auftrage des Deutschen Schwimmverbandes am Wochenende einen Lehrgang in Willich durch. Aus diesem Grunde bleibt das Hallenbad am Samstag zwischen 10 und 12 sowie 14 und 16 und am Sonntag zwischen 8 und 10 Uhr für den allgemeinen Badebetrieb geschlossen.

Auch die Willicher Volkszeitung erschien am 23. August 1974 mit Informationen zum Besuch der Weltmeisterin:

Weltmeisterin bei den Synchronschwimmerinnen

Am kommenden Wochenende wird die mehrfache Weltmeisterin im Kunst- und Synchronschwimmen, die 20-jährige Teresa Anderson, Gast des Schwimmvereins Willich sein. Aus Eschweiler kommend, wird sie am Freitag eintreffen und am Samstag und Sonntag jeweils für mehrere Stunden die Willicher Kunstschwimmerinnen trainieren.

In der Westdeutschen Zeitung erschien ein Bericht des Empfangs beim Bürgermeister:

Empfang für das USA-Girl

Erst kam ein Empfang, dann eine Stadtbesichtigung und heute folgt das Trainingsprogramm. Für die 21-jährige Amerikanerin Teresa Andersen, dreifache Weltmeisterin im Synchronschwimmen, ist der dreitägige Aufenthalt in Willich vollgespickt mit Terminen.

Die Kunstschwimmerin aus Santa Clara in Kalifornien, die sich im Vorjahr in Belgrad ihre drei Weltmeistertitel holte, ist auf Einladung des Deutschen Schwimmverbandes seit Februar Gast in der Bundesrepublik und wird an diesem Wochenende die Willicher Synchronschwimmerinnen trainieren.

In Anwesenheit von Hugo Hannen, Präsident des Willicher Schwimmvereins, Vorsitzender Lindner und Trainerin Sigrid Hänisch überreichte Bürgermeister Lamers gestern im Rathaus der erfolgreichen Amerikanerin einen Ehrenbecher der Stadt. Die Verantwortlichen des Willicher Schwimmvereins übernahmen es dann am Abend, den Gast durch Willich zu führen.

Auch in der Rheinischen Post war der Bürgermeisterempfang am 24. August 1974 ein Thema:

Willich begrüßte gestern eine Weltmeisterin. Im Rathaus gab Bürgermeister Dr. Lamers einen Empfang zu Ehren von Theresa Anderson, der amtierenden World-Champion im Kunst- und Synchronschwimmen. Mit von der Partie waren außerdem Frau Hänisch und Frau Zobel, Vorstandsmitglieder des Willicher Schwimmvereins.

Zum Abschluss berichtete die Rheinische Post am 26. August 1974:

Fleißig Figuren geübt wurden am Wochenende im Willicher Hallenbad. Teresa Andersen, dreifache Weltmeisterin im Kunst- und Synchronschwimmen aus den USA, trainierte die Mädchen des Willicher Schwimmvereins. Auf dem Programm standen nach Gymnastik und Einschwimmen die Einstudierung von zwei neuen Kür-Soli für die Nationalmannschaftsmitglieder Christine Lindner und Ines Broermann sowie eine neue Duett-Kür.

Der Oktober brachte den Kunstschwimmerinnen den bisher größten Erfolg: Beim Viernationen-Länderkampf Schweden – Norwegen – Österreich – Deutschland in Nässjö (Schweden) am 19. und 20. Oktober 1974 erklang zum ersten Mal die Deutsche Nationalhymne für Ines Broermann/Christine Lindner (Goldmedaille im Duett). Wenige Tage später erreichte die Gruppe (Broermann, Lindner, Otrzonsek, Steppen) bei den 11. Deutschen Jugend- und Juniorenmeisterschaften in Osnabrück den 2. Platz (Silbermedaille) und damit den bisher größten Erfolg auf einer Deutschen Meisterschaft.

Wieder einmal von einem Lehrgang für die Leistungsschwimmer des Vereins wusste die Rheinische Post am 22. Oktober 1974:

Max Geraedts, Christoph Reiff (DJK Teutonia St. Tönis), Reiner Förster und Michael Zobel (SV Willich) nehmen von heute bis Mittwoch an einem Lehrgang des Westdeutschen Schwimmverbandes in Übach-Palenberg teil.

Am 25. Oktober 1974 zog die Rheinische Post ein erstes Zwischenfazit der neu gegründeten Schwimmstartgemeinschaft St. Tönis/Willich:

Schwimm-Ehe hat sich bestens bewährt – der Kreis unterstützt die Startgemeinschaft St. Tönis/Willich

Womit landauf, landab vorwiegend Leichtathletikclubs Schrittmacherdienste geleistet haben, das taten auch zwei Schwimmvereine im Kreis Kempen-Krefeld: Sie schlossen sich zu einer Startgemeinschaft zusammen. Nach sechsmonatiger Ehe können die DJK Teutonia St. Tönis und der SV Willich 1965 e.V. erste (positive) Bilanz ziehen. Ein Beispiel geben Sie damit den Krefelder Schwimmvereinen, bei denen zwar oft von Konzentration gesprochen wird, die Tat indes noch auf sich warten lässt (sieht man einmal von der aus zwei Vereinen bestehenden und vor zwei Jahren gegründeten SVK 1972 ab).

Der Betrieb bei der »Schwimm-Startgemeinschaft« (SSG) floriert, wenngleich hier und dort noch etwas Sand im Getriebe knirscht. Die Kommunikation zwischen beiden Partnern könnte, so wird gesagt, noch etwas besser sein. Doch unter dem Strich bleibt viel Erfreuliches. Da sind a) beachtliche Spitzenleistungen und b) eine tatkräftige Leistungsbreite, beides Faktoren, die für viele Vereine der Umgebung beispielhaft sind.

In konzentrierter Form bietet sich die Leistungsspitze da. Mehr als ein Dutzend Jungen und Mädchen stehen in der so genannten »Sportmannschaft«, die mittlerweile schon auf Bundesebene Anerkennung findet. Herausragend vom SV Willich sind Reiner Förster (Zweiter und Dritter bei den Deutschen Jahrgangsmeisterschaften), Iris Pempelfort (einmal Dritte, einmal Vierte) und Florian Musch (Jahrgangsvierter). Die Schwimmabteilung von Teutonia – eine von sieben des Vereins – hat ihre stärksten Kräfte in Christoph Reiff (zweifacher Deutscher Jahrgangsmeister) und Max Geraedts (zweimal Dritter). Trainiert wird die Sportmannschaft von Max Großmann (SV Willich) und Peter Borg (Teutonia).

Die Kreisverwaltung Kempen-Krefeld zeigt sich aufgeschlossen. Sie räumte der Gruppe großzügige Trainingsmöglichkeiten in den Hallenbädern Willich, Kempen und Tönisvorst ein und praktizierte damit Sportförderung im besten Sinne. »Leistungslehrgang im Schwimmen« nennt sich diese Aktion, bei der es allwöchentlich nach einem genau aufgestellten Stundenplan reihum geht. Die Kosten trägt der Kreis zusammen mit dem Landessportbund. Im Moment bereitet sich die Sportmannschaft auf den Bezirksentscheid (10. November in Rheydt) im Rahmen der deutschen Schüler-Staffelmeisterschaften vor. Es ist das erste Mal, dass die SSG dort vertreten ist.

Etwa 200 Mitglieder zählt die Schwimmabteilung von Teutonia; 75 Prozent sind Jugendliche und Kinder. Wesentlich größer ist der vor neun Jahren gegründete Willicher SV: die Startgemeinschaft selbst besteht aus 45 Willichern und 38 Teutonen. Auf fast allen Schwimmfesten im Umkreis geben Sie Proben ihres Könnens ab.

Jugendarbeit war für den Schwimmverein schon immer wichtig. So berichtete auch die Willicher Volkszeitung am 11. Oktober 1974 ganz begeistert:

Jugendarbeit: Großgeschrieben

Fast jede Woche kann der Schwimmverein Willich von 1965 von ausgezeichneten Leistungen seiner Schwimmer und Schwimmerinnen berichten, die in Hallen- und Freibädern in Willich und ganz Deutschland den Verein bekannt gemacht haben. Berichtet werden soll heute jedoch von der hervorragenden Jugendarbeit, die innerhalb des SVVs und seines agilen Jugendausschusses geleistet wird.

Mit großzügigen Geldmitteln unterstützt, ist der Jugendausschuss unter seinem derzeitigen Vorsitzenden Werner Ruland jedes Jahr in der Lage und bereit, eine Sommerfahrt für die Kinder des SVWs ist zu starten. Seit 1971 gehören die Ferienreisen für zahlreiche Jugendliche zu den Höhepunkten im Vereinsleben.

1971 und 1972 war die Jugendherberge in Blankenheim in der Eifel Ziel und Ausgangspunkt für Ausflüge und Wanderungen. Im Jahre 1973 fuhr man mit einer großen Kinderschar in die Jugendherberge Möhnesee im Sauerland.

In diesem Jahr stand die Kaiserstadt Trier auf dem Programm einer 14-tägigen Ferienfahrt. Jugendwart Werner Ruland, unterstützt durch den selbstlosen Einsatz von Frau Wiewandt und Frau Lampe, unternahm mit etwa 50 Kindern von der ältesten Stadt Deutschlands aus Tagesfahrten nach Luxemburg und an die Mosel, man besuchte den Weinlehrpfad, und da laut Frau Wiewandt ein »Bilderbuchwetter« herrschte, ging es auch fast jeden Tag in die Bäder Triers. Selbstverständlich, dass die Porta Nigra, das Simeonsstift, der Dom und die Kaiserthermen besichtigt wurden.

Neben diesen »großen« Ferienfahrten gab und gibt es jedoch noch vielerart Zerstreuungen für die Jugendlichen innerhalb eines Vereinsjahres. Eine gewisse Berühmtheit errang »Onkel Harry« alias Bernd Hannusch als Alleinunterhalter bei Kinderfesten des Vereins. Für die Kleinsten gab es Ausflüge im Naturparks, und für die größeren, technisch Interessierten, stand im letzten Jahr einen Besuch im »Evoluon« in Eindhoven auf dem Programm. Selbstverständlich, dass zum Ende jedes Jahres der Nikolaus alle jugendliche Mitglieder besucht.

Natürlich ist für die Schwimmer nicht nur das nasse Element sportlich maßgebend: So wird jedes Jahr ein Tischtennisturnier innerhalb des SVWs veranstaltet, und auch dem Tanzsport hat man sich verschrieben: mehrmals im Jahr steigen bei Werner Ruland oder im Keller des Hallenbades lautstarke »Feten«.

Für dieses Jahr steht noch eine Tagesfahrt aus. Da der Herbst nicht mehr allzu gutes Wetter zu bringen verspricht, hat Werner Ruland eine Fahrt in den Schnee geplant: sie soll nach Winterberg führen, wo man rodeln und Schneeballschlachten veranstalten will. Für die Osterferien schmiedet Werner mit seiner rührigen Truppe schon neue Pläne. Vom 1. bis 12. April können alle Kinder ab zehn Jahren in die Jugendherberge Titisee im Hochschwarzwald fahren.

Bei den WSV-Landesmeisterschaften am 1. Dezember 1974 in Bochum siegte die neugebildete Schülermannschaft der SSG in allen vier Wettbewerben und stellte mit 13:26,6 Minuten einen neuen westdeutschen Rekord auf. Die von Max Großmann und Peter Borg aufgebaute Mannschaft (Rolf Lensinger, Peter Geraedts, Max Geraedts, Jörg Dierkes, Alfred Lütz, Christoph Reiff, Reiner Förster, Michael Brungs, Stefan Molter, Oliver Musch und Michael Schaaf) erhielt den Wanderpokal des WSVs. Trotz Ausfalls von Jörg Dierkes erreichte diese Mannschaft bei den Endkämpfen in Schwäbisch Gmünd am 15. Dezember 1974 vor dem Bonner Schwimmclub den zweiten Platz in der Deutschen Mannschaftswertung. Für diese überragende Leistung erhielten alle Schwimmer die Silberne Ehrennadel des Deutschen Schwimmverbandes.

Auch wenn die Willicher weitgehend zufrieden mit ihren Schwimmbad waren, gab es doch Anlass zur Beschwerde, wie ein Leserbrief von Gerhard Bülte in der Rheinischen Post vom 23. November 1974 belegt:

Nagel fehlt

Viele regelmäßige Benutzer des Willicher Hallenbades, darunter ich, mokieren sich seit langem über die Unbenutzbarkeit der Sprunganlage, die trotz übriger Perfektion des Bades offenbar nicht zu beseitigen ist. Vielleicht würde die Wiedergabe dieser kurzen Glosse den Dingen endlich einmal vorwärtshelfen?

Dat Sprunngbrett

In Willick sti-eht ne Schwemmpalass,

Dä herrlich in de Landschaff pass.

Doa wemmelt es von spät bäs früh

Van kli-ene un’ uoch jro-ete Lüh;

Doch well man nich nur Water schüppe

Man well jelä-ejentlich uoch hüppe!

Dafü-er is uoch en Sprunngbrett doar,

Doch dat is schu-on lang nich mih kloar.

Milljo-ene hätt dä Bau verschlunge,

Für et Sprunngbrett is nix affjesprunge

Dat man do-ar wi-er hüppe ku-es.

Möt Hüppe is si-et Monnde Schlu-eß:

Et föllt ne Na-erel für et Brett –

Drum hange mi-er jetzt Blu-omepött

Daronger möt ne Warenrad

Un schü-en jarneere donnt mi-er dat

Damett os Enkel ro-ane könne:

Wofür-er su-on kli-enet Blu-omepöttche

Nöddig hätt su-on Ri-esenbrettche!

Viele Neuigkeiten der Synchronschwimmerinnen hatte die Willicher Volkszeitung am 20. Dezember 1974 zu vermelden:

Ines Broermann nach Kolumbien?

Beste Aussichten, an den nächsten Weltmeisterschaften im Kunst- und Synchronschwimmen in Cali (Kolumbien) teilzunehmen, hat die begabteste Kunstschwimmerin des Schwimmvereins Willich. Ines Broermann wurde soeben vom Deutschen Schwimmverband in den A-Kader der deutschen Nationalmannschaft aufgenommen. Sie rangiert unter den 14 Mitgliedern des A-Kaders auf Platz 8 – und acht Schwimmerinnen werden bei den Weltmeisterschaften die Bundesrepublik vertreten.

Christine Lindner und Karin Otrzonsek sind weiterhin im B-Kader, während Edith Steppen in den C-Kader aufgenommen wurde.

Für die Willicher Spitzenschwimmerinnen gibt es auch zwischen den Jahren keine Ruhepause: Sie sind vom Deutschen Schwimmverband zu einem Lehrgang ins Bundesleistungszentrum nach Köln eingeladen worden. An dem Lehrgang vom 27. bis 30. Dezember werden Ines Broermann, Christine Lindner, Karin Otrzonsek und Edith Steppen teilnehmen.

In derselben Ausgabe der Willicher Nachrichten wurden auch neue Vorstandsposten und Schwimmlehrgänge vermeldet:

Neuer Technischer Leiter im Schwimmverein

Werner Ruland heißt der neue Technische Leiter des Schwimmvereins Willich von 1965. Der Posten war seit Anfang des Jahres durch den Rücktritt von Siegfried Kurze vakant.

Der Schwimmverein hofft, dass das Team Technischer Leiter (Ruland) und Trainer (Max Großmann) die immer schwieriger werdenden Aufgaben des jungen und erfolgreichen Vereins bestens meistern wird.

Zwei der erfolgreichsten Schwimmer des Schwimmvereins Willich von 1965 nehmen auf Einladung des Westdeutschen Schwimmverbands vom 2. bis 5. Januar 1975 an einem Lehrgang in Übach-Palenberg teil: Reiner Förster (Jahrgang 1960) und Michael Zobel (Jahrgang 1959) sind dazu eingeladen worden.

Die Rheinische Post blickte zum Jahresende noch einmal auf das erste gemeinsame Jahr von Schwimmverein Willich und Teutonia St. Tönis als Schwimmstartgemeinschaft:

Schwimmvereine Willich und St. Tönis: Vereint auf dem Weg nach oben

Einigkeit macht stark. Meinten die Schwimmer in Willich und St. Tönis und schlossen sich zu einer Schwimmstartgemeinschaft (SSG) zusammen. Das war im Frühling dieses Jahres. Der Erfolg stellte sich schneller als erwartet ein. Bei den Deutschen Meisterschaften in Schwäbisch Gmünd kamen die Schüler der Vereinigung auf Anhieb auf den zweiten Platz hinter Offenbach. Was zeigt, wie gut es war, »Vereinsmeierei« in die Chronik zu legen. Denn jeder Klub hätte auf sich allein gestellt vielleicht nur einen Platz so um die 50 erreicht.

Und das sind die erfolgreichen Mannen, alle zwischen zwölf und 14 Jahre alt: Stefan Molter, Michael Brungs, Reiner Förster und Oliver Musch vom Schwimmverein Willich und Rolf Lensinger, Peter und Max Geraedts, Alfred Lütz und Christoph Reiff von der DJK Teutonia St. Tönis.

Bei den Mannschaftsmeisterschaften kamen sie hinter Offenbach auf den zweiten Platz. Vier Staffelwettbewerbe standen auf dem Programm in den Disziplinen Kraul, Brust, Rücken und Delphin. Im vergangenen Jahr trat St. Tönis überhaupt nicht zu den Mannschaftsmeisterschaften an, Willich kam auf Platz 53. Kein Wunder, dass die SSG nun über den grünen Klee gelobt wird: Schaffte man mit ihr den Sprung aus dem Mittelfeld – abgesehen von hervorragenden Einzelleistungen – auf Rang zwei, anknüpfend an die Erfolge der Willicher Knabenmannschaft, die vor einigen Jahren gar den Meistertitel errang. Von denen war jedoch im neuen Vizemeisterteam keiner mehr dabei.

Die Bildung einer Startgemeinschaft war vor der Gründung in diesem Jahr schon einige Zeit Gesprächsstoff zwischen beiden Vereinen gewesen. Es gab keine Schwierigkeiten nach dem Zusammenschluss. Beide Vereine absolvieren getrennt ihr Trainingsprogramm. Vor den Meisterschaften wurde allerdings gemeinsam fleißig Staffelwechsel geübt. Innerhalb der vom Kreis geförderten Leistungsgruppe trainierte man an Wochenenden in Willich, Kempen und St. Tönis.

Die beiden Vereine DJK Teutonia und SVW treten bei offiziellen Wettbewerben fast nur noch unter der Fahne der SSG an. Jeweils 40 jugendliche Schwimmer haben beide Klubs derzeit für die Gemeinschaft nominiert. Sie werden dem Verband als SSG-Sportler gemeldet und erhalten für die Vereinigung Starterlaubnis.

Die Zusammenarbeit zwischen den Vorständen ist harmonisch: Regelmäßig treffen sich Rudi Reiff aus St. Tönis und Friedrich Lindner aus Willich zu Besprechungen. Noch öfters sehen sich freilich die Trainer Max Großmann (Willich) und Peter Borg (St. Tönis). Sie entscheiden gemeinschaftlich über die Mannschaftsaufstellungen. Zu größeren Meinungsverschiedenheiten kann es da kaum kommen, weil die geschwommenen Zeiten allein für den Einsatz entscheidend sind.

Wie soll nun weitergearbeitet werden? Die erfolgreichsten Sportler der SSG sind die bis 14 Jahre alten Schüler. Das Durchschnittsalter für die Herrenklasse liegt bei 16 Jahren. Doch schon jetzt will man in den Meisterschaftsligen mitkämpfen, zunächst in der Bezirksklasse, in der Sportler von Geldern bis Wuppertal, von Rheydt bis Opladen ins Wasser springen. Und dann heißt es, darauf hoffen, dass solche Zeiten erreicht werden, die zur Teilnahme an den »großen« Deutschen Meisterschaften berechtigen …

1975

Zum Auftakt des Jubiläumsjahres trafen sich im Januar alle Mitglieder und Freunde in der Kulturhalle zum 3. Aquariumsfest »Heut’ Nacht in Rio«. Das Fest wartete mit vielen Überraschungen (Empfang des Prinzenpaares, Besuch des Hannen-Fanfarencorps, Ponyverlosung usw.) und den wunderbaren Dekorationen von Gisela und Barbara Lampe auf.

Weiterhin können sich Aktive des Schwimmvereins auf der Bestenliste des Deutschen Schwimmverbandes platzieren, wie die Rheinische Post am 14. Februar 1975 berichtet:

In der DSV-Rangliste zahlreich vertreten

Interessante Aufschlüsse über den Leistungsstand der Kreis Krefelder Schwimmer vermittelte die Bestenliste (25-Meter-Bahn) des Deutschen Schwimmverbandes (DSV). Nach wie vor scheint das Brustschwimmen eine Domäne der jungen heimischen Schwimmer zu sein, denn mit Jörg Hamacher (Jahrgang 1959, Neptun; 1:08,4 und 2:28,9), Christoph Reiff (Jahrgang 1962, St. Tönis/Willich; 1:16,8 und 2:50,4) und Susi Schroeder (Jahrgang 1964, SSF; 1:30,7 und 3:13,3) liegen drei Aktive jeweils über 100 und 200 Meter Brust souverän an der Spitze ihres Jahrgangs.

An erster Stelle steht auch Marion Biedermann (Jahrgang 1960, Aegir Uerdingen), und das gleich zweimal: 100 Meter Freistil (1:01,1) und 100 Meter Delphin (1:09,5). Mit 2:24,6 bzw. 2:30,0 halten Jörg Hamacher und Michael Wahlefeld (Jahrgang 1960, SSF) über 200 Meter Lagen jeweils den dritten Platz. Wahlefeld liegt mit seinen Zeiten von 1:06,4 und 2:26,5 über 100 und 200 Meter Rücken auf Rang zwei. Denselben Platz bedeuten die 2:22,5 auf 200 Meter Rücken von Thomas Heuvens (Jahrgang 1959, Neptun), Max Geraedts (Jahrgang 1962, St. Tönis/Willich; 200 Meter Delphin 2:31,7) und Judith Heymanns (Jahrgang 1957, SVK; 100 Meter Rücken 1:12,4) vervollständigen die Liste der Schwimmer auf einem der ersten drei Plätze.

Unter den ersten zehn haben sich noch platziert: Jörg Schäfer (Jahrgang 1956, SVK), Michael Zobel (Jahrgang 1959, St. Tönis/Willich), Jürgen Birmes (Jahrgang 1961, Neptun), Iris Pempelfort (Jahrgang 1962, St. Tönis/Willich) und Gerti Hüstermann (Jahrgang 1963, SVK).

Die Willicher Volkszeitung berichtete am 10. Oktober 1975:

SV Willich übergibt Spende

Anlässlich der Veranstaltungen zum 10-jährigen Bestehen des Willicher Schwimmvereins kmen über 4000 Mark in die Kasse für eine gute Tat. Am Donnerstag, dem 16. Oktober, wird dieser Betrag durch SV-Präsident Hannen den zuständigen Stellen, nämlich den Willicher Kindergärten, um 16 Uhr im Brauhaus im Park übergeben. Dmit endet die Aktion »Kindergärten erhalten Spielzeug« im Jubiläumsjahr des Schwimmvereins.

Am 24. Oktober 1975 ergänzte dieselbe Zeitung:

Ein Gag mit einem Scheck

Es könnte ein Gag sein, meinte Hugo Hannen, Präsident des Willicher Schwimmvereins, als er den Leiterinnen der neun Willicher Kindergärten je einen Scheck über 444,44 Mark überreichte. In geselliger Kaffeerunde, zu der der Schwimmverein die Vorsitzenden der Elternräte und die Leiterinnen der Kindergärten ins Brauhaus im Park eingeladen hatte, nahm man diese Spende recht freudig entgegen. Es war der Reinerlös des Schwimmfestes, das der SV Willich anlässlich des zehnjährigen Bestehens zum Volksfest werden ließ. Groschen um Groschen wuchs zu einem Betrag von über 4000 Mark. Man wollte nicht den üblichen Rahmen, sagte Hugo Hannen, und dazu gehöre eben auch, dass man nicht in die eigene Tasche arbeitete, sondern für eine gute Tat, und sie hieß: »Willicher Kindergärten erhalten Spielzeug«.

Wie intensiv neben dem Leistungssport der weniger spektakuläre Breitensport von unseren Übungsleitern im ersten Jahrzehnt gefördert wurde, zeigt die Statistik: bis Juni 1975 konnten 3124 Urkunden »Seepferdchen«, »Delphin«, »Hai«, »Freischwimmer«, »Fahrtenschwimmer«, »Jugendschwimmer«, »Kindersportabzeichen«, »Jugendsportabzeichen« in Bronze und Silber sowie Sportabzeichen in Bronze, Silber und Gold an unsere kleinen und großen Mitglieder ausgehändigt werden.

Eine kleine Anekdote konnte die Rheinische Post etwa Ende Oktober/Anfang November 1975 erzählen:

Der Willicher Schwimmverein wirft mit Eiern. Jedenfalls jene Vereins-Stammtischler, die eines Freitagabends im Lokal Hamacher saßen. Man könne keine rohen Eier durchs Fenster werfen. Wegen einer sonderbaren Fliehkraft würden sie platt zu Boden fallen, hieß es zu vorgerückter Stunde. Der Wirt spendierte die Probestücke, und die SV-Mitglieder bewarfen die Wand der gegenüberliegenden Landwirtschaftlichen Genossenschaft. Von wegen zu Boden fallen. Die Wand wurde ganz schön gelb. Die »Sünder« gestanden ihre Tat übrigens in der Vereinsfestschrift zum zehnjährigen Bestehen.

1976

Anfang 1976 diskutierte der Rat der Stadt Willich über eine Kostenerhöhung für die Schwimmbad-Eintrittspreise. Die Westdeutsche Zeitung berichtete Ende Januar (wahrscheinlich am 29. Januar):

Neue Bäder-Preise kommen: Familie schwimmt ein Jahr für 80 DM, CDU vertagte gegen SPD und FDP

Die Zeiten getrennter Eintrittskarten und auch verschiedener Preise für Hallen- und Freibad in Willich sollen bald vorüber sein. Dem Jugend- und Sportausschuss lag jetzt schon ein Vorschlag der Verwaltung zur Vereinheitlichung der Eintrittspreise vor. Allerdings kam es trotz der starken Bemühungen von SPD und FDP noch zu keinem Entschluss. Die CDU setzte eine Vertagung durch, bis die Verwaltung in der nüchsten Sitzung Zahlenvergleiche über den Bäderbesuch im Jahre 1975 liefert.

Immerhin legte der Erste Beigeordnete Dr. Spallek dem Ausschuss dar, dass man gegebenenfalls auf eine Begrenzung der Besuchszeit im Hallenbad verzichten wolle, wenn die Preise einheitlich gemacht werden, da es ja auch im Freibad nicht üblich sei, die Besucher nach Ablauf einer Stunde erneut zur Kasse zu bitten. Dr. Spallek: »Sicherlich werden einige Besucher des Hallenbades das auch ausnutzen und länger bleiben, aber das sind doch nur wenige. Man kann im Hallenbad ja nichts anderes tun als nur schwimmen.«

Die SPD war besonders erfreut darüber, dass die Preise für Familien-Jahreskarten heruntergesetzt werden sollen und Günter Zlobinski wollte, dass, wenn demnächst erneut beraten wird, auch über eine Sommer-Familienkarte diskutiert werden soll. Ratsherr Kühlen: »Das hat die SPD schon früher vorgeschlagen.«

Einzelkarten, so hatte die Verwaltung vorgeschlagen, sollen demnächst für das Hallenbad und auch für das Freibad zwei Mark kosten – bisher kosteten sie im Hallenbad eine Mark – und für Jugendliche eine Mark statt bisher 50 Pfennige. Zwölferkarten sollen 18 Mark kosten, bisher waren es im Hallenbad zehn und im Freibad 20 Mark. Die Familienjahreskarte, die zur Zeit noch 100 Mark für die Hallen und 120 Mark für das Freibad kostet, soll einheitlich auf 80 Mark gesetzt werden.

Über die Gebühren von 20 Mark für den Schwimmunterricht kam es dann zu einer längeren Diskussion. Die SPD fand dies zunächst zu hoch, ging dabei aber wohl von der falschen Annahme aus, es handele sich um den Preis für eine Unterrichtsstunde. Als die Verwaltung erklärte, damit sei der ganze Kursus abgegolten, meinte Günter Zlobinski, das müsse in der Gebührensatzung stehen.

Die CDU-Fraktion, die gleich zu Beginn der Diskussion Vertagung beantragt hatte, weil die Verwaltung die Rechnungsergebnisse des Vorjahres vorlegen solle, ehe man entscheiden könne, ließ sich von dieser Meinung nicht abbringen, auch durch den Hinweis nicht, dass man wertvolle Zeit verliere und die neuen Gebühren möglicherweise zu Beginn der neuen Badesaison noch nicht rechtskräftig sind. Man beriet sich in einer kurzen Pause, setzte dann aber gegen SPD und FDP die Vertagung durch.

Auch die Rheinische Post berichtete am 29. Januar über diese Sitzung:

Jetzt noch keine Erhöhung – CDU forderte Kostenrechnung für das Willicher Schwimmbad

Es wird noch etwas dauern, bis die Benutzer des Willicher Hallenbades höhere Eintrittspreise zahlen müssen. Obwohl SPD und FDP im Jugend- und Sportausschuss mit der von der Verwaltung vorgeschlagenen neuen Gebührensatzung größtenteils einverstanden waren, wurde der Beratungspunkt auf Antrag der CDU bis zur nächsten Sitzung vertagt. Grund hierfür war, wie der Sprecher der CDU, Josef Timmermanns, bekanntgab, die fehlende Kostenzusammenstellung über die Einnahmen und Ausgaben des Schwimmbades im Jahr 1975.

Beigeordneter Dr. Spallek hingegen war für eine schnelle Entscheidung, da seiner Meinung nach eine Gebührenänderung vor der neuen Badesaison in diesem Jahre in Kraft treten müsse. Von einer Kostenzusammenstellung versprach sich die Verwaltung nicht viel, welche hieraus nur hervorgehen könne, dass die Einnahmen bei weitem nicht die Ausgaben gedeckt hätten. Auch von der neuen Gebührensatzung, bei der besonders die »Abonnements-Schwimmer« Vorteile haben dürften, versprach sich Dr. Spallek keinen großen Gewinn. Vielleicht könne man hiermit erreichen, Spallek weiter, dass das Bad noch besser als in den Vorjahren besucht werde. Von der SPD kam der Vorschlag, dass, wie im Vorjahr, verbilligte Ferienkarten für Familien ausgegeben werden sollen. Ferner wurde gewünscht, dass einmal in der Woche das Bad von den Jugendlichen kostenlos benutzt werden kann. Die Verwaltung wird prüfen, ob diese Vorschläge realisierbar sind.

Die Rheinische Post berichtete am 17. Januar:

Die Kunst- und Synchronschwimmabteilung des Schwimmvereins Willich ist von der Leistungsstärke her laut offizieller Liste des Deutschen Schwimmverbandes Zweitbeste in der Bundesrepublik hinter den Nixen aus München. Im A-Kader der Bundesrepublik befinden sich Ines Broermann und Christine Lindner, während in die Nachwuchskader B und C Edith Steppen und Ingrid May bzw. Gudrun Hänisch, die Geschwister Silke und Kirsten Hohlstein sowie Elke Hoevels berufen worden sind.

Reiner Förster wurde im April 1976 nach Italien eingeladen, wie die Westdeutsche Zeitung am 3. April 1976 wusste:

Training in Italien: Piel leitet Lehrgang mit talentierten Nachwuchsschwimmern

Landestrainer Julius Piel führt auch in diesem Jahr vom 5. bis zum 22. April einen Trainingslehrgang vom Westdeutschen Schwimmverband im italienischen Sori durch. Mit von der Partie sind aus dem Krefelder Raum Olympiakandidat Jörg Hamacher (Neptun) und sein Trainingsgefährte Ralf Ballmann (Jahrgang 1962, SC Aegir), der erstaunliche Fortschritte gemacht hat.

Auch Rückenass Thomas Heuvens (Jahrgang 1959, Neptun) und der Willicher Lagenspezialist Reiner Förster erhielten eine Einladung. Der Lehrgang, den Julius Piel mittlerweile zum achten Mal leitet, wird für die Aktiven kein Zuckerlecken, stehen doch 9000 bis 10000 Meter tägliches Training an. Die harte Trainings-»Fron« wird aufgelockert durch zahlreiche Ausflüge.

Die Rheinische Post vermeldete am 14. August:

Max Großmann, Schwimmwart des Willicher Schwimmvereins, trat wegen Arbeitsüberlastung von seinem Post zurück. Stark reduzieren musste er auch seine Aufgaben als Trainer des SVWs. Detlef Keßler, Trainer für Wasserball, wird nun Großmanns Aufgaben mitübernehmen.

1977

Mit sportlichen Erfolgen wuchs auch die Mitgliederzahl kontinuierlich bis 1976/1977 auf über 650 an, um sich dann – dem Trend auf Bundesebene und den geburtsschwachen Jahrgängen folgend – auf etwa 420 1984/1985 zu stabilisieren. Sicher hat auch die Eröffnung des Freibades, das zumindest während der Sommermonate einige zusätzliche Trainingsstunden ermöglichte, in der zweiten Hälfte der 1970er Jahre zur Mitgliederentwicklung beigetragen.

Die Bemühungen um den Aufbau einer Sprungriege mussten leider wegen unzureichender Sprunganlagen, bei den Wasserballern wegen ungenügender Trainingszeiten nach ziemlich kurzer Zeit wieder eingestellt werden.

1978

Am 9. und 10. September 1978 fuhren unsere Schwimmerinnen und Schwimmer erstmals zum Schwimmfest des SC Neptun Alzeys – der Beginn einer jahrzehntelangen Vereinsfreundschaft. Bis heute fahren wir jedes Jahr zum Wartbergbad-Cup, die Alzeyer besuchen ebenso regelmäßig unser Kinder- und Nachwuchsschwimmfest.

1979

In der Willicher Volkszeitung war am 10. Mai 1979 zu lesen:

SV-Jugendwart zurückgetreten

Nach achtjähriger erfolgreicher Jugendarbeit ist der Jugendwart des Schwimmvereins Willich, Werner Ruland, jetzt zurückgetreten. Wie seiner Erklärung zu entnehmen ist, sieht er sich seit längerer Zeit einer weitgehenden Blockierung seiner Arbeit und der Verwirklichung seiner Ideen gegenübergestellt. Werner Ruland plädierte immer für ein spezifisches Freizeitangebot für rund 500 Kinder und Jugendliche. Selbstgestaltung, Selbstbestimmung und Selbstverantwortung der Jugendlichen konnte der ehemalige Jugendwart in letzter Zeit, wie es heißt, nicht mehr verwirklichen.

Die Willicher Volkszeitung vermeldete am 17. Mai 1979:

Ehrenamt für Willicher Trainerin

Beim diesjährigen Bezirkstag des Westdeutschen Schwimmverbands, Bezirk Düsseldorf, wurde die Trainerin der Kunstschwimmgruppe des Schwimmvereins Willich, Ingeborg Hohlstein, zur Kunstschwimmwartin des Bezirks Düsseldorf gewählt. Dies ist als besondere Ehre für den SVW und die Stadt Willich anzusehen, wenn man berücksichtigt, dass dem Westdeutschen Schwimmverband, Bezirk Düsseldorf, 110 Schwimmverein angeschlossen sind.

Ende 1979 wurde die erfolgreiche Schwimmstartgemeinschaft DJK Teutonia St. Tönis/Schwimmverein Willich wieder aufgelöst. Der Leistungsexplosion im Schwimmsport konnten beide Vereine bei den eingeschränkten Finanz- und Trainingsmöglichkeiten nicht mehr folgen.

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Die 1980er

Sportlich dominierten die Großmann-Brüder Ulf und Jens mit zusammen neun Vereinsmeistertiteln und fünf Vereinsrekorden die 80er Jahre. Bei den Frauen gab es harte Kämpfe zwischen Annette Helmes, Inken Hansen und Ute Lindemann.

1982

Am 26. Mai 1983 vermeldete die Willicher Volkszeitung:

Schwimmverein Willich ausgezeichnet

Anlässlich der Deutschen Jugendmeisterschaften im Kunstschwimmen gelangte der Schwimmverein Willich zu hohen Ehren. Der Deutsche Schwimmverband zeichnete den SVW mit einem repräsentativen Wanderpreis aus für die beste Jugendarbeit 1982 in der Sparte »Kunstschwimmen«

Entscheidungskriterium für den DSV war, dass ein relativ kleiner Verein mit einer sehr kleinen Kunstschwimmgruppe bei beschränkten Trainingsmöglichkeiten derart erfolgreich ist (Titel bei Landes- und Deutschen Meisterschaften, mehrere Mitglieder in Nationalmannschaften usw.) und die Mädchen ausnahmslos aus dem eigenen Verein stammen sowie Willicherinnen sind.

Die Auszeichnung beweist den Trainingsfleiß und das Leistungsniveau der Willicher Kunstschwimmerinnen, aber auch die hervorragende Trainingsarbeit von Trainerin Ingeborg Hohlstein.

1985

Trotz der geringen Trainingszeiten wurden von Willicher Schwimmerinnen und Schwimmern immer wieder Spitzenleistungen erbracht – dies teilweise aber auch nur deshalb, weil Trainer und Eltern für ihre Aktiven Übungsmöglichkeiten außerhalb der Trainingszeiten suchten und fanden, einschließlich in benachbarten Städten wie Dülken, Bockum, Korschenbroich oder Büttgen, und dafür keine Kosten und Mühen scheuen.

1987

Willicher Nachrichten, 23. Dezember 1987

Auszeichnung als Landes-Leistungsstützpunkt

Bei einer kleinen Feierstunde überreichte am 16. Dezember in Willich der Kunstschwimmwart des Westdeutschen Schwimmverbandes, Herr Blatz, dem Schwimmverein eine Ehrentafel, die Willich zum anerkannten Landes-Leistungsstützpunkt im Kunstschwimmen erklärt. In seiner Laudatio wies Herr Blatz auf die langjährigen Erfolge des SV Willichs im Bereich Kunstschwimmen hin, die immer wieder neue Talente zur deutschen Leistungsspitze bringen konnte. So stellte der SV Willich 1987 über 60 Prozent des WSV-Kaders. Mit einem weinenden Auge sieht der WSV die Berufung von drei Willicher Nachwuchsschwimmerinnen in die DSV-Jugendnationalmannschaft; diese Mädchen fallen damit für den WSV in Zukunft aus. Darüber hinaus sind zwei Mädchen des SV Willichs Mitglied des A-Kaders.

In Anwesenheit des Stadtsportverband-Vorsitzenden, Herrn Ansgar Vornmoor, übergab der SVW-Vorsitzende Kurt Andree die Ehrentafel dann dem stellvertretenden Bürgermeister, Herrn Josef Heyes, mit der Bitte, die Tafel an einem passenden Platz anzubringen. In Absprache mit dem ebenfalls anwesenden Leiter des Sportamts, Herrn Müller, wird die Tafel im Eingangsbereich des Schwimmbades Willich gut sichtbar angebracht.

Das Jahr 1987 war für die Kunstschwimmerinnen des SV Willichs überaus erfolgreich, wenn nicht das erfolgreichste in der 22-jährigen Vereinsgeschichte. Absoluter Höhepunkt waren die Deutschen Juniorenmeisterschaften, bei denen der SV Willich alle drei Goldmedaillen (Solo, Duett, Gruppe) und im Solo – einmalig in Deutschland – die drei ersten Plätze belegte.

Derartige Leistungen erfordern ein intensives Training, von den Mädchen Verzicht auf viele Annehmlichkeiten und Vergnügungen (gegenüber den Mitschülerinnen) und auch von den Eltern viel zusätzlichen Einsatz. So war der Wunsch an die Politik und die Stadt nach mehr Trainingszeiten im Willicher Bad nicht zu überhören.

Willicher Nachrichten, 4. Mai 1988

Urkunde für Willich

Im Vereinswettbewerb 1987 – Breitensport/Deutsches Sportabzeichen – belegte der SV Willich einen hervorragenden 5. Platz in der Gruppe B (Vereine von 300 bis 700 Mitglieder) und erhielt vom Westdeutschen Schwimmverband eine entsprechende Urkunde überreicht. Diese soll ein Ansporn für die Saison 88 sein – ab 2. Mai, 18 Uhr beginnt wieder das Training fü;r das Sportabzeichen im Sportzentrum Willich 1.

1988

Birte und Silke Hohlstein sowie Max Großmann wurde 1988 die Bezirksehrennadel des Schwimmverbands Rhein-Wupper überreicht. Diese Auszeichnung wird an Menschen verliehen, die den Schwimmsport im Bezirk nachhaltig durch selbstlosen Einsatz gefördert haben. Anlässlich seines 70. Geburtstages wurde dem Gründungsmitglied und langjährigen Mitarbeiter im Vorstand, seit 1981 als Schatzmeister, Karl-Hermann Schick, die Goldene Ehrennadel des SV Willichs durch den Vorsitzenden Kurt Andree verliehen, so die Willicher Nachrichten am 4. Mai 1988.

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Die 1990er

1990

Der Schwimmverein Willich bekam 1990 die Ehrenplakette im Schwimmverband Rhein-Wupper verliehen, außerdem wurde Ingrid Großmann Trägerin der Verbandsehrennadel des Schwimmverbands Rhein-Wupper.

Das alte Willicher Hallenbad wird abgerissen. Weitere Bilder vom Abriss.

In der Nacht vom 27. auf den 28. Mai 1990 wurde das alte Willicher Schwimmbad bei einem Brand so stark beschädigt, dass es abgerissen werden musste, weshalb 1990 auch die Stadt- und Vereinsmeisterschaften ausfallen mussten. Da vier Jahre lang Ersatztraining in anderen Bädern der Umgebung organisiert wurde, konnte ein regelmäßiger Trainingsbetrieb dennoch aufrecht erhalten werden.

1994

Der Neubau des Willicher Schwimmbads an derselben Stelle wie das alte erhielt den durch Vorschläge aus der Bevölkerung ermittelten Namen »de Bütt« – die plattdeutsche Bezeichnung für einen Waschzuber und verwandt mit dem Wort »Bottich« – und wurde am 21. Juni 1994 eröffnet. Mit ihren sechs Bahnen bietet de Bütt erheblich verbesserte Bedingungen für das Training und das Ausrichten von Wettkämpfen.

Bürgermeisterin Käthe Franke (Dritte von rechts) und Beigeordneter Lukas Siebenkotten (Zweiter von links, im Hintergrund) präsentierten am 5. Februar 1994 die ersten drei Plätze des Ideenwettbewerbs für den Namen des neuen Willicher Schwimmbads. Gewinnerin: »de Bütt« (Mitte rechts) vor »aquawill« (rechts) und »Plitsch Platsch« (links). Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung des Willicher Stadtarchivs.

1996

Ingeborg und Helge Hohlstein wurden 1996 Träger der Verbandsehrennadel des Schwimmverbands Rhein-Wupper.

1997

Der erste Willicher Triathlon fand statt und entwickelte sich in den darauf folgenden Jahren schnell zur größten Sportveranstaltung in der Stadt mit über 1000 Aktiven.

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Die 2000er

Sportlich wurde ab 2002 ein Generationenwechsel bei den Leistungsschwimmern eingeläutet: Mit Katharina Weber und Christoph Clephas gewannen zwei Schwimmer die Vereinsmeisterschaften, die mehr als ein Jahrzehnt jünger als die Sieger des Vorjahres waren. Ab der zweiten Hälfte des Jahrzehnts setzten vor allem die Bombis-Geschwister Nicole und Christian sportliche Akzente.

2002

Birte Hohlstein-Janssen und Silke Hohlstein-Terwesten kehrten 2002 nach über zehn Jahren wieder in den Schwimmverein Willich zurück, um eine neue Synchronschwimmabteilung aufzubauen.

2005

Das 40-jährige Vereinsjubiläum wurde mit einem großen Fest auf der Schwimmmbadwiese und einem Empfang im Gründerzentrum des Stahlwerks Becker gefeiert. Um das Jubiläum besonders zu würdigen, ging die Herbstfahrt der Jugendabteilung nach Berlin, wo der 15. Jahrestag des Mauerfalls gefeiert wurde.

Zum Jahresende 2005 verließen die bisherigen »Zugpferde« der Schwimm- und der Jugendabteilung, Monika Gohr und Günter Cranen, den Verein. Eike Müller übernahm die Schwimmabteilung, die Jugendarbeit wurde fortan maßgeblich von einem Team um Nicole Bombis, Katharina Weber, Christian Bombis und Patrick Paas gestaltet.

2006

Werner Ruland wurde 2006 Trainer der Leistungsgruppe, die er von Grund auf neu formte. Ruland ist bereits im Gründungsjahr Mitglied im Schwimmverein geworden und war in den 70er Jahren mehrmals Vereinsmeister. Gleichzeitig hatte er mehrere Posten im Vorstand inne, unter anderem ein ganzes Jahrzehnt lang das des Jugendwarts.

Die Synchronschwimm-Geschwister Birte Hohlstein-Janssen und Silke Hohlstein-Terwesten wurden bei der Willicher Sportlerehrung zur Mannschaft des Jahres 2005 gekürt.

2007

Nach 35 Jahren fand das Anfängerschwimmen zum letzten Mal im Lehrschwimmbecken der Jahnschule in Schiefbahn statt. Seitdem wird das Variobad, ein neuer Anbau an de Bütt, genutzt.

2009

Die Stadt- und Vereinsmeisterschaften fanden ausnahmsweise nicht statt; die Leitung des Willicher Schwimmbades konnte leider keinen freien Termin für den Wettkampf anbieten.

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Die 2010er

2010

Silke Hohlstein-Terwesten holte bei den Masters-Synchronschwimmweltmeisterschaften in Göteborg den ersten Weltmeistertitel für den Schwimmverein Willich. Einen Tag später setzte sie zusammen mit ihrer Schwester Birte Hohlstein-Janssen sogar noch einen drauf und wurde sensationell Doppelweltmeisterin in der Altersklasse 40–49.

Zum Jahresende verließen die Triathleten den Verein in Richtung TV Schiefbahn.

2011

Birte Hohlstein-Janssen und Silke Hohlstein-Terwesten wurden Willicher Mannschaft des Jahres 2010. Bei der Wahl zum/r Sportler/in des Jahres wurde Silke Hohlstein-Terwesten Zweite.

Bei den Schwimmern räumte Christian Bombis mit seinem siebten Vereinsmeisterschafts-Sieg die ewige Bestenliste weiter um, bei der Anzahl der Siege liegt nun nur noch Heinz-Hubert Kallen vor ihm.

Mit Lisann Flamang wurde zum ersten Mal nach über zwanzig Jahren wieder eine Synchronschwimmerin des Schwimmvereins Willich in die Jugend-Nationalmannschaft berufen. Sie ist damit eine der zwölf besten Synchronschwimmerinnen Deutschlands in ihrer Altersklasse. Entsprechend euphorisch reagierte Trainerin Birte Hohlstein-Janssen, selbst einst als DSV-Kaderathletin erfolgreich: »Wir sind mega irre total stolz!«

2012

Sie können nicht anders: auch 2012 wurden Birte Hohlstein-Janssen und Silke Hohlstein-Terwesten wieder Masters-Synchronschwimmweltmeisterinnen im Doppel der Altersklasse 40–49.

Weil er eine Wette gegen die 1LIVE-Radiomoderatoren Olli Briesch und Michael Imhof verloren hatte, musste »1LIVE-Fitnessgott« Nelson Bergenthum eine Synchronschwimm-Kür nachschwimmen – und das ausgerechnet beim Schwimmverein Willich zusammen mit den Synchronschwimm-Weltmeisterinnen Birte Hohlstein-Janssen und Silke Hohlstein-Terwesten. Nelson hatte gewettet, dass die deutsche Olympia-Mannschaft am 7. August drei Goldmedaillen gewinnen würde. Dafür hat es nicht gereicht und so musste Nelson ins warme Wasser der Willicher Bütt und die Siegerkür der russischen Mannschaft bei den Olympischen Spielen nachschwimmen. Im fertigen Video wurden die grazilen Bewegungen des Synchronschwimm-Neulings und seiner beiden erfahrenen Trainerinnen dann mit dem Originalkommentar der Goldkür unterlegt. Ein großer Spaß auch für Birte Hohlstein-Janssen und ihre Schwester, die aber Wert darauf legen, »dass Synchronschwimmen bei solchen Aktionen nicht veralbert wird,« wie sie den Radiomoderatoren berichteten. Und auch Nelson hat trotz knallgrüner Badekappe und übergroßer Schwimmbrille Respekt für den Sport gewonnen: »Ich war echt platt danach. Es war super, aber auch sehr anstrengend.«

2013

Birte Hohlstein-Janssen und Silke Hohlstein-Terwesten wurden zum dritten Mal Willicher Mannschaft des Jahres. Bei der Wahl zum/r Sportler/in des Jahres wurde Silke Hohlstein-Terwesten Vierte.

Philip Greiner-Petter (Jahrgang 1997) stellte beim Kinder- und Nachwuchsschwimmfest des Schwimmvereins Willich am 16. November einen neuen Vereinsrekord über 100 Meter Schmetterling auf. Seine 1:05,54 Minuten waren nochmals eine deutliche Steigerung zu den 1:06,73, mit denen er bereits im September die vorherige, 25 Jahre alte Bestzeit unterboten hatte. Sie stammte von Jens Großmann (Jahrgang 1962), der die 100 Meter am 4. Dezember 1988 in 1:07,7 geschwommen war.

Kira Terwesten wurde in den D/C-Kader des Deutschen Schwimmverbands berufen, die Jugend-Nationalmannschaft der Unter-15-Jährigen. Für die erst 13-jährige Kira stellt die Teilnahme am COMEN Cup im Sommer in Griechenland – die Jugendweltmeisterschaft dieser Altersklasse – den absoluten Höhepunkt ihrer Karriere dar. Die Trainingsbedingungen im Willicher Schwimmbad reichen aber nicht ganz aus, um dieses Ziel tatsächlich zu erreichen. Eine sehr fruchtbare Zusammenarbeit mit der Trampolin-Abteilung des DJK/VfL Willichs unter Leitung von Christian Stapf hilft deshalb, das Landtraining zu ergänzen. Für mehr Wassertraining muss Kira außerdem bis nach Bochum an den dortigen Olympia-Stützpunkt fahren. Zusätzliche Lehrgänge in Heidelberg finden gleich wochenweise statt, weshalb für das kommende Schulhalbjahr auch Fehltage anstehen. Besonders erfreut ist Kira zusammen mit ihren Eltern und Trainerinnen, dass die Schülerin des Lise-Meitner-Gymnasiums volle Unterstützung durch die Schulleitung und die Klassenlehrerin erhalten hat – immerhin war der Sport ja auch der Grund, sich für das weiter entfernte Gymnasium zu entscheiden, um ohne einen Ganztagsbetrieb Schule und Training besser zu koordinieren zu können. Auch Kiras kleine Schwester Leonie Terwesten machte unterdessen von sich reden: sie wurde in den NRW-Kader berufen. So hieß es für Leonie, an einigen Wochenenden in Bochum zu trainieren, das Trainingspensum zu erhöhen und weiter Wettkämpfe und Lehrgänge zu absolvieren. Nachdem sie immer etwas im Schatten der erfolgreichen Schwester stand, genießt sie diesen Erfolg besonders.

2014

Wieder einmal wurden Birte Hohlstein-Janssen und Silke Hohlstein-Terwesten Weltmeisterinnen im Synchronschwimm-Duett der Altersklasse 40 bis 49. Dazu holte Silke Hohlstein-Terwesten im kanadischen Montréal ein Silbermedaille im Solo.

2015

Statt wie üblich mit einem Jahr Pause fanden direkt im Folgejahr der Masters-Synchronschwimm-Weltmeisterschaften in Montréal die 16. FINA World Masters Championships im russischen Kasan statt. Hier nahmen Birte Hohlstein-Janssen und Silke Hohlstein-Terwesten bereits zum zehnten Mal an einer Masters-WM teil und holten seit 2010 durchgehend und damit zum vierten Mal in Folge den Titel im Duett. Auch im Synchronschwimm-Nachwuchs gab es aufregende Neuigkeiten: Mit dem Willicher Nico Janssen wurde zum ersten Mal in der Geschichte des Schwimmverbands Rhein-Wupper ein Junge in den Bezirkskader berufen.

Mit einer großen Feier in der Gaststätte Krücken feierte der Schwimmverein am 30. Oktober seinen 50-jährigen Geburtstag.

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Sie werden es bemerkt haben: Leider fehlen hier noch viele Daten, die eine Vereinschronik ausmachen. Deshalb brauchen wir Ihre Hilfe: Insbesondere von Ende der 1970er bis zum Beginn der 2000er Jahre fehlen viele Informationen. Haben Sie vielleicht Bilder von alten Terminen, egal aus welcher Abteilung? Wissen Sie zufällig noch, an welchem Tag und wo genau bestimmte Veranstaltungen stattgefunden haben? Wenn Sie bei der Vervollständigung der Vereinschronik helfen möchten, schicken Sie doch bitte eine E-Mail an Medienwart Patrick Paas. Vielen Dank.

Mitgliederentwicklung

Jahr Mitglieder
insgesamt bis 18 Jahre über 18 Jahre
1965 40 0 40
1966 262 191 71
1967 278 206 72
1968 307 229 78
1969 320 258 72
1970 302 239 63
1971 327 247 80
1972 385 303 82
1973 489 396 93
1974 510 409 101
1975 547 445 102
1976 603 497 106
1977 652 546 106
1978 637 519 118
1979 592 479 113
1980 498 394 104
1981 449 335 114
1982 411 297 114
1983 411 298 113
1984 420 304 116
1985 419 296 123
1986 402 292 110
1987 396 290 106
1988 406 302 104
1989 417 309 108
1990 436 325 111
1991 421 313 108
1992 435 318 117
1993 490 350 140
1994 577 424 153
1995 541 391 150
1996 573 415 158
1997 631 455 176
1998 647 464 183
1999 615 427 188
2000 582 403 179
2001 535 355 180
2002 520 326 194
2003 557 350 207
2004 520 351 169
2005 611 412 199
2006 571
2007 565
2008 585
2009 571 393 178
2010 583 412 170
2011 560 449 111
2012 583 455 128
2013 624 493 131
2014 577 452 125
2015 532 411 121

Der große Mitgliederzuwachs Mitte der 1970er Jahre ist zu einem guten Teil auf die Fertigstellung des Freibades am 20. Juli 1974 und die dadurch verbesserten Trainingsbedingungen in der Sommersaison zurückzuführen. Der noch heute gütige Mitgliederrekord wurde im Jahr 1977 mit 652 Mitgliedern aufgestellt, dicht gefolgt von 1998 mit 647 Mitgliedern. Auffällig: Die Zahl der erwachsenen Mitglieder bleibt sehr konstant mit leicht steigender Tendenz; die Schwankungen in den Mitgliederzahlen sind hauptsächlich von der wechselnden Beliebtheit des Schwimmsports bei Kindern und Jugendlichen abhängig. Seit der Eröffnung des neuen Willicher Schwimmbads »De Bütt« mit seinen sechs Bahnen am 21. Juni 1994 haben sich die Trainingsbedingungen wiederum stark verbessert, was sich auch auf die Mitgliederzahlen positiv ausgewirkt hat. Seitdem stagniert die Zahl der Mitglieder auf konstant hohem Niveau zwischen etwa 520 und 650.

Danksagung

Einen herzlichen Dank an alle Personen, die direkt oder indirekt zu dieser Chronik im speziellen, aber auch dem gesamten Vereinsarchiv allgemein beigetragen haben. Dies sind insbesondere: Der ehemalige Geschäftsführer und Vorsitzende Friedrich Lindner, der zum zehnjährigen Vereinsjubiläm 1975 eine vollständige Chronik erstellt hat; Dieter Hansen, der als langjähriges Vorstandsmitglied und insbesondere als ehemaliger Pressewart sehr viele Daten, Fakten, Fotos, Hefte, Presseberichte und sonstige Infos beisteuern konnte; Helga Zobel, die als ehemalige Pressewartin ein Pressearchiv angelegt hat; Werner Ruland, der als langjähriger Jugendwart und Cheftrainer sein Archiv geöffnet hat; Familie Hohlstein, die die Synchronschwimmabteilung des Vereins nicht nur seit vielen Jahrzehnten prägt, sondern dies auch sehr gewissenhaft dokumentiert hat sowie Familie Bombis, die durch unermüdliche Arbeit für den Verein ein sehr großes Archiv mit allen nur erdenklichen Informationen zusammengestellt hat – von sämtlichen Jugendwartsberichten über alte Urkunden bis hin zu etlichen Zeitungsartikeln. Viele Informationen sind noch gar nicht ausgewertet, die Chronik wird entsprechend immer wieder ergänzt.

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