9. Jahreshauptversammlung 1974

23. Mär.
Datum

Uhrzeit

ab 18 Jahren

50 Teilnehmende

Anmelde­schluss
Gaststätte Hamacher, Anrather Straße 1, 4156 Willich

Der folgende Bericht speist sich aus teils gleichlautenden Artikeln der Willicher Volkszeitung vom 22. und 29. März, der Rheinischen Post und der Westdeutschen Zeitung, jeweils vom 27. März, sowie aus Heimat im Blickpunkt aus dem April 1974.

Schwimmverein Willich mit über 500 Mitgliedern

Der Schwimmverein Willich von 1965 hat nicht nur einen 1. Vorsitzenden, sondern auch einen Präsidenten. In diese neugeschaffene Position wählten anlässlich der Jahreshauptversammlung die Mitglieder den Willicher Geschäftsmann Hugo Hannen, der in seiner Antrittsrede versprach, den Verein nicht nur bei repräsentativen Aufgaben zu unterstützen, sondern etwa auch »ältere Semester« zum Trimm- sprich Schwimmsport zu bewegen.

Zuvor hatte der 1. Vorsitzende, Friedrich Lindner, in seinem Rechenschaftsbericht für das Jahr 1973, »dem Jahr 1 nach Mark Spitz«, betont, in wie großartiger Weise es dem SVW durch die sportlichen Leistungen seiner Spitzenschwimmer und die gemeinsamen vielfältigen Anstrengungen seiner Trainer und Übungsleiter, der Mitglieder und die uneigennützige Mithilfe vieler Eltern gelungen ist, sich an die Spitze aller Willicher Sportvereine zu bringen.

Der Schwimmverein, der sich nach den Worten Lindners als Sportverein versteht, in dem Spitzensport, Breitensport, Freizeitsport und Geselligkeit in einem positiven Verhältnis zueinander stehen, hat 1973 in allen Bereichen einen starken Aufschwung genommen. Erstmals ist die Mitgliederzahl 500 überschritten worden. Die Hauptgruppe der Mitglieder bilden die Kinder und Jugendlichen, aus deren jüngsten Jahrgängen im vergangenen Jahr 35 Schwimmunterricht erhielten und die erste Prüfung, das »Seepferdchen«, mit Erfolg absolvierten. Diese Zahl hätte viel größer sein können, wenn, wie Übungsleiterin Gerda Wiewandt betont, im vergangenen Jahr das Lehrschwimmbecken in Schiefbahn zur Verfügung gestanden hätte.

Auch die im vergangenen Jahr neugegründete Kunstspringabteilung verzeichnete erste, wenn auch noch bescheidene Erfolge. Vera Kropp trainiert derzeit mit etwa zehn Kindern erste Grundübungen am Brett und setzt ihre Hoffnungen auf das Freibad, um »ihren« Kindern damit mehr Trainingsmöglichkeiten bieten zu können.

Hauptgrundlage des Trainingsbetriebs unter den Trainern Max Großmann, Randolf Hänisch und deren Helfern sind jedoch die Allgemeingruppen mit etwa 250 Kindern, denen jede Woche eine, wenn auch in räumlicher Bedrängnis, Trainingszeit in der Halle eingeräumt wird.

Aus der Menge der Breitensport Treibenden schälen sich einige »Asse« hervor, die den Schwimmverein Willich weit über die Grenzen der Stadt hinaus bekannt gemacht haben. Auch das Jahr 1973 war für die Spitzensportler des SVW wieder überaus erfolgreich. Stellvertretend für die Leistungsschwimmer des SVW nannte Friedrich Lindner die bei Westdeutschen und Deutschen Meisterschaften Erfolgreichsten:

Michael Zobel: zwei Westdeutsche Meistertitel, Bronzemedaille bei Deutschen Schülermeisterschaften; Reiner Förster: einmal Westdeutscher Meister, viermal Platz 2, dreimal dritter Platz; Ulf Großmann: zwei Westdeutsche Meistertitel, einmal Dritter; Florian Musch: einmal Zweiter, dreimal Dritter bei Westdeutschen Meisterschaften. Erfolgreichstes Mädchen des SVW war Iris Pempelfort mit einem zweiten und zwei dritten Plätzen bei Westdeutschen Meisterschaften.

Auch die Synchronschwimmerinnen unter Trainerin Sigrid Hänisch beteiligten sich an zahlreichen Meisterschaften. Beste Platzierungen waren bei den Westdeutschen Meisterschaften ein zweiter Platz im Bilderreigen in der Besetzung Ines Broermann, Christel Danners, Tamara Eul, Christine Lindner, Karin Otrzonsek, Angela Preuss, Hildegard Schmid, Edith Steppen und eine Bronzemedaille für die Vierergruppe mit Ines Broermann, Christel Danners, Christine Lindner und Karin Otrzonsek. Mädchen der Synchronabteilung sind in die B- und C-Kader der Deutschen Nationalmannschaft aufgenommen worden. Vier Mädchen, Christine Lindner, Ines Broermann, Karin Otrzonsek und Edith Steppen, werden in den Osterferien nach Nordamerika fliegen und bei Jugendländerkämpfen in Philadelphia, Washington und New York die Farben der Bundesrepublik vertreten.

Allein die Genannten haben im Jahr 1973 nach einem vom Vorstand aufgestellten Medaillenspiegel etwa 75 Gold-, Silber- und Bronzemedaillen errungen. Diese Erfolgsbilanz dürfte innerhalb der Stadt Willich einmalig sein. Umso unverständlicher sei, so betonte Lindner, der bedauerliche Lapsus des Stadtsportamts, das anlässlich der Sportlerehrung durch die Stadt in der Vorwoche lediglich vier Schwimmer des SVWs »für gut befand«, von Bürgermeister Dr. Lamers geehrt zu werden.

Derweil saß der kleine Ulf Großmann, zweifacher Westdeutscher Meister des Jahres 1973, auf der Tribüne und wartete inmitten seiner erfolgreichen Kameraden und den Synchronschwimmerinnen, die bei den Westdeutschen Meisterschaften eine Silbermedaille erkämpft hatten, auf ein freundliches Wort des Bürgermeisters. Zwar waren sie alle eingeladen, ihre Leistungen detailliert der Stadt mitgeteilt worden, jedoch wurden sie mit keinem Wort erwähnt. Lindners Dank galt den Sportlern, die trotz dieses Fehlers ihre sportliche und saubere Haltung bewahrt hatten, und er sprach ihnen für dieses beispielhafte Verhalten seine Anerkennung aus.

Neben der sportlichen Betreuung der Kinder und Erwachsenen, inklusive Vereinsmeisterschaften, Abnahme der Übungen für das Deutsche Sportabzeichen und Tischtennismeisterschaft, bot der Schwimmverein Willich unter seinem rührigen 1. Vorsitzenden Friedrich Lindner den Mitgliedern gesellschaftliche Veranstaltungen, Ausflüge und Ferienfahrten vielfältiger Art. Dem Kostümball zum Auftakt des Jahres 1973 schlossen sich Jugendpflegefahrten an, denen im Herbst ein Ausflug der Erwachsenen folgte, zum Jahresabschluss gab es die traditionelle Ehrung der neu gekürten Vereinsmeister.

Zum Schluss seiner Rede dankte Friedrich Lindner den Lehrern der Willicher Schulen für die Freistellung vom Unterricht für Meisterschaften, allen Eltern, die immer wieder bereit sind, den Transport zu zum Teil weit entfernten Wettkampfstätten zu übernehmen, und den Willicher Geschäftsleuten, die den SVW auch 1973 großzügig unterstützt haben. Er setzte sich für die Gründung eines Stadtsportbundes ein, der, seit längerem geplant, aber nie verwirklicht, sich darüber einigen sollte, wie Finanzmittel der Stadt für die Sportarbeit zweckentsprechender aufgeteilt werden könnten, und sprach sich nachdrücklich, neben dem Ausbau des Hallenfreibades, für die Errichtung eines Kreisleistungszentrums für den Schwimmsport aus.

Die Regularien waren schnell über die Bühne gebracht: Kassenprüfer Bernd Treptau bestätigte der Kassiererin, Henny Schaaf, eine ordnungsgemäße Kassenführung.

Die Neuwahlen brachten folgende Ergebnisse: Präsident des SVWs: Hugo Hannen; Geschäftsführung: Irmgard Lindner (wiedergewählt); Sozialwart: Georg Dumjahn (wiedergewählt); 2. Kassenrevisor: Bernhard Hannusch; Jugendwart: Werner Ruland (wiedergewählt); 1. Vorsitzender Vergnügungsausschuss: Werner Wolters (wiedergewählt); weitere Beisitzer: Ingeborg Hohlstein und Barbara Lampe.

Für das Amt des Technischen Leiters, das Siegfried Kurze wegen Arbeitsüberlastung abgegeben hatte, ließ sich kein geeigneter Nachfolger finden. Trainer Max Großmann wird diese Aufgabe kommissarisch übernehmen. Außerdem wurde eine neue Satzung verabschiedet.

Innerhalb der Jahreshauptversammlung wurden die Sportabzeichenabsolventen geehrt: die Spitzenreiter waren Frau Sigrid Hänisch mit der fünften Wiederholung in Gold und Bernhard Hannusch, der im Vorjahr die 16. Wiederholung in Gold schaffte.

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