Vereinschronik

Inhalt

  1. 1960er Jahre
    1. 1965
    2. 1966
    3. 1967
    4. 1968
    5. 1969
  2. 1970er Jahre
    1. 1970
    2. 1971
    3. 1972
    4. 1973
    5. 1974
    6. 1975
    7. 1978
  3. 1980er Jahre
    1. 1988
  4. 1990er Jahre
    1. 1990
    2. 1996
    3. 1997
  5. 2000er Jahre
    1. 2002
    2. 2005
    3. 2006
    4. 2007
    5. 2009
  6. 2010er Jahre
    1. 2010
    2. 2011
  7. Mitgliederentwicklung

Die 1960er

1965

30. April 1965

Schwimmabteilung des Vereins für Leibesübungen (VfL) kommt!

Freunde des Schwimm­sports können sich der neuzugründenden Schwimm­abteilung im VfL Willich anschließen. Anmeldeformulare sind bei Bade­meister Groß­mann, bei Rektor Frant­zen und im Ver­eins­lokal Peter Krüc­ken zu haben. Die Grün­dungsversam­mlung soll noch im Mai stattfinden.

2. Oktober 1965

Schwimmabteilung des VfL Willich

Die Werbung des VfL für den Schwimmsport in Willich blieb nicht un­er­hört. Für die neue Ab­teilung im VfL heißt es jetzt, sich zu orga­ni­sieren. Bis zum heutigen Tag haben sich über 80 Kin­der, Jugendliche und Erwachsene gemeldet, die sich für das gezielte Schwimmen interessier­en. Am Montag, dem 4. Okto­ber 1965, werden die Jugendlichen für 17 Uhr und zu 20 Uhr die Erwachsenen zu einer Zusammenkunft einge­laden. Treffpunkt ist der Saal des Vereins­lokal Peter Krücken auf der Peter­straße. Hier soll in etwa schon über die Trainingszeit, den Bei­trag und über die Wahl eines Führungs­aus­schuss­es gesprochen werden.

21. Oktober 1965

Schwimmsport soll Vorrang haben (Gemeinderatssitzung)

Bürgermeister Emil Merks betonte, dass die Abendstunden nur den sporttreibenden Schwimmvereinen, die dem Deutschen Schwimmverband angeschlossen sind, vorbehalten bleiben. Die Vertreter des Rates stimmten dem einstimmig zu.


Mit diesen Meldungen aus der Willicher Volkszeitung (der Vorläuferin der Willicher Nachrichten) begann die Geschichte des Willicher Schwimmsports. Da Willich über kein Schwimmbad verfügte, musste ein kleines Häuflein aktiver Schwimmer bei Krefelder Schwimmvereinen trainieren. Für diese Unentwegten ging im Herbst 1965 ein Wunschtraum in Erfüllung: Die Eröffnung der von der Gemeinde Willich erbauten Kleinschwimmhalle.

Die Schwimmabteilung des VfLs hatte kaum einen bescheidenen Trainingsbetrieb aufgenommen, als schon erhebliche Schwierigkeiten auftraten, die schnell bereinigt werden mussten.

Ohne Startkapital, ohne Erfahrung in der Organisation und Führung eines Sportvereins, jedoch mit dem Mut zum Neubeginn und mit Unterstützung durch Rat und Verwaltung fanden sich am 22.11.1965 im Hallenbad 40 Männer und Frauen ein, um den Schwimmverein Willich 1965 e.V. zu gründen. Die Gründungsmitglieder um Willi Hoppmanns, Hans Förster, Ingrid und Max Großmann, Sigrid und Randolf Hänisch, Günter Gebhard sen., Eberhard Wiewandt und Kurt Debus sahen sich sofort einer Flut von Neuanmeldungen gegenüber: Noch im Dezember des Gründungsjahres wurde das 250. Mitglied begrüßt und sechs Wochen nach Gründung verzeichnete der SVW im Januar 1966 342 aktive Mitglieder (davon über 250 Kinder und Jugendliche). Mit unermüdlichem Eifer ging der erste Vorstand unter Willi Hoppmanns ans Werk. Sofort begann die Ausbildung von Riegenführern, Kampfrichtern, Übungsleitern.

1966

In der Bestenliste des Bezirks Düsseldorf im Westdeutschen Schwimmverband waren erstmalig Namen von Willicher Nachwuchsschwimmern enthalten, die bei den ersten Bereichsprüfungskämpfen durch hervorragende Zeiten auf sich aufmerksam machten. Stellvertretend für alle sei hier Jürgen Dirkx (1957) genannt. Da in den Bestenlisten des Bezirks Düsseldorf, des Westdeutschen Schwimmverbandes (WSV) und des Deutschen Schwimmverbandes (DSV) nur jeweils die zehn schnellsten Schwimmer bzw. Schwimmerinnen eines Jahrgangs je Schwimmart erfasst wurden, war die Freude über diese Meldungen bei den Aktiven des Vereins natürlich entsprechend.

Als besonderes Novum entstand aus kleinsten Anfängen heraus unter der Leitung von Sigrid Hänisch eine Abteilung für Kunst- und Synchronschwimmen. Anlässlich eines Vergleichskampfes Kempen – Krefeld – Willich am 4.12.1965 traten die Kunstschwimmerinnen zum ersten Mal an die Öffentlichkeit.

Aber nicht nur der Leistungssport, auch der Breitensport wurde sofort zielstrebig organisiert: Jugendleiter Randolf Hänisch meldete für das Jahr 1966 die Abnahme von 25 Sportabzeichen (21 Jugendsportabzeichen in Bronze und Silber). Die erste Nikolausfeier und der erste Jugendabend im Vereinslokal Hamacher zeigten, dass Schwimmsport ohne Pflege der Gesellschaft undenkbar ist.

1967

Kurt Debus, Eberhardt Wiewandt, Günter Fretschen u.a. sorgten dafür, dass sich am 7.1.1967 zum ersten Mal die Türen des Willicher Parkhauses zum 1. Stiftungsfest des Schwimmvereins öffneten – ein wunderbares Erlebnis für über 120 Mitglieder und Gäste und der Beginn einer Tradition.

Wie viele noch nicht bekannte Talente in der Willicher Schwimmerjugend schlummerten, zeigte der erste Start unserer Jungen auf den Bezirksjahrgangsmeisterschaften 1967 in Rheinhausen:

Jürgen Dirkx kehrte mit drei Goldmedaillen, einer Silbermedaille und einer Bronzemedaille nach Willich zurück. Auch die WSV-Landesmeisterschaften in Recklinghausen brachten die ersten großen Erfolge: Oliver Musch (Silber), Jürgen Dirkx (zwei Mal Bronze) und H.J. Grünert (zwei Mal Bronze) ließen aufhorchen. Die Teilnahme an den Deutschen Schülermeisterschaften in Bonn zeigte jedoch, dass es unmöglich war, im Handstreich zur Spitze der deutschen Nachwuchsschwimmer aufzuschließen: Hans-Peter Dirkx erreichte einen 15. Platz, Ursula Pott einen 35.

Die Kunstschwimmerinnen waren unterdessen erstmalig zum Lehrgang in der WSV-Landesschwimmschule Willi Isenberg in Übach-Palenberg. Später im Jahr wagten die Sportschwimmer den Start auf internationaler Ebene beim Ländervergleichskampf der Schüler Italien – Niederlande – Deutschland in Paderborn. Die Ausbeute: eine Bronzemedaille, ein 5. Platz, ein 12. Platz.

1968

Auf der Jahreshauptversammlung am 9.3.1968 übergab Willi Hoppmanns sein Amt an Hans Förster. Zwar waren die finanziellen Sorgen noch erheblich, aber sowohl organisatorisch wie sportlich übernahm Hans Förster eine positive Bilanz: Inzwischen verfügte der Verein über neun vom DSV geprüfte Kampfrichter und zwölf geprüfte Riegenführer.

Der zweite Clubkampf brachte den ersten Gesamtsieg über Preußen Krefeld und TV Kapellen. Bei den Bezirksmeisterschaften in Neuss wurde der SVW mit fünf Bezirksmeistern (drei Mal Oliver Musch, ein Mal Stefan Molter und ein Mal Jürgen Dirkx) sowie einem 2. Platz und drei 3. Plätzen erfolgreichster Verein der Nachwuchsschwimmer im Bezirk Düsseldorf. Auf den WSV-Jahrgangsmeisterschaften (Landesmeisterschaften) erreichten Oliver Musch eine Silbermedaille und zwei 4. Plätze sowie Stefan Molter einen 4. Platz. Die erstmalige Teilnahme einer kleinen WIllicher Delegation am III. Internationalen Nachwuchsschwimmfest in Kassel zwischen Schweden, Italien, Tschechoslowakei und Deutschland brachte für Stefan Molter eine Bronzemedaille.

Die Kunstschwimmerinnen absolvierten ein Mammutprogramm: Westdeutsche Meisterschaften, Deutsche Jugendmeisterschaften, Deutsche Meisterschaften, drei Lehrgänge und zehn Einlageschwimmen brachten die ersten Achtungserfolge.

Von der guten Arbeit im Breitensport zeugten folgende Ergebnisse: 25 Prüfungen »Seepferdchen«, 169 Freischwimmer, 105 Fahrtenschwimmer und 29 Jugendschwimmer erhielten ihre Urkunden.

Sportabzeichenobmann Bernhard Hannusch meldete voller Stolz: sieben Kindersportabzeichen, 19 Jugendsportabzeichen (Bronze und Silber) sowie neun Sportabzeichen (Bronze, Silber und Gold). Das machte zusammen 35 Sportabzeichen und den Schwimmverein damit zum zweiten Mal Kreissieger im Sportabzeichenwettbewerb in der Klasse der Vereine von 250 bis 500 Mitglieder.

Das 2. Stiftungsfest im Willicher Parkhaus, eine Karnevalsveranstaltung für die Jugend im Vereinslokal Hamacher, Jugendpflegefahrten zu den Jugendherbergen Blankenheim (April) und Essen-Werden (Juli), ein großes Kinderfest im Kaisersaal Schiffer (August), ein Beatabend und die obligatorische Nikolausfeier brachten den Kleinen wie den Großen viel Freude.

1969

Zum 1.1.1969 senkte die Gemeinde Willich die Hallenmiete (jährlich über 4000 DM) um 50 %. Endlich bekam die Vereinskasse etwas Luft, und wir konnten mehr Geld in die Ausbildung der Schwimmer investieren. Zum absoluten Höhepunkt des Jahres wurde die auf tatkräftige Initiative von Hans Förster zustande gekommene und vom deutsch-französischen Jugendwerk und der Gemeinde Willich geförderte Begegnung der jungen Schwimmer aus Blois (Südfrankreich). Damals hieß es in der Vereinschronik: »Allen Kindern und Freunden werden die Tage vom 7.4.–12.4.1969, an denen die jungen Franzosen bei uns zu Gast sind, ebenso wie die herrlichen Tage, die unsere Schwimmer beim Gegenbesuch in Blois (14.–26.7.1969) weilen, unvergessen bleiben.«

Während die Kunstschwimmerinnen im 8er-Reigen von den WSV-Meisterschaften ihre ersten Bronzemedaillen nach Willich holten, gingen unsere besten Schwimmer beim IV. Internationalen Nachwuchsschwimmfest am 4./5.10.1969 in Kassel an den Start. Gegen starke Konkurrenz (61 deutsche und sieben Vereine aus Schweden, Italien und der Tschechoslowakei) konnten sich unsere Schwimmer – von Max Großmann systematisch aufgebaut – großartig durchsetzen: Oliver Musch (ein Mal Gold, ein Mal Silber), Reiner Förster (ein Mal Bronze). Diese Erfolge sowie der 7. Rang (unter 113 Mannschaften) im Mannschaftswettbewerb des DSV (C-Schüler) machten den SVW im Deutschen Schwimmverband bekannt.

Das schönste Abschiedsgeschenk für Hans Förster, der sein Amt als 1. Vorsitzender am 16.4.1970 an Kurt Debus übergab, waren die Erfolge im Breitensport: Max Großmann, Randolf Hänisch und Bernd Hannusch konnten unsere Jungen und Mädchen für erfolgreich abgelegte Prüfungen die Urkunden für 15 Seepferdchen, 150 Freischwimmer, 103 Fahrtenschwimmer, 136 Jugendschwimmer und 22 Sportabzeichen übergeben. Mit 426 Urkunden (Vorjahr 401) wurde ein neuer Vereinsrekord aufgestellt.

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Die 1970er

Bestimmende Schwimmerin des Jahrzehnts war Gudrun Förster, die von 1971 bis 1982 ununterbrochen Vereinsmeisterin wurde. Bei den Männern wechselten sich Werner Ruland und Reiner Förster munter ab.

1970

Nach fünf Jahren rastloser Aufbauarbeit verabschiedeten sich Randolf Hänisch (Jugendwart), Max Großmann (Technischer Leiter) und Günter Gebhard (Geschäftsführer) aus der Vorstandsarbeit. Werner Ruland (Jugendwart), Helga Zobel (Presse), Gisela Lampe (Protokoll), Bernd Ißler (Technischer Leiter), Karl-Hermann Schick (Kasse) und Friedrich Lindner (Geschäftsführer) standen dem neuen Vorsitzenden Kurt Debus zur Seite.

Mit der Gründung der Stadt Willich am 1.1.1970 vollzog sich – von vielen kaum bemerkt – ein Wandel in der Förderung der Sportjugend: Auf Initiative von Friedrich Lindner beschließt der Jugend- und Sportausschuss unter dem Vorsitz von Gottfried Commans einstimmig, dem Schwimmverein (wie auch der DLRG) die Schwimmhalle in den Trainingsstunden kostenlos zur Verfügung zu stellen. Damit war die Benachteiligung gegenüber anderen Sportvereinen beseitigt, eine drückende finanzielle Belastung von uns genommen. Außerdem erhielten wir jährlich nach der Mitgliederzahl Pauschalzuschüsse und für Jugendpflegefahrten Sonderzuschüsse. Überdies nahm der Jugend- und Sportausschuss unsere Anregung auf und beschloss, künftig ein Mal im Jahr die besten Sportler unserer Stadt zu ehren.

Der erste Auslandsstart mit elf Schwimmern in Trient (Italien) am 14./15.3.1970 brachte für Florian Musch eine Goldmedaille, für Stefan Molter und Jens Großmann je eine Silbermedaille und einige gute Mittelplätze.

Bei den WSV-Landesmeisterschaften (Jahrgangsmeisterschaften) waren in Recklinghausen 84 Vereine vertreten. Stefan Molter (ein Mal Gold), Reiner Förster (ein Mal Silber, ein Mal Bronze) und Michael Zobel (ein Mal Bronze) konnten sich bei einem Aufgebot von über 800 Schwimmerinnen und Schwimmern durchsetzen.

Beim 5. Internationalen Nachwuchsschwimmfest in Kassel mit Aktiven aus Deutschland, Italien, Belgien, Luxemburg und Schweden errangen Oliver und Florian Musch, Reiner Förster, Stefan Molter, Ulf Großmann und Michael Dammer zwei Mal Gold, vier Mal Silber und zwei Mal Bronze. Im Wettstreit der Knabenmannschaften des DSVs erreichte unsere 1. Mannschaft unter 176 Mannschaften den 4. Platz – ein sensationeller Erfolg.

1971

Das vorolympische Jahr begann mit dem 5. Stiftungsfest im Parkhaus am 9.1.1971. Zum ersten Mal konnte der Vorsitzende Kurt Debus Bürgermeister Dr. Lamers sowie die Ratsherren Möller und Commans mit ihren Frauen als Ehrengäste begrüßen und den Dank des Vereins für die großzügige Unterstützung durch Rat und Verwaltung aussprechen.

Unsere Sportschwimmer waren fast pausenlos im Einsatz: Bereichsprüfungskämpfe, Bezirksmeisterschaften, Westdeutsche Meisterschaften und Deutsche Meisterschaften, acht Clubkämpfe und fünf Internationale Vergleichsschwimmen (u.a. in Luxemburg und Kassel) brachten eine Fülle an Siegen. Sie hier vollständig aufzuführen, würde jeden Rahmen sprengen. Dank einer hervorragenden Pressearbeit erschienen in der Heimatpresse über 100 Berichte mit mehr als 20 Bildern. Glanzlicht des Jahres: Die 1. Knabenmannschaft schwamm neuen deutschen Rekord in 10:54,7 und belegte im Mannschaftswettkampf vor 163 Mannschaften den 1. Platz. Michael Brungs (1961), Reiner Förster (1960), Rainer Kabelitz (1960), Stefan Molter (1960), Oliver Musch (1960), Michael Schaaf (1961), Uwe Schmidt (1960) und Edgar Zenk (1961) erhielten die Goldene Ehrennadel des Westdeutschen Schwimmverbandes.

Ebenso unvergesslich stand die 1. Sportlerehrung der Stadt Willich in der Kulturhalle am 27.11.1971 ganz im Zeichen der Ehrung dieser jungen Meisterschaft. Als Bürgermeister Dr. Lamers Reiner Förster und der Mannschaft den Ehrenbecher der Stadt Willich überreichte, kannte der Beifall keine Grenzen.

Jahrelange Bemühungen des Vorstandes und die tatkräftige Unterstützung der Presse hatten endlich Erfolg: Der Rat der Stadt Willich beschloss am 30.6.1971 einstimmig, im Anschluss an die Kleinschwimmhalle ein modernes Freibad mit einem 50-m-Sportbecken (acht Bahnen), mit einem großen Nichtschwimmerbecken und seperater Sprunganlage zu bauen.

1972

Auf der Jahreshauptversammlung am 4.3.1972 wurde der bisherige Geschäftsführer Friedich Lindner zum Vorsitzenden gewählt. Bernd Ißler übergab sein Amt als Technischer Leiter an Siegfried Kurze, die Geschäftsführung übernahm Irmgard Lindner.

Der Vorsitzende des WSV-Schwimmbezirks Düsseldorf, Karl Tilgier, überreichte Max Großmann als Auszeichnung für seine Verdienste um die Heranbildung des Schwimmernachwuchses die Franz-Krewinkel-Plakette. Diese hohe Auszeichnung wird vom Bezirk Düsseldorf nur ein Mal im Jahr vergeben.

Vom 13.–16.7.1972 gingen in Bad Godesberg unsere schnellsten Nachwuchsschwimmer bei den Deutschen Jahrgangsmeisterschaften an den Start. Florian Musch erkämpfte sich in überragender Form ein Mal Gold und sechs Mal Silber, Reiner Förster zwei Mal Bronze, Iris Pempelfort und Michael Brungs je ein Mal Bronze.

Das VII. Internationale Nachwuchsschwimmfest in Kassel am 23. und 24.9.1972 zeigte, dass die Erfolge auf Meisterschaften kein Zufall waren: Florian Musch (zwei Mal Gold, ein Mal Silber), Michael Zobel (ein Mal Gold), Reiner Förster (zwei Mal Silber, ein Mal Bronze) und Iris Pempelfort (ein Mal Bronze).

In der Bestenliste 1972 des Deutschen Schwimmverbandes waren Reiner Förster (acht Mal Plätze 2–10), Florian Musch (vier Mal Plätze 1–10), Michael Zobel (zwei Mal Plätze 7+8), Iris Pempelfort (ein Mal Platz 4), Michael Brungs (ein Mal Platz 4) und Stefan Molter verzeichnet.

Die Bestenliste des WSV-Bezirks Düsseldorf sah Reiner Förster neun Mal auf Platz 1, Florian Musch fünf Mal auf Platz 1 sowie Iris Pempelfort und Stefan Molter je ein Mal auf Platz 1. Außerdem hielten Michael Schaaf, Oliver Musch, Michael Zobel, Michael Brungs, Jens Großmann, Ulf Großmann, Gudrun Förster, Manfred Lampe, Gudrun Hänisch, Martina Heinz, Bernd Cranen, Uwe Schmidt, Gabi Dornbusch, Matthias Hänisch, Elke Hoevels, Hans-Peter Dirkx und Jörg Schouren gute Plätze. Aufgrund dieser hervorragenden Leistungen erhielten Michael Zobel und Stefan Molter Einladungen zu einem WSV-Lehrgang in Peskara (Italien).

Nach dem Erwerb der Fachübungsleiter-Lizenz begann Gerda Wiewandt mit Unterstützung von Barbara Lampe (später Petra Kamphausen) im Herbst 1972 mit Anfängerschwimmen für Kleinkinder (ab vier Jahren) im Lehrschwimmbecken der Jahnschule. Dieser mit 28 Kindern begonnene Schwimmunterricht fand bei vielen jungen Müttern so viel Anklang, dass Gerda Wiewandt bald nicht mehr in der Lage war, alle Anmeldungen zu berücksichtigen.

1973

Da das Willicher Parkhaus – bisher Heimstätte für sechs Stiftungsfeste – seine Pforten schließen musste, gingen Werner Wolters, Gisela und Barbara Lampe und viele Helfer des Vergnügungsausschuss an die Arbeit, um im Januar mit dem ersten Kostümball »Aquarius – heut’ Nacht regiert der Wassermann« in der Schiefbahner Kulturhalle allen Mitgliedern und Freunden ein zünftiges Karnevalsvergnügen zu bereiten.

Auf der ersten Pressekonferenz des Vereins am 28.3.1973 erhielten aus der Hand des Vorsitzenden Friedrich Lindner und Reiner Förster als Schwimmer des Jahres 1972, Iris Pempelfort als Schwimmerin des Jahres 1972 und Christine Lindner als Kunstschwimmerin des Jahres 1972 Wanderpokale.

Die Teilnahme der Sportschwimmer und der Kunstschwimmerinnen an Bereichs-, Bezirks-, Landes- und Deutschen Jugendmeisterschaften sowie an Internationalen Vergleichskämpfen zeigte, dass nur noch ständig gesteigerte persönliche Bestleistungen ausreichen, um sich gegen die Konkurrenz durchzusetzen: 25 Meisterschaftstage und Internationale Wettkämpfe sahen unsere Jungen und Mädchen am Start. Reiner Förster und Ulf Großmann holten je zwei Landesmeistertitel nach Willich.

Die Bestenliste 1973 des Deutschen Schwimmverbandes verzeichnete sieben Mal Reiner Förster (Platz 3–10), vier Mal Florian Musch (Platz 2–8), zwei Mal Ulf Großmann (Platz 4 und 9), zwei Mal Michael Zobel (Platz 5 und 7), Oliver Musch (Platz 7), Michael Brungs (Platz 9) und Iris Pempelfort (Platz 10).

1974

Das Jahr begann verheißungsvoll am 19.1.1974 mit dem Aquariumsfest »Heut’ Nacht im Orient« in der Kulturhalle, erstmalig mit dem Empfang des Willicher Stadtprinzenpaares.

Auf der Jahreshauptversammlung am 23.3.1974 wurde eine neue Satzung verabscheidet. Hugo Hannen trat an die Spitze des Vereins.

Die Kunstschwimmabteilung – jahrelang im Schatten der Sportschwimmer – entsandte Ines Broermann, Christine Lindner, Karin Otrzonsek und Edith Steppen in der Osterwoche zum Länderkampf der Jugend Westdeutscher Schwimmverband gegen den Schwimmverband Philadelphia in die USA. Diese Berufung durch den WSV war der verdiente Lohn für die enorme Leistungssteigerung unserer Kunstschwimmerinnen.

Im Mai erfolgte die Gründung der Schwimmstartgemeinschasft DJK Teutonia St. Tönis – Schwimmverein Willich.

Bürgermeister Dr. Lamers übergab am 20.7.1974 das neue Freibad der Öffentlichkeit – ein Freudentag für die gesamte Willicher Schwimmerjugend.

Im August besuchte uns die Weltmeisterin 1973 im Synchronschwimmen, Terry Anderson aus Santa Clara (Kalifornien/USA), um drei Tage lang unsere besten Kunstschwimmerinnen nach amerikanischen Methoden zu trainieren. Krönender Abschluss dieses seltenen Besuches war der Empfang durch die Stadt Willich. Bürgermeister Dr. Lamers überreichte Terry Anderson als Erinnerungsgabe den Ehrenbecher der Stadt.

Der Oktober brachte den Kunstschwimmerinnen den bisher größten Erfolg: Beim Viernationen-Länderkampf Schweden – Norwegen – Österreich – Deutschland in Nässjö (Schweden) am 19./20.10.1974 erklang zum ersten Mal die Deutsche Nationalhymne für Ines Broermann/Christine Lindner (Goldmedaille im Duett). Wenige Tage später erreichte die Gruppe (Broermann, Lindner, Otrzonsek, Steppen) bei den 11. Deutschen Jugend- und Juniorenmeisterschaften in Osnabrück den 2. Platz (Silbermedaille) und damit den bisher größten Erfolg auf einer Deutschen Meisterschaft.

Bei den WSV-Landesmeisterschaften am 1.12.1974 in Bochum siegte die neugebildete Schülermannschaft der SSG in allen vier Wettbewerben und stellte mit 13:26,6 einen neuen westdeutschen Rekord auf. Die von Max Großmann und Peter Borg aufgebaute Mannschaft (Rolf Lensinger, Peter Geraedts, Max Geraedts, Jörg Dierkes, Alfred Lütz, Christoph Reiff, Reiner Förster, Michael Brungs, Stefan Molter, Oliver Musch und Michael Schaaf) erhielt den Wanderpokal des WSV. Trotz Ausfalls von Jörg Dierkes erreichte diese Mannschaft bei den Endkämpfen in Schwäbisch Gmünd am 15.12.1974 vor dem Bonner Schwimmclub den 2. Platz in der Deutschen Mannschaftswertung. Für diese überragende Leistung erhielten alle Schwimmer die Silberne Ehrennadel des Deutschen Schwimmverbandes.

1975

Zum Auftakt des Jubiläumsjahres trafen sich im Januar alle Mitglieder und Freunde in der Kulturhalle zum 3. Aquariumsfest »Heut’ Nacht in Rio«. Das Fest wartete mit vielen Überraschungen (Empfang des Prinzenpaares, Besuch des Hannen-Fanfarencorps, Ponyverlosung usw.) und den wunderbaren Dekorationen von Gisela und Barbara Lampe auf.

Wie intensiv neben dem Leistungssport der weniger spektakuläre Breitensport von unseren Übungsleitern im ersten Jahrzehnt gefördert wurde, zeigt die Statistik: bis Juni 1975 konnten 3124 Urkunden »Seepferdchen«, »Delfin«, »Hai«, »Freischwimmer«, »Fahrtenschwimmer«, »Jugendschwimmer«, »Kindersportabzeichen«, »Jugendsportabzeichen« in Bronze und Silber sowie Sportabzeichen in Bronze, Silber und Gold an unsere kleinen und großen Mitglieder ausgehändigt werden.

1978

Am 9. und 10. September 1978 fuhren unsere Schwimmerinnen und Schwimmer erstmals zum Schwimmfest des SC Neptun Alzeys – der Beginn einer jahrzehntelangen Vereinsfreundschaft. Bis heute fahren wir jedes Jahr zum Wartbergbad-Cup, die Alzeyer besuchen ebenso regelmäßig unser Kinder- und Nachwuchsschwimmfest.

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Die 1980er

Sportlich dominierten die Großmann-Brüder Ulf und Jens mit zusammen neun Vereinsmeistertiteln und fünf Vereinsrekorden die 80er Jahre. Bei den Frauen gab es harte Kämpfe zwischen Annette Helmes, Inken Hansen und Ute Lindemann.

1988

Birte und Silke Hohlstein sowie Max Großmann wurde 1988 die Bezirksehrennadel des Schwimmverbands Rhein-Wupper überreicht. Diese Auszeichnung wird an Menschen verliehen, die den Schwimmsport im Bezirk nachhaltig durch selbstlosen Einsatz gefördert haben.

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Die 1990er

1990

Der Schwimmverein Willich bekam 1990 die Ehrenplakette im Schwimmverband Rhein-Wupper verliehen, außerdem wurde Ingrid Großmann Trägerin der Verbandsehrennadel des Schwimmverbands Rhein-Wupper.

In der Nacht vom 27. auf den 28. Mai 1990 wurde das alte Willicher Schwimmbad bei einem Brand so stark beschädigt, dass es abgerissen werden musste, weshalb 1990 auch die Stadt- und Vereinsmeisterschaften ausfallen mussten. Da vier Jahre lang Ersatztraining in anderen Bädern der Umgebung organisiert wurde, konnte ein regelmäßiger Trainingsbetrieb dennoch aufrecht erhalten werden. Der Neubau des Willicher Schwimmbads an gleicher Stelle erhielt den durch Vorschläge aus der Bevölkerung ermittelten Namen »de Bütt« – die plattdeutsche Bezeichnung für einen Waschzuber und verwandt mit dem Wort »Bottich« – und wurde am 21. Juni 1994 eröffnet. Mit ihren sechs Bahnen bietet de Bütt erheblich verbesserte Bedingungen für das Training und das Ausrichten von Wettkämpfen.

1996

Ingeborg und Helge Hohlstein wurden 1996 Träger der Verbandsehrennadel des Schwimmverbands Rhein-Wupper.

1997

Der erste Willicher Triathlon fand statt und entwickelte sich in den darauf folgenden Jahren schnell zur größten Sportveranstaltung in der Stadt mit über 1000 Aktiven.

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Die 2000er

Sportlich wurde ab 2002 ein Generationenwechsel bei den Leistungsschwimmern eingeläutet: Mit Katharina Weber und Christoph Clephas gewannen zwei Schwimmer die Vereinsmeisterschaften, die mehr als ein Jahrzehnt jünger als die Sieger des Vorjahres waren. Ab der zweiten Hälfte des Jahrzehnts setzten vor allem die Bombis-Geschwister Nicole und Christian sportliche Akzente.

2002

Birte Hohlstein-Janssen und Silke Hohlstein-Terwesten kehrten 2002 nach über zehn Jahren wieder in den Schwimmverein Willich zurück, um eine neue Synchronschwimmabteilung aufzubauen.

2005

Das 40jährige Vereinsjubiläum wurde mit einem großen Fest auf der Schwimmmbadwiese und einem Empfang im Gründerzentrum des Stahlwerks Becker gefeiert. Um das Jubiläum besonders zu würdigen, ging die Herbstfahrt der Jugendabteilung nach Berlin, wo der 15. Jahrestag des Mauerfalls gefeiert wurde.

Zum Jahresende 2005 verließen die bisherigen »Zugpferde« der Schwimm- und der Jugendabteilung, Monika Gohr und Günter Cranen, den Verein. Eike Müller übernahm die Schwimmabteilung, die Jugendabteilung wurde fortan maßgeblich von Christian Bombis gestaltet.

2006

Werner Ruland wurde 2006 Trainer der Leistungsgruppe, die er von Grund auf neu formte. Ruland ist bereits im Gründungsjahr Mitglied im Schwimmverein geworden und war in den 70er Jahren mehrmals Vereinsmeister. Gleichzeitig hatte er mehrere Posten im Vorstand inne, unter anderem ein ganzes Jahrzehnt lang das des Jugendwarts.

Die Synchronschwimm-Geschwister Birte Hohlstein-Janssen und Silke Hohlstein-Terwesten wurden bei der Willicher Sportlerehrung zur Mannschaft des Jahres 2005 gekürt.

2007

Nach 35 Jahren fand das Anfängerschwimmen zum letzten Mal im Lehrschwimmbecken der Jahnschule in Schiefbahn statt. Seitdem wird das Variobad, ein neuer Anbau an de Bütt, genutzt.

2009

Die Stadt- und Vereinsmeisterschaften fanden ausnahmsweise nicht statt; die Leitung des Willicher Schwimmbades konnte leider keinen freien Termin für den Wettkampf anbieten.

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Die 2010er

2010

Silke Hohlstein-Terwesten holte bei den Masters-Synchronschwimmweltmeisterschaften in Göteborg den ersten Weltmeistertitel für den Schwimmverein Willich. Einen Tag später setzte sie zusammen mit ihrer Schwester Birte Hohlstein-Janssen sogar noch einen drauf und wurde sensationell Doppelweltmeisterin in der Altersklasse 40-49.

Zum Jahresende verließen die Triathleten den Verein in Richtung TV Schiefbahn.

2011

Birte Hohlstein-Janssen und Silke Hohlstein-Terwesten wurden Willicher Mannschaft des Jahres 2010. Bei der Wahl zum/r Sportler/in des Jahres wurde Silke Hohlstein-Terwesten Zweite.

Bei den Schwimmern räumte Christian Bombis mit seinem siebten Vereinsmeisterschafts-Sieg die ewige Bestenliste weiter um, bei der Anzahl der Siege liegt nun nur noch Heinz-Hubert Kallen vor ihm.

Mit Lisann Flamang wurde zum ersten Mal nach über zwanzig Jahren wieder eine Synchronschwimmerin des Schwimmvereins Willich in die Jugend-Nationalmannschaft berufen.

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Sie werden es bemerkt haben: Leider fehlen hier noch viele Daten, die eine Vereinschronik ausmachen. Deshalb brauchen wir Ihre Hilfe: Insbesondere von Mitte der 1970er bis zum Beginn der 2000er Jahre fehlen viele Informationen. Haben Sie vielleicht Bilder von alten Terminen, egal aus welcher Abteilung? Wissen Sie zufällig noch, an welchem Tag und wo genau bestimmte Veranstaltungen stattgefunden haben? Wenn Sie bei der Vervollständigung der Vereinschronik helfen möchten, schicken Sie doch bitte eine E-Mail an Medienwart Patrick Paas. Vielen Dank.

Mitgliederentwicklung

Der große Mitgliederzuwachs Mitte der 1970er Jahre ist wohl zu einem guten Teil auf die Fertigstellung des Freibades am 20. Juli 1974 und die dadurch verbesserten Trainingsbedingungen in der Sommersaison zurückzuführen. Auffällig: Die Zahl der erwachsenen Mitglieder bleibt sehr konstant mit leicht steigender Tendenz; die Schwankungen in den Mitgliederzahlen sind zu einem großen Teil von der wechselnden Beliebtheit des Schwimmsports bei Kindern und Jugendlichen abhängig. Seit der Eröffnung des neuen Willicher Schwimmbads »de Bütt« mit seinen sechs Bahnen am 21. Juni 1994 haben sich die Trainingsbedingungen wiederum stark verbessert, was sich auch auf die Mitgliederzahlen positiv ausgewirkt hat.

Jahr Mitglieder
insgesamt bis 18 Jahre über 18 Jahre
1966 262 191 71
1967 278 206 72
1968 307 229 78
1969 320 258 72
1970 302 239 63
1971 327 247 80
1972 385 303 82
1973 489 396 93
1974 510 409 101
1975 547 445 102
1976 603 497 106
1977 652 546 106
1978 637 519 118
1979 592 479 113
1980 498 394 104
1981 449 335 114
1982 411 297 114
1983 411 298 113
1984 420 304 116
1985 419 296 123
1986 402 292 110
1987 396 290 106
1988 406 302 104
1989 417 309 108
1990 436 325 111
1991 421 313 108
1992 435 318 117
1993 490 350 140
1994 577 424 153
1995 541 391 150
1996 573 415 158
1997 631 455 176
1998 647 464 183
1999 615 427 188
2000 582 403 179
2001 535 355 180
2002 520 326 194
2003 557 350 207
2004 520 351 169
2005 611 412 199
2006 571
2007 565
2008 585
2009 571 393 178
2010 583 412 170
2011 560 449 111

Friedrich Lindner, der zum zehnjährigen Vereinsjubiläm 1975 eine vollständige Chronik erstellt hat; Dieter Hansen, der als langjähriges Vorstandsmitglied und insbesondere als ehemaliger Pressewart zwei große Taschen voll mit Daten, Fakten, Fotos, Heften, Presseberichten und sonstigen Infos (die noch nicht annähernd ausgewertet sind) beisteuern konnte; sowie Ute Holt, die noch Urkunden von Anfang der 1990er Jahre gefunden hat und damit zur Vervollständigung der Vereinsmeister beitrug, sind direkt oder indirekt an dieser Chronik beteiligt. Allen einen herzlichen Dank.

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